Friedel Münch Porträt eines einzigartigen Motorradhersteller

Foto: fact
1966 stellte Friedel Münch die Urversion der Münch-4 vor. Er hatte das stärkste Serienmotorrad der Welt bauen wollen und das war ihm gelungen. Der Zweiradmechaniker-Meister konstruierte und fertigte nahezu das komplette Motorrad rund um den Vierzylinder selbst. Zunächst mit ein paar Mitarbeitern in einer kleinen Motorradwerkstatt im oberhessischen Niederflorstadt, später in einem größeren Betrieb in Altenstadt.

Die Produktion war nicht billig und Münch immer wieder auf finanzkräftige Investoren angewiesen: zunächst den Amerikaner Floyd Clymer und später George Bell, dann die hessische Verpackungsfirma Hassia. Keiner hielt wirklich durch, am Schluss stand Friedel Münch allein mit einem Berg Schulden da. 1973 musste er Konkurs anmelden. Der Frankfurter Unternehmer Heinz W. Henke übernahm das Werk und die Namensrechte und baute die Münch modifiziert weiter.

Nach kurzer Zeit als Angestellter bei Henke machte sich Friedel Münch erneut selbständig. Unter dem Markennamen Horex entstanden nun noch riesigere Motorräder um den immer stärker aufgepäppelten NSU-Vierzylinder: 1400 TI Turbo, Titan 1800, Titan 2000. Kunden fanden sich indessen nur wenige. Hauptsächlich wartete Münch seine einstigen Maschinen und erledigte Auftragsarbeiten für umliegende Industriebetriebe.

1991 erlitt er mit 64 Jahren einen Schlaganfall, von dem er sich nur schwer erholte. Beratend verfolgte er das letzte große Projekt unter seinem Namen, die Münch 2000, die der Würzburger Unternehmer Thomas Petsch 2001 auf die Räder stellte. Auch dieser Versuch scheiterte. Seinen Lebensabend widmet Friedel Münch nun seinem Motorenmuseum im oberhessischen Laubach nahe des Schottenrings, das er in seiner letzten Werkstatt eingerichtet hat. 2003 erteilte im die Gemeinde Altenstadt die Ehrenbürgerschaft.

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