Funbike-Vergleich (Archivversion)

Motor
Der Dreizylinder der Triumph überzeugt auf der ganzen Linie. Ansprechver-halten, Elastizität und obendrein auch noch der Sound lassen keine Wünsche offen. Erst mit Respektabstand folgt der V2 von KTM, der mit satter Spitzenleistung, Biss und Spritzigkeit begeistert. Einziges Manko bleiben die harten Lastwechsel-reaktionen. Brav zeigt sich der Yamaha-Twin. Die Freude über den kultivierten Motorlauf und die einfache Beherrschbarkeit werden allerdings vom etwas zahmen Antritt aus dem Drehzahlkeller getrübt. Dem 650er-Kawasaki-Zweizylinder fehlt in diesem Vergleich schlicht und einfach Hubraum. So büßt die Versys ihre Punkte ausschließlich in den Fahrleistungen ein.
Sieger Motor: Triumph

Fahrwerk
Keine Frage, KTM weiß, wie man Fahrwerke baut. Satte Straßenlage, exzellent arbeitende Federung mit großen Dämpfungsreserven und eine hervor-ragende Handlichkeit lassen sie zum unbestrittenen Chef im Ring avancieren. Und wer hätte das gedacht: Platz zwei geht an die Kawasaki. Vor allem das spielerische Handling gehört zur starken Seite der Versys. Nur knapp dahinter rangiert die im Fahrwerksbereich unauffällige Triumph. Ihrem gutmütigen Charakter entsprechend brilliert die Yamaha mit sehr komfortabler Federungsabstimmung, die den Einsatz der TDM auf Reisen oder im Alltag angenehm gestalten. Mit schwerfälligerem Handling und diffuser Rückmeldung muss die TDM trotzdem Federn lassen.
Sieger Fahrwerk: KTM

Alltag
In Sachen Alltagswertung liefert sich das Quartett ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Während die Kawasaki den gemeinsamen Spitzenplatz mit der Triumph vor allem ihrer stattlichen Reichweite (475 Kilometer) zu verdanken hat, profitiert die Tiger von ihrer Homogenität, die von einer geglückten Fahrer-Ergonomie und einer ebenfalls ordentlichen Reichweite untermauert wird. Ausgeglichen präsentiert sich die Yamaha, deren Schwachpunkt jedoch die gestreckte Fahrerposition ist. Quasi zum Ausgleich fühlt sich die Sozia auf der TDM am wohlsten. Dass eine KTM – und sei es selbst eine touristisch ausgerichtete wie die SM T – ihre Stärken nicht im Alltagsbetrieb hat, ist nichts Neues. Immerhin: Sitzposition und Verar-beitung liegen auf erstklassigem Niveau.
Sieger Alltag: Kawasaki/Triumph

Sicherheit
Hätte die KTM ein ABS, wären die Verhältnisse klar. Denn die KTM-Stopper gehören zum Besten, was derzeit angeboten wird. Doch so hangelt sich die Triumph Tiger, die wie die Versys und TDM serienmäßig mit einem gut funktionierenden ABS ausgestattet ist, an die Spitzenposition. Erfreulich bei der TDM: Die Kombination aus schmalem 160er-Hinterreifen und ungewöhnlich dimensioniertem 18-Zoll-Vorderradpneu eliminiert das Aufstellmoment völlig.
Sieger Sicherheit: Triumph

Kosten
Inspektionsintervalle von 6000 kilometer (Kawasaki) oder 7500 Kilo-meter (KTM) sind zwar nicht mehr zeitgemäß, dennoch schont letztlich die Versys die Brieftasche durch ihren geringen Verbrauch am effektivsten.
Sieger Kosten: Kawasaki

Sieger Preis-Leistung: Kawasaki
Wie so oft: Die 600er-Klasse bietet mit moderner Technik bei moderatem Preis am meisten Motorrad fürs Geld.

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