Freie Fahrt mit zwei Rädern KTM patentiert Vorderradantrieb

Foto: KTM
Wie Moto Sport Schweiz berichtet, hat KTM im August dieses Jahres unbemerkt von der Öffentlichkeit ein neues Patent für ein 2WD-Offroad-Motorrad angemeldet. Es handelt sich um eine Enduro bzw. einen Crosser mit konventionellem Verbrennungsmotor und einem Radnabenmotor im Vorderrad. Auf der Homepage des Europäischen Patentamts lassen sich in einer Datenbank angemeldete Patente online einsehen:

"Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit mindestens einem mittels eines Elektromotors antreibbaren Vorderrad und mindestens einem antreibbaren Hinterrad sowie einer das Vorderrad und Hinterrad mit Antriebsenergie versorgenden Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1."
Anzeige
Grundsätzlich ist der so genannte Two-Wheel-Drive (2WD) nichts Neues bei Motorrädern. So präsentierte Yamaha bereits vor mehreren Jahren eine WR 450 F 2-Trac, bei der ein Hydraulik-System von Öhlins für Vortrieb an der Front sorgte.

Auf einen Elektroantrieb zu setzen ist jedoch neu. Und bringt Vorteile. Etwa das für E-Motoren typische hohe Anfahrdrehmoment, das den Stillstand des Vorderrads verhindern kann, wenn es auf ein größeres Hindernis, etwa in unwegsamem Gelände trifft. Laut Moto Sport Schweiz ist das Trickreiche am Patent der Österreicher jedoch nicht, dass das Motorrad neben dem Verbrennungs- noch einen Elektromotor spazieren fährt. Sondern, dass KTM auf einen modifizierten und wassergekühlten Startergenerator setzt, der neben dem Bordnetz auch den Vorderrad-Radnabenmotor versorgen soll. Dies setzt zwei Stromnetze an Bord voraus: Eines für die gesamte Elektrik an Bord und eines für den Motor am Vorderrad.

KTM hat noch weiter getüftelt: Nicht nur dass ein weiterer Radnabenmotor am Hinterrrad denkbar ist, sondern auch ein Zusammenspiel der Drehzahl von Vorder- und Hinterrad wären möglich. Bei Schlupf am Heckantrieb, könnte die Drehzahl des Frontantriebs so angepasst werden, dass der Hinterreifen schnellstmöglich wieder Grip hat. Auch ein Sensor zur Drehmomentregelung am Vorderrad ist denkbar, die beispielsweise bei Hindernissen im Gelände die Power an der Front kurzzeitig hochschraubt. Laut Patentschrift ist von einem Antriebsmoment von 250 Newtonmetern die Rede.

Spannend und innovativ sind vermutlich die Worte, die KTMs Ideen am Besten beschreiben. Doch bis ein österreiches Allrad-Motorrad auf den Straßen zu finden sein wird, dürfte es wohl noch ein wenig dauern – wenn überhaupt. Denn bislang handelt es sich schließlich nur um ein Patent.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel