Gebrauchtberatung Big Bikes (Archivversion)

Schub-Karren

Dank Leistung satt, Druck in allen Lebenslagen und stabilem Fahrwerk lässt sich mit diesen Big Bikes bequem über die Bahn fliegen. Auch stundenlanges Landstraßenbügeln ist mit ihnen ein Genuss. Dass ihre hubraumstarken Vierzylinder-Motoren bei regelmäßiger Wartung dabei locker 50000, 100000 oder noch mehr Kilometer schaffen, macht sie für Gebrauchtkäufer besonders interessant. Doch welches Motorrad passt zu welchem Typ, und wie dick muss das Portemonnaie sein? Außerdem erfährt der Kaufinteressent, wie sich die einzelnen Modelljahre voneinander unterscheiden und wo deren Stärken und Schwächen liegen.

Dank Leistung satt, Druck in allen Lebenslagen und stabilem Fahrwerk lässt sich mit diesen Big Bikes bequem über die Bahn fliegen. Auch stundenlanges Landstraßenbügeln ist mit ihnen ein Genuss. Dass ihre hubraumstarken Vierzylinder-Motoren bei regelmäßiger Wartung dabei locker 50000, 100000 oder noch mehr Kilometer schaffen, macht sie für Gebrauchtkäufer besonders interessant. Doch welches Motorrad passt zu welchem Typ, und wie dick muss das Portemonnaie sein? Außerdem erfährt der Kaufinteressent, wie sich die einzelnen Modelljahre voneinander unterscheiden und wo deren Stärken und Schwächen liegen.
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Honda CBR 1100 XX (Archivversion)

Modellgeschichte
Die magische Schallmauer von 300 km/h hat das
in seinem Erscheinungsjahr 1996 stärkste Großserienmotorrad zwar nicht durchbrochen, mit gut über 280 km/h war die CBR 1100 XX dennoch
das schnellste Bike auf dem Markt. Allerdings nicht
in der offiziell ausgelieferten 98-PS-Version. Erst
164 PS, die mittels eines Steuergeräts (das als
Ersatzteil inzwischen 340 Euro kostet) mobilisiert wurden, ermöglichten diese Geschwindigkeitsdimension. Wobei fast alle mit dem Beinamen Blackbird (zu deutsch: Amsel) versehene Doppel-X in der leistungsstarken Variante übers Land flattern. Die Überarbeitung zur Saison 1999 brachte als wichtigste Neuerung eine Einspritzanlage samt geregeltem Katalysator mit sich. Mit offiziell 150
PS stand die CBR weiterhin gut im Futter, hielt
sich aber aus dem Leistungswettstreit mit Suzuki Hayabusa und Kawasaki ZX-12R heraus.
Die Kinderkrankheiten des Vergasermodells, als
da wären eine etwas zu straff abgestimmte
Telegabel, eine beim Gangwechsel gelegentlich rupfende Kupplung und die nicht immer homogene Leistungsabgabe, verschwanden mit Erscheinen der Einspritzvariante. Die Gabel ist zwar weiter-
hin nicht einstellbar, dafür passt nun die Grundabstimmung. Die Kupplung der Honda wurde aus einem anderen Werkstoff gefertigt und erhielt zwei zusätzliche Reibscheiben. Nach wie vor umständlich gestaltet sich die Verstellung des Federbeins, dessen Federbasis sich lediglich mit Verrenkungen justieren lässt.
Immer wieder erstaunlich ist für Honda-Neulinge
die Handlichkeit der vollverschalten 1100er. Trotz gut fünf Zentner Fahrgewicht lässt sie sich spielend leicht und absolut zielgenau dirigieren. Das Honda-eigene Dual-CBS- Bremssystem – bei dem grundsätzlich vorn und hinten gebremst wird, unabhängig davon, ob Bremshebel oder -pedal betätigt werden – überzeugt darüber hinaus mit effektiven Verzögerungswerten.
Die im Serientrimm schon äußerst tourentaugliche Maschine lässt sich mit einer höheren Zubehörscheibe etwa von JF Motorsport, Telefon 06002/
910391, für 109 Euro und einem höheren Superbike-Lenker beispielsweise von Stauch, Telefon 0711/701918, für rund 550 Euro (Teilekosten)
vor allem für groß gewachsene Besitzer noch mehr auf »Reise« trimmen.
Marktsituation
Die Vergaserversionen sind nicht nur wegen ihres höheren Alters wesentlich günstiger als die umweltfreundlicheren Einspritzmodelle mit G-Kat. Insgesamt laufen noch rund 10000 Doppel-X (davon etwa 3000 Stück mit Vergaser) in Deutschland.
Das Angebot an Gebrauchtmaschinen ist dementsprechend riesig und beginnt bei etwas über 3000 Euro für Blackbirds mit sichtbaren Gebrauchsspuren. Wer »vernünftige« Ware möchte, erhält ab etwa 6000 Euro Doppel-X der Baujahre 2000 bis 2002 mit weniger als 30000 Kilometer Laufleistung. Vollausgestattete, noch jüngere Modelle kosten wesentlich mehr – teilweise über 10000 Euro.
Besichtigung
Der Motor hält bei regelmäßiger Wartung locker 100000 Kilometer. Nennenswerte Schwächen sind nicht bekannt. Hat der Verkäufer ein lückenloses Scheckheft vorzuweisen, kann man sich bei der
Besichtigung neben der obligatorischen Probefahrt getrost auf Äußerlichkeiten sowie den Verschleißzustand der Fahrwerkskomponenten beschränken, an denen hohe Laufleistungen naturgemäß ihre Spuren hinterlassen.
1996 Markteinführung
1997 Ungeregelter Katalysator
1999 150 PS, Einspritzung, geregelter Drei-Wege-
Katalysator mit Sekundärluftsystem, neues Rücklichtdesign, 24-Liter-Tank, Bremsscheiben mit sieben statt bisher sechs Floatern
2001152 PS, höhere Verkleidungsscheibe, neue Instrumente

9/2005 (VT), 16/2003 (VT), 10/2002 (VT),
16/ 2001 (KV), 8/2001 (VT), 6/2001 (GK), 9/2000 (VT), 8/1999 (VT), 2/1999 (T), 14/1998 (VT), 9/1997 (VT), 22/1996 (VT), 20/1996 (T)
Internet: www.super-blackbird.de

Technische Daten Honda CBR 1100 XX (Archivversion)

Motor
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Vergaser, kontaktlose Transistorzündung, keine Abgasreinigung, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 79 x 58 mm
Hubraum 1137 cm3
Nennleistung
121 kW (164 PS) bei 10000/min
Max. Drehmoment
125 Nm bei 7300/min


Fahrwerk
Brückenrahmen aus Aluminium,
Telegabel, Zweiarmschwinge aus Alu-
minium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Verbundbremssystem, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 310 mm, Scheibenbremse hinten,
Ø 256 mm, Reifen 120/70 ZR 17 vorn, 180/ 55 ZR 17 hinten.


Maße und Gewichte
Radstand 1490 mm, Lenkkopfwinkel 65 Grad, Nachlauf 99 mm, Federweg v/h 120/120 mm, Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht vollgetankt* 254 kg, Zuladung* 184 kg, Tankinhalt 22 Liter.
messungen
(MOTORRAD 20/1996)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 284 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 3,0 sek
Durchzug
60–140 km/h 9,7 sek

Verbrauch
6,6 l/100 km (Landstraße) Normal

Kawasaki ZZ-R 1200 (Archivversion)

Modellgeschichte
Im Grunde genommen ist die 2002 erschienene Kawasaki ZZ-R 1200 nur die konsequente Weiterentwicklung der bereits 1990 vorgestellten ZZ-R 1100. Zugegeben, die 1200er hat tief greifende Modifikationen über sich ergehen lassen müssen – insbesondere an der komplett neuen Verkleidungsfront mit ihren vier Scheinwerfern zu erkennen –, doch in den Grundzügen blieb das Konzept erhalten.
So saugt die Kawa den Kraftstoff nach wie vor durch Vergaser, besitzt weiterhin das altbekannte, wenn auch modifizierte Ram-Air-System, das in der 1100er Weltpremiere im Motorrad-Serienbau gefeiert hatte. Während der relativ kurzen Bauzeit von 2002 bis 2005 gab es außer einem Dauer-Fahrlicht und geänderten Bremsscheiben keine nennenswerte Modellpflege. Überzeugend absolviert die ZZ-R 1200 die Prüfkriterien Windschutz und Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Langsame und besonders enge Kurven liegen ihr hingegen nicht. Das hohe Eigengewicht und die unsensible, straffe Gabel lassen sie etwas steif ums Eck biegen. Anlass zur Kritik bietet auch die für einen Sporttourer mit 175 Kilogramm deutlich zu gering ausgefallene Ladekapazität, die bei einer Urlaubsfahrt zu zweit wenig bis keinen Spielraum für Gepäck lässt. Vorbildlich wiederum das zwar etwas knochige, aber präzise zu schaltende Sechsganggetriebe, dessen letzte Fahrstufe außerhalb des Ortsschilds völlig ausreicht. Ungewöhnlich, jedoch sehr praktisch: Trotz Benzinuhr im vollausgestatteten Cockpit besitzt die ZZ-R einen in den linken Rahmenzug integrierten manuellen Benzinhahn. Wer also mal vor lauter Verzückung beim Fahren die Uhr aus den Augen verliert, wird durch den sprotzenden Motor wachgerüttelt und erreicht dennoch die nächste Tanke.
Marktsituation
Gebrauchte ZZ-R 1200 finden sich relativ selten in den Kleinanzeigen – wen wundert’s, bei einem Bestand von nur knapp über 2000 Stück. Mehr war
in lediglich vier Verkaufsjahren nicht unters Volk zu bringen. Von der Vorgängerin ZZ-R 1100 sind rund viermal so viel unterwegs. Außerdem trennen sich die Besitzer meist nicht gern von ihrer 1200er. Es sei denn, dass sie sich die 2006 auf den Markt gekommene, wesentlich modernere und mit nominell 190 PS viel potentere Nachfolgerin ZZR 1400 zulegen wollen. Eventuell eine Chance, einigermaßen günstig an die 1200er zu kommen. Laut Schwacke-Liste kosten selbst Modelle von 2002 mit über 40000 Kilometer Laufleistung gut über 6000 Euro. Tatsächlich lassen sich in den Anzeigen durchaus schon ab 5000 Euro gebrauchte ZZ-R finden.
Topgepflegte Exemplare des letzten Baujahrs 2005 mit nur rund 10000 Kilometern auf der Uhr kosten hingegen noch bis zu 9000 Euro.
Besichtigung
Typische Schwachstellen? Fehlanzeige. Selbst
erfahrenen Kawasaki-Vertragshändlern ist nichts
bekannt. Wenn überhaupt Probleme auftreten,
dann sind mangelnde Pflege oder falsche Bedienung die Ursache. Diese Vermutung liegt auch nahe, wenn sich der Ölstand des Gebraucht-Bikes am oder gar unter dem Minimum befindet. Auf langen Autobahnetappen kann es aufgrund mangelnder Schmierung zu schweren Folgeschäden kommen – oder vielleicht schon gekommen sein. Der Pflege-zustand sollte deshalb ebenso wie das Service-Scheckheft tadellos sein. Bei regelmäßiger Wartung spult die ausgereifte ZZ-R 1200 problemlos weit über 50000 Kilometer ab.
2002 Markteinführung
2003 Automatische Tageslichtfunktion;
zwei Millimeter dickere Bremsscheiben mit geändertem Lochmuster; Euro-2-Abgas-
norm; offizielle Schreibweise jetzt ZZR 1200
(statt ZZ-R 1200)
22/2004 (KV), 22/2002 (TT), 10/2002 (VT), 8/2002 (FB)
Internet: www.zx-zzr-ig.de

Technische Daten Kawasaki ZZ-R 1200 (Archivversion)

Motor
Wassergekühlter Vierzylinder-Vier-
takt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Vergaser, kontaktlose Transistorzündung, ungeregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 79 x 59,4 mm
Hubraum 1165 cm3
Nennleistung
112 kW (152 PS) bei 9800/min
Max. Drehmoment
124 Nm bei 8200/min

Fahrwerk
Brückenrahmen aus Aluminium, Telegabel, verstellbare Federbasis, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstell-
bare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn,
Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten,
Ø 250 mm, Reifen 120/70 ZR 17 vorn, 180/55 ZR 17 hinten.

Maße und Gewichte
Radstand 1505 mm, Lenkkopfwinkel 65 Grad, Nachlauf 104 mm, Federweg v/h 120/112 mm, Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht vollgetankt* 276 kg, Zu-
ladung* 175 kg, Tankinhalt 23 Liter.
messungen
(MOTORRAD 22/2002)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit2 275 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 2,7 sek
Durchzug
60–140 km/h 8,1 sek

Verbrauch
6,7 l/100 km (Landstraße) Normal

Suzuki GSX 1300 R Hayabusa (Archivversion)

Modellgeschichte
Der Jagdfalke – so die Übersetzung von Hayabusa – bereichert seit 1999 den Motorradmarkt. Die Suzuki war die erste Großserienmaschine, die echte 300 km/h lief. Der Motor leistet gewaltige 175 PS, gibt seine Power jedoch erstaunlich unspektakulär ohne urplötzliche Leistungsexplosion ab. Die beeindruckende Kraftentfaltung beginnt bereits ab Leerlaufdrehzahl und scheint während des Hochdrehens nie enden zu wollen. Das superstabile Fahrwerk gerät dabei zu keiner Zeit in Verlegenheit, die Suzuki zieht wie auf Schienen ihre Bahn. Die einzigen Kinderkrankheiten des ersten Modelljahrs waren anfällige Steuerkettenspanner – die ab Fahrgestellnummer JS1A200103971 modifiziert und bei allen betroffenen älteren Fahrzeugen im Rahmen einer Rückrufaktion getauscht wurden – und die etwas anfällige Kupplung. Sie erhielt ab dem Modelljahr 2000 serienmäßig stärkere Federn. Ein weiteres Jahr später beschränkten die Japaner die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 295 km/h, 2002
installierten sie einen geregelten Katalysator. Kräftemäßig könnte die 1300er theoretisch zwar locker drei oder vier Personen transportieren, doch vom Platzangebot wird’s bereits für einen Beifahrer knapp und wenig komfortabel. Letzteres gilt für den Fahrer beim Windschutz hinter der extrem lang gezogenen, flachen Scheibe. Nur flach über dem Tank zusammengefaltet, kann man dem Winddruck entgehen. Wer aufrecht sitzend Entlastung sucht, muss sich zwangsläufig eine Nachrüstscheibe aus dem Zu-
behör zulegen. Den besten Eindruck im großen MOTORRAD-Vergleichstest in Ausgabe 6/2004 hinterließ das 119,90 Euro teure Vario-Touren-Modell von MRA, Telefon 07663/93890. Damit arten auch längere Autobahnfahrten auf der Hayabusa nicht zum unfreiwilligen Fitnesstraining für den Oberkörper und den Nackenbereich aus.
Marktsituation
Das Kraftfahrt-Bundesamt verzeichnet rund 8000 Hayabusa auf deutschen Straßen – entsprechend viele sind auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Bei knapp 5000 Euro geht’s los. Wer echte 300 km/h erleben möchte, muss sich für ein Angebot der ersten beiden Baujahre entscheiden. Umweltbewusste Fahrer wählen eher die ab etwa 7000 Euro erhältlichen G-Kat-Modelle ab Baujahr 2002.
Besichtigung
Zunächst lohnt ein Blick auf die großflächigen Verkleidungsteile. Verräterische Kratzspuren und Risse an den Haltepunkten zeugen von Bodenkontakt. Auch hinter die Schale gucken um Ölundichtigkeiten des Motors aufzuspüren. Besonders stark belastet ist das Lenkkopflager, das auf die oft unfreiwilligen Beschleunigungs-Wheelies mit auffällig großem Lagerspiel reagiert. Knackende Geräusche bei Fahrbahnunebenheiten sind hingegen noch kein Grund zur Beunruhigung. Weiterer Prüfpunkt: die Bremsanlage. Pulsiert bei langsamer Fahrt und leichter Verzögerung der Bremshebel, sind die durch Vollbremsungen aus hohen Geschwindigkeiten stark belasteten Bremsscheiben verzogen. Wenn außerdem auf der Probefahrt das ohnehin schlecht schaltbare Getriebe fast gänzlich seinen Dienst verweigert, sind wahrscheinlich die Schaltklauen verschlissen. Die Reparatur ist teuer, darum besser Finger weg von diesbezüglich auffälligen Gebrauchtangeboten.
1999 Markteinführung
2000 Stärkere Kupplungsfedern
2001 Höchstgeschwindigkeit elektronisch
auf 295 km/h begrenzt; neue Instrumente
mit Digitaltacho
2002 Geregelter Katalysator
2004 Offizielle Schreibweise lautet jetzt
Hayabusa 1300 (statt GSX 1300 R Hayabusa)

12/2006 (VT), 9/2005 (VT), 22/2004 (KV), 16/2003 (VT), 19/2002 (GK), 9/2002 (VT), 8/2001 (VT), 15/2000 (LT), 9/2000 (VT),
8/1999 (VT), 5/1999 (FB)
Internet: www.hayabusa.de

Technische Daten Suzuki GSX 1300 R Hayabusa (Archivversion)

Motor: Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Motormanagement, ungeregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 81 x 63 mm
Hubraum 1299 cm3
Nennleistung
129 kW (175 PS) bei 9800/min
Max. Drehmoment
138 Nm bei 7000/min

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Aluminium, Upside-down-Gabel, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, Reifen 120/70 ZR 17 vorn, 190/50 ZR 17 hinten.

Maße und Gewichte: Radstand
1485 mm, Lenkkopfwinkel 65,8 Grad, Nachlauf 97 mm, Federweg v/h 120/
140 mm, Sitzhöhe* 820 mm, Gewicht vollgetankt* 251 kg, Zuladung* 179 kg, Tankinhalt 22 Liter.
messungen
(MOTORRAD 8/1999)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit² 300 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 2,7 sek
Durchzug
60–140 km/h 7,6 sek

Verbrauch
6,2 l/100 km (Landstraße) Normal

Yamaha FJR 1300 (Archivversion)

Modellgeschichte
Yamaha, mit den XJ- und FJ-Modellen im Tourensegment seit langem bestens vertreten, beglückte 2001 die Reisefraktion mit der FJR 1300. Platz genug für zwei, ein guter Windschutz hinter der während der Fahrt elektrisch verstellbaren Scheibe, ein wartungsarmer Kardanantrieb und ein bulliger Motor machen aus der bereits äußerlich beeindruckend schnittigen Yamaha einen Tourer par excellence. Kritik gab’s von Anfang an für einen fehlenden sechsten Gang – im fünften dreht der Vierzylinder bei flotter Autobahnfahrt unangenehm
hoch – und für die bei sehr sportlicher Fahrweise etwas zu gering ausgefallene Schräglagenfreiheit.
2003 verbesserten das lang ersehnte ABS (Modellbezeichnung FJR 1300 A) und weitere sinnvolle Modellpflege (siehe ganz rechts) die Reisetaug-
lichkeit weiter, ab 2004 gehörte ein perfekt ans Fahrzeugheck angepasstes Koffersystem zur Serienausstattung.
Ein besonderer Clou folgte zur Saison 2006: Parallel zur ohnehin stark verbesserten Grundversion (neue, variable Verkleidung, verstellbarer Lenker und Sitzbank, längere Gesamtübersetzung, Verbundbremssystem) erschien das AS-Modell mit halbauto-
matischem Getriebe für satte 2000 Euro Aufpreis. Der Kupplungshebel entfällt, die Gangwechsel erfolgen entweder per Fußhebel oder per Schaltwippe am linken Lenkergriff. Auch ohne diese »Spielerei« vereint die FJR so ziemlich alles, was einen Tourer auszeichnet.
Marktsituation
Die FJR gehört zu den beliebtesten Sporttourern, was etwa 11500 zugelassene Maschinen (Tendenz steigend) eindrucksvoll untermauern. Das Angebot an Gebrauchten ist verhältnismäßig groß, wenn auch viele Vorbesitzer horrende Preise verlangen. Unter 6000 Euro geht fast gar nichts, außer, es handelt sich um äußerlich stark angeschraddelte Maschinen der ersten beiden Baujahre. Für die gefragtere
ABS-Version ab 2003 müssen Interessenten gar 8500 Euro aufwärts hinblättern. Die ab 2006 an-
gebotenen AS-Modelle mit halbautomatischem
Getriebe schlagen noch mit mindestens 14000 Euro zu Buche, spielen aber weder bei den Neuzulas-sungen noch auf dem Gebrauchtmarkt eine Rolle.
Besichtigung
Wie mittlerweile bei fast allen großen japanischen Vierzylindern müssen sich Kaufinteressenten motorseitig nicht sorgen. Auch die Kupplung sollte bei
artgerechtem Einsatz wenigstens 75000 Kilometer schadlos überstehen. Ließ der Vorbesitzer jedoch öfter mal bei Ampelstarts den Hebel halb gezogen, setzt das gewaltige Drehmoment den Lamellen und Stahlscheiben arg zu. Das macht sich auf der Probefahrt beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen durch einen übermäßig hochdrehenden Motor (ohne entsprechende Geschwindigkeitszunahme) bemerkbar. Zu den Prüfpunkten im Stand gehört der Kardan, dessen Wellendichtringe gelegentlich lecken. Außerdem empfiehlt es sich, die durch das hohe Gewicht der FJR stark belasteten Lager (Lenkkopf, Räder, Schwinge) auf übermäßiges Spiel zu prüfen.
2001 Markteinführung
2003 Modell FJR 1300 A mit serienmäßigem ABS; vordere Blinker in Verkleidung integriert;
40 Millimeter höhere Verkleidungsscheibe; zusätzliches Staufach in der Verkleidung; Bremsscheibendurchmesser vorn jetzt 320 Millimeter; Federelemente komfortabler abgestimmt
2004 Koffersystem serienmäßig; neue Kraftstoffpumpe mit integriertem Druckregler
2006 Variable Seitenverkleidung; verstellbarer Lenker und Sitzbank; 2,7 Prozent längere Gesamtübersetzung; Verbundbremssystem; parallel als Modell FJR 1300 AS mit halbautomatischem Getriebe erhältlich
25/2006 (KV), 15/2006 (VT), 6/2006 (T),
15/2005 (GK), 11/2005 (VT), 22/2004 (KV),
18/2004 (KV), 16/2004 (KV), 23/2003 (LT/100000 km), 16/2003 (VT), 13/2003 (VT), 6/2003 (T), 16/2002 (VT), 14/2002 (VT), 10/2002 (VT), 7/2002 (VT), 20/2001 (VT), 16/2001 (KV), 11/2001 (VT), 9/2001 (TT)


Internet: www.fjr-1300.de

Technische Daten Yamaha FJR 1300 (Archivversion) - Techni

Motor: Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende, kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Motormanagement, geregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Fünfganggetriebe, Kardan.
Bohrung x Hub 79 x 66,2 mm
Hubraum 1298 cm3
Nennleistung
106 kW (144 PS) bei 8000/min
Max. Drehmoment
134 Nm bei 7000/min

Fahrwerk: Brückenrahmen aus Aluminium, Telegabel, verstellbare Federbasis, Zug- und Druckstufendämpfung, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 298 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 282 mm, Reifen 120/70 ZR 17 vorn, 180/55 ZR 17 hinten.

Maße und Gewichte: Radstand
1515 mm, Lenkkopfwinkel 64 Grad, Nachlauf 109 mm, Federweg v/h 135/
120 mm, Sitzhöhe* 800 mm, Gewicht vollgetankt* 275 kg, Zuladung* 201 kg, Tankinhalt 25 Liter.
messungen
(Motorrad 9/2001)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung
0–100 km/h 2,9 sek

Durchzug
60–140 km/h 7,9 sek

Verbrauch
5,7 l/100 km (Landstraße) Normal

Kaufempfehlung (Archivversion)

Die Honda ist auf dem Gebrauchtmarkt nicht nur am häufigsten vertreten, sondern bietet außerdem den günstigsten Einstieg
in die Oberklasse. Vor allem die ersten Baujahre mit Vergaser finden sich schon ab 3000 Euro. Unbedingt auf Eintragung der
offenen Leistung achten. Doppel-X mit Einspritzung stehen wesentlich höher im Kurs. Wer mit Sack und Pack auf Tour gehen will, stößt aufgrund geringer Zuladung an Grenzen. Alleinreisende indes finden einen zuverlässigen, wertstabilen Sporttourer, der sich trotz seines hohen Gewichts äußerst handlich gibt.
Allein schon wegen der geringen Zulassungszahlen ist die 1200er das Mauerblümchen in diesem Quartett. Angebote stehen außerdem nicht lange auf dem Hof – die ZZR ist aufgrund ihrer
absoluten Zuverlässigkeit sehr
gefragt. Reisen zu zweit mit viel Gepäck verhindert die zu geringe Zuladung. Außerdem liegen
der Kawa enge, winklige Strecken nicht besonders, dazu ist sie
zu störrisch. Auf gut ausgebauten Landstraßen und auf der Autobahn dagegen fühlt sie sich wohl und bietet dem Fahrer bereits serienmäßig einen tollen Windschutz.
Tacho bis 340 und echte
300 km/h Spitze – das bieten
nur Hayabusa bis Baujahr 2000. Ein Muss für Speed-Freaks. Neuere Modelle regeln kurz vor dieser Schallmauer ab. Die Sitzposition ist recht sportlich und passt für Fahrer von 1,60 bis zwei Meter. Mit Windschutz kann die Suzuki nicht dienen. Ebensowenig mit Komfort für Mitfahrer. Insofern ist die geringe Zuladung stimmig. Die 1300er ist eine reine Fahrmaschine für Autobahn- und Landstraßenhatz, was der vor Kraft strotzende Motor mit jeder Umdrehung eindrucksvoll beweist.
Wer nur auf Autobahnbolzen steht, liegt mit der FJR 1300 falsch. Zwar rennt sie 250 km/h, dreht aber im letzten, fünften Gang schon ab 200 km/h unangenehm hoch. Das üppige Platzangebot für Fahrer und Beifahrer sowie die gelungene Ergonomie und Handlichkeit passen per-
fekt für Landstraßen jeder Art.
Zusammen mit der hohen Zu-
ladung, dem wartungsarmen Kardanantrieb, der elektrisch
verstellbaren Verkleidungsscheibe und dem drehmomentstarken Motor ergibt sich daraus ein komfortabler Untersatz für (Paar-)Reisende.

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