Fragen an Sebastian Helmreich, Jurist des Aktionskreis Deutsche Wirtschaft (Archivversion) "Der Kunde ist nirgends sicher"

Fünf Fragen an Sebastian Helmreich, Jurist des Aktionskreis Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM), zum Umgang mit Plagiaten.

Wo werden Plagiate verkauft?
Der Verkauf von Fälschungen ist strafbar. Die Verkäufer riskieren eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Sie verkaufen Fälschungen deshalb am liebsten dort, wo sie persönlich schwer greifbar sind. Zum Beispiel im Internet oder im fliegenden Handel. Manche Händler gehen aber durchaus das Risiko ein und verkaufen Fälschungen im Ladengeschäft. Vollkommen sicher ist man als Kunde nirgends.

Wie kann man ausschließen, an Produktfälscher zu geraten?
Ausschließen kann man es nicht, aber der Kunde kann sein Risiko minimieren. Er sollte nur dort kaufen, wo der Geschäftspartner einen guten Namen zu verlieren hat. Das kann der anspruchsvolle Fachhändler sein oder der bekannte Discounter. Das gilt auch für Onlineshops. Hauptsache, man weiß, mit wem man es zu tun hat. Vorsicht bei Angeboten, die man eigentlich nicht an einem solchen Ort erwarten würde. Helme als Restposten zwischen Schuhen und Handtaschen – Finger weg!

Woran kann man eigentlich Fake-Produkte erkennen?
Manche Hersteller statten ihre Produkte mit fälschungssicheren Hologrammen oder speziellen Verpackungen aus. Das bietet allerdings nur einen Schutz gegen sehr plumpe Fälschungen. Bessere Plagiate kann der Kunde kaum erkennen. Aussagekräftiger als das Produkt selbst sind die Umstände des Verkaufsangebots. Ist der Preis ungewöhnlich niedrig, ist das leider meist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Kunden sollten sich über drei Punkte informieren: Wie sieht das Produkt im Original aus? Zu welchem Durchschnitts­preis wird es im Fachhandel verkauft? Wer verkauft normalerweise dieses Produkt?

Was sollte man tun, wenn man ein Plagiat entdeckt?
Nicht kaufen, Anzeige erstatten. Hinweise auf Fälschungen nehmen wir beim APM auch vertraulich auf unserer Webseite entgegen (www.markenpirate rie-apm.de). Die leiten wir dann an betroffene Unternehmen weiter. Auch die Verbraucherschutzzentralen bieten Hilfe.

Welche Rechte hat der Verbraucher?
Der betrogene Verbraucher hat ein Recht auf ein Original. Ihm stehen dann alle Gewährleistungsrechte zu. Je nachdem kann er ein Original verlangen,
den Kaufpreis mindern oder sein Geld zurückfordern. Ist ihm durch die Fälschung ein Schaden entstanden, muss dieser ersetzt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass der Verkäufer überhaupt greifbar ist. Gerade wegen der Ansprüche im Schadensfall ist es wichtig, sich seine Geschäftspartner gut auszusuchen.

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