Frage 4

BMW: Aufladung hat sich bei Motorrädern trotz mehr-
facher Versuche der Wettbewerber nicht durchsetzen können.
Die im Vergleich zu Pkw-Motoren viel höhere Dynamik von Motorradmotoren, der sehr knappe Bauraum für den Lader sowie für die notwendige Ladeluftkühlung, der Bauaufwand, das Mehrgewicht und die Kosten sprechen eindeutig dagegen. Und angesichts
von Literleistungen bis zu 200 PS, die mit Saugmotoren erreicht werden, stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit.
Ducati: Ich denke, Motorräder brauchen simplere Lösungen.
Für die Lader ist stets sehr wenig Platz. Einfacher ist es, die gleiche Leistung über einen größeren Hubraum zu gewinnen.
Honda: 1981 waren wir der Zeit wohl (zu) weit voraus, als wir
als erster Hersteller einen Turbolader speziell für kleine Hubräume entwickelt und angeboten haben. Die Entwicklung im Pkw-Bereich von Honda beweist ebenfalls, dass extrem hohe Literleistungen auch ohne Aufladung möglich sind, wie beim Pkw Honda S 2000, der aus zwei Liter Hubraum sagenhafte 250 PS mit Top-Fahr-
barkeit holt.
Kawasaki: Unsere Forschungen bezüglich zukünftiger Technik
umfassen neben Big Bang, elektronischen Systemen, Direkteinsprit-
zung oder gar Hybrid-Antrieben auch den so genannten E-Turbo-
lader, einen elektrisch angetriebenen Turbo. Doch in vielen Fällen lassen sich technische Lösungen, die im Automobilbau verwendet werden, kaum für die speziellen Eigenschaften eines Motorrads
anpassen. Dabei entsteht zumindest ein gewaltiger Bedarf an
Simulationen und Tests.
Yamaha: Wir können auch ohne Aufladung genügend Leistung
generieren. Bedenkt man weiterhin das Verhältnis zwischen Leistung, Gewicht, Kosten, Raumbedarf und anderen Faktoren, können wir wenig Vorteile von Turbolader oder Kompressor entdecken.
Und da die Fahrbarkeit eines
Motorrads eine sehr heikle Sache ist, scheinen sie
uns hier nicht angebracht.

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