Finale Hier ist <br /><br /> alles gold, was glänzt

Kawasaki ZX-10R gegen Aprilia RSV 1000 R Factory gegen Triumph
Daytona 675 – ein exotischeres Trio ist wohl selten in ein Master-Bike-Finale eingezogen. »Das macht die 10er locker«, lautet die einmütige Antwort, wenn man nach der Favoritin fragt. Obwohl: Von jenen sechs schnellsten Piloten, die jetzt im
Finale aufeinander treffen, sind fast alle
mit der Aprilia ähnlich gute Rundenzeiten gefahren wie mit der grünen Athletin. Spannung ist also garantiert.
Nicht allein deshalb, weil die Daytona im Finale erneut eine sagenhafte Vorstellung bietet, sondern auch, weil sich ZX-10R und RSV 1000 R ein Fotofinish liefern, wie es die Master-Bike-Geschichte noch nicht gesehen hat. Minimale Zeitvorteile nach jedem weiteren Lauf, mal für die eine, mal für die andere Seite, Kopfschütteln.
Die Kawa kann sich nicht entscheidend absetzen. Hektisch wird gegengerechnet. Einsvierundfünfzig tief hier, Einsdreiundfünfzig hoch da. Dafür aber in diesem
Turn eine Einsfünfundfünfzig hoch gegen eine gute Einssechsundfünfzig. Wie viele Bestzeiten für Aprilia, wie viele für die
Kawasaki? Das gibt es doch nicht. Mann, das ist wirklich knapp.
Und dann herrscht Ruhe in Jerez. Aus, vorbei. Aber wer hat gewonnen? Aprilia-Pressesprecher Claudio Pavanello war vorher schon mit dem Klassensieg mehr als zufrieden. Und jetzt? »Ich glaube, wir hatten immerhin die schnellste Runde«, freut er sich. Und wünscht sich, ohne
den rechten Glauben, »dass es eng werden könnte«. Das sieht Kawasaki-Mann Leo Schlüter mittlerweile ebenfalls so. »Ich glaube, Aprilia macht das Rennen«, orakelt der erfolgsverwöhnte Grüne. Doch auch er hofft selbstverständlich bis zum Schluss.
Und dann beginnt das Warten. Auf die Siegerehrung, auf den feierlichen Moment. Als die Finalteilnehmer zum abschließenden Fotoshooting aufgebaut werden, ahnen viele Anwesende bereits, dass sie Zeuge eines historischen Moments sind. Aprilia in der Mitte, Kawa und Triumph links und rechts. Im Klartext: Zweizylinder schlägt Vier- und Dreizylinder. Nach Jahren, in
denen die mächtige japanische 1000er-Meute unschlagbar war, gewinnt ein europäischer Zweizylinder das Master Bike 2006. Mariano Fioravanzo ist zu Tränen gerührt. Er hat es immer gewusst. Und alle anderen wissen es spätestens jetzt: Die Mille ist ein schnelles Motorrad.

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