Gebrauchtberatung 3000-Euro-Bikes (Archivversion) Der Vorhang fällt

Vier Redakteure und ihre Traummaschine für 3000 Euro. Nach neun Monaten ist für die Bikes die Saison gelaufen. Beim letzten gemeinsamen Auftritt wird Bilanz gezogen: Für wen hat sich der Traum erfüllt, wer steigt desillusioniert ab?

Bevor die Scheinwerfer erlöschen, drehen wir das Rad noch einmal kurz zum ersten Akt der Aufführung zurück: Im Frühjahr 2008 machten sich vier Redakteure auf die Suche nach ihrem Traummotorrad. Viel mehr als 3000 Euro sollte es nicht kosten. Schnell stand die Besetzungsliste mit BMW R 1100 RS, Honda Africa Twin, Suzuki Bandit 1200 und Triumph Daytona T595 fest. Beim Schlussakt im Scala in Ludwigsburg, auf der Bühne des historischen Theaters mit seiner wechselvollen Vergangenheit (www.scala-ludwigs-burg.de), dürfen sich die vier Traummaschinen mit ebenso wechselvoller Historie nun noch einmal richtig in Szene setzen. Blitz-blank gewienert stehen sie im Rampenlicht, manch eine könnte ob ihrer Optik als ladenneu gelten. Und doch: Zehn Jahre oder mehr haben sie auf dem Buckel, viele die 50000er-Marke bereits weit hinter sich gelassen. Dass die letzten Monate zu den härtesten ihrer Karriere zählten, sieht man ihnen nicht an. Jeden Abend gab MOTORRAD-Fuhrparkchef Rainer Froberg ihre Schlüssel aus. Das Repertoire in den Fahrtenbüchern ist beachtlich. Sie dienten als Testmaschinen, begleiteten die Unterwegs-Redakteure auf zahlreichen Touren, meisterten tagelange Dienstreisen im In- und Ausland genauso wie den alltäglichen Weg von der Haustüre ins Büro. Zusammen stemmten sie dabei eine Laufleistung von knapp 45000 Kilometern. Das ist ordentlich.

Natürlich gab es Ausfälle. Allen voran bei der Triumph T595. Immerhin hat der Triple die Attraktivitätswertung trotz der größten Ausfallzeiten klar für sich entscheiden können. Nicht viel besser fällt die Schadensbilanz bei der Africa Twin aus, die ihren Nimbus als allzeit zuverlässiges und nahezu unkaputtbares Reisemobil einbüßte. Nach reiner Faktenlage haben sich die beiden eher unscheinbaren Modelle Suzuki GSF 1200 Bandit und BMW R 1100 RS als bessere Wahl erwiesen: hohe Laufleistung gepaart mit geringen Ausfällen und niedrigen Kosten. Da muss sich der Kauf gelohnt haben, oder? Doch Motorradfahrer gehen kaum mit der Akribie eines Wirtschaftsprüfers ans Beurteilen. Das Bauchgefühl kann so manchen Rechnungsbetrag wieder glatt bügeln.

Deshalb, Bühne frei, auf zum letzten Akt: Welches 3000-Euro-Bike bekommt am Schluss den meisten Applaus?

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel