Foto-Show: MOTORRAD-Rätschentreffen 2005 Schön bunt hier

Foto: Gargolov
Schrille Suzuki-RG-500-Vierzylinder neben fein restaurierten Adler-MB-250-Oldtimern, in staubige Patina gehüllte Zündapp-125-Geländesportler und dazwischen blitzsaubere Rennmaschinen im Grand-Prix-Design. Garniert wurde das ganze Spektakel mit unzähligen Yamaha RD, Suzuki GT 750 und Dreizylinder-Kawasaki im makellosen Serienzustand oder, je nach Gusto, umgestrickt zum Renner, Tourer, Streetfighter oder gar zum Rat-Bike verkommen. Herz, was willst du mehr? Vor allem deshalb, weil sich diese Szene nicht auf das Zusammenpuzzeln teurer Kohlefaser- und Frästeile beschränkt, sondern mit viel Fantasie und noch mehr Leidenschaft Unikate auf die Beine stellt, die man in modernen Supersport-Kreisen vergeblich sucht.

Jedes Motorrad hat seine Geschichte, und nicht selten fanden Besitzer und Maschine erst nach einer jahrelangen Odyssee wieder zusammen. So verwundert es nicht, dass rüstige Mannsbilder im besten Alter auf zierlichen 125er- oder 250er-Zweitaktern in die Eifel radeln, vollgepackt mit Zelt und Schlafsack. „Auf der hab’ ich vor über 30 Jahren den Führerschein gemacht, wir gehören zusammen wie Pech und Schwefel“, brachte es ein grauhaariger RD-Treiber auf den Punkt.
Anzeige
Und wer seinem Goldstück die Strapazen nicht zumuten wollte, karrte das gute Stück auf dem Hänger ins alte Fahrerlager am Nürburgring. Hauptsache dabei sein, wenn die begnadeten Schrauber und Bastler vor der Winterzeit noch einmal ihre Schätze auffahren und sich von den pfiffigen Ideen der Kollegen inspirieren lassen.

Auffallend, dass viele Zweitakt-Einzelstücke in einem endlosen Prozess umgebaut, verbessert, neu lackiert, getunt und gehätschelt werden. Es gibt immer was zu tun, um der angestrebten Perfektion näher zu kommen – erreichen wird man sie in diesem Leben meist jedoch nicht mehr. Aus diesem Grund wollte die Jury bei der Prämierung der drei schönsten Klassiker nicht alles auf die Goldwaage legen und drückte bei dem einen oder anderen Detail ein Augen zu. Und so durfte Ralf Gille für seine Kawasaki Mach III den ersten Preis, einen Satz Reifen, in Empfang nehmen. Natürlich wurden auch die zum Teil brillanten Eigenbauten geadelt, bei denen Gerd Böckers’ RD 350 YPVS im Carlos-Lavado-Design vor einer Honda RS 250 und der RD 500 im Yamaha-R1/R7-Kleid auf der Pole Position stand. Schade, dass es nur einen Sieger geben kann, denn den Applaus hätte noch ein Dutzend anderer Umbauten redlich verdient. Nicht zu vergessen die deutschen Hersteller wie Maico und MZ, die in allen möglichen Varianten, mit und ohne Seitenwagen, der japanischen Übermacht gegenüber standen.
Anzeige

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel