Gebrauchtberatung: billige, kleine Viertakter (Archivversion)

Kost’ fast nix

Nur weil etwas aus der Mode ist, muss es nicht gleich völlig out sein. Im Gegenteil: Ist der Nutzen hoch, der Preis aber unten, lohnt der Kauf von unmodischen Dingen wie kleinen Viertaktern.

Das schwarzweiße, bebömmelte Pa-lästinenser-Tuch, modisches Relikt der Achtziger und frühen Neunziger, ist heutzutage bestenfalls noch im Second-Hand-Shop gefragt. Nicht mehr trendy, genau wie die Maschinen, auf denen die Tuchträger seinerzeit zur Arbeit oder Uni düsten: 250er-Viertakter ohne Schnörkel, die einfach ihren Dienst taten.
Modelle wie eine vor neun Jahren als Neufahrzeug umgerechnet lediglich 3500 Euro teure Honda CB 250 Two-Fifty oder eine heute immerhin noch 7000fach zugelassene Suzuki GN 250 sind solche
Arbeitstiere. Zuverlässig, stressfrei, sparsam. Die 250er-Viertakter kosten nur
18,40 Euro Steuern im Jahr, die Haftpflicht schlägt, je nach Versicherung, bei jungen Einsteigern mit jährlich rund 100 Euro zu Buche, ältere Fahrer mit hohem Schadenfreiheitsrabatt brauchen bei günstigen Versicherern sogar nur rund zwei Euro pro Monat zahlen. Ähnlich preiswert: die im Vergleich jüngeren Midi-Cruiser Kawasaki EL 250 und Yamaha XV 250. In den Neunzigern gelang es ihnen nicht so recht, auf der allgemeinen Chopper-Erfolgswelle zu reiten. Genau wie Palästinenser-Tücher gerieten sie in Vergessenheit. Heutzutage gibt es die Ladenhüter von einst als Second-Hand-Ware oftmals zum super Preis-Leistungs-Verhältnis.
Das wissen auch Wohnmobilisten mit Motorradführerschein zu schätzen. Sie nehmen gerne Viertelliter-Chopper und
-Straßenmaschinchen per Huckepack mit
in den Urlaub, um sie vor Ort flexibel
als motorisierten Lastesel einzusetzen, der außerdem auch für kleinere Ausflüge und Touren herhalten kann. Speziell leichte Einzylinder-Maschinen wie die Suzuki GN 250 mit ihren vollgetankt 150 Kilogramm sind für diesen Einsatzzweck prädestiniert. Derartige Reisebegleiter sind auf dem
Gebrauchtmarkt für unter 1000 Euro zu kriegen und damit nicht teurer als andere Freizeitgeräte wie Mountainbikes, Paddelboote oder Surfbretter.
Die niedrige finanzielle Barriere beim Kauf einer Brot-und-Butter-250er ist für junge Motorrad-Einsteiger mit schmalem Geldbeutel ebenfalls ein schlagendes Argument. Nicht zuletzt empfehlen sich
die Billig-Bikes aufgrund ihrer einfachen Handhabung, denn zum Herantasten an
das eigene Fahrkönnen eignen sie sich ganz ausgezeichnet als Erstmaschine. Sogar länger als nur für eine Saison. Und auch als Zweit- oder gar Drittmaschine
für schwerstabhängige Motorradjunkies machen sie eine klasse Figur. Zum Beispiel für Pendler oder Kurzfahrten im Stadtverkehr, die man einer neuwertigen Edelmaschine nur ungern zumuten würde.
Allgemein geht der Trend im Motorradmarkt zu leistungs- und hubraumstarken Maschinen. Mit der Folge, dass Einsteiger sich mit ihrem ersten Bike manchmal
komplett überfordern. Oder nach dem Führerscheinerwerb zunächst gar nicht fahren, weil das Traummotorrad finanziell unerreichbar ist.
Deshalb: Die Ansprüche herunterschrauben, eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen und das Angebot kleiner Gebraucht-Viertakter durchforsten. MOTORRAD stellt neben den vier 250ern außerdem noch einige ähnlich preisgünstige Alternativen vor (siehe Seite 61). Übrigens: Bei jungen Trendsettern auf Schulhöfen, Rockfestivals oder im Skatepark werden seit Neuestem wieder Palästinenser-Tücher gesichtet.
Anzeige

Modellgeschichte: HONDA CB 250 TWO-FIFTY (Archivversion)

Modellgeschichte
Gerade mal von 1996 bis 1999 war die in Spanien bei Montesa gefertigte CB 250 Two-Fifty in Deutschland erhältlich. Kein Erfolgsmodell also. Anzumerken ist, dass Motorräder wie die Two-Fifty nicht für den deutschen Markt konzipiert wurden, sondern eher für Südeuropa, wo viele Menschen Motorräder nicht als Freizeitgeräte, sondern als möglichst ökonomische Transportmittel einsetzen. Dagegen beschränkte sich hier zu Lande der 250er-Markt schon vor rund zehn Jahren auf eine geringe, aber nicht unbedeutende Zahl von Vernunft-
menschen, die kein Statussymbol, sondern schlicht
ein preisgünstiges Motorrad suchten. Mit der nur 6990 Mark teuren Honda wurden sie fündig.
Der technisch bereits 1996 etwas angestaubte, in seiner Urform seit den Siebzigern aus der CM 185 bekannte Paralleltwin leistet 17 PS. Er brennt kein Feuerwerk ab, doch die Leistung ist ausreichend, um außerhalb geschlossener Ortschaften und auf der Autobahn nicht die rote Laterne tragen zu müssen. Das Fünfganggetriebe lässt sich Honda-typisch leicht und präzise schalten. Fahrwerk sowie Bremsen gehen voll in Ordnung, so dass die lediglich 144 Kilogramm schwere und sehr handliche Honda auch bei flotterer Gangart Spaß macht.
Obwohl die Sitzbank der Two-Fifty ausreichend Platz für einen Mitfahrer bietet, bereiten längere Ausflüge zu zweit keine große Freude. Für den Soziusbetrieb ist das Fahrwerk der 250er einfach
zu soft, verwindet sich, und die Federelemente schlagen durch.
In der kurzen Zeit auf dem deutschen Markt ging die Two-Fifty technisch unverändert in den Handel. Vernunftkäufer von heute, die sich auf dem Gebrauchtmarkt nach ihr umsehen, stört das Fehlen modischen Schnickschnacks oder erwähnenswerter technischer Gimmicks weniger. Als Brot-und-Butter-Bike par excellence punktet die kleine Honda ohnehin eher mit ihren niedrigen Unterhaltskosten und einem verhaltenen Benzinkonsum.

MArktsituation
Auch wenn die Angebote nur dünn gesät sind,
werden geduldige Schnäppchenjäger fündig. Das Gute: Die meist sehr gepflegten Fahrzeuge mit geringen Laufleistungen um die 10000 Kilometer kosten selten über 1500 Euro, das Gros liegt im Schnitt knapp über 1000 Euro. Two-Fiftys mit mehr als 20000 Kilometern können sogar unter 1000 Euro erstanden werden. Da die Fahrzeuge noch keine zehn Jahre alt sind, lohnt die Suche beim Händler. Diese bieten zwar etwas teurer als Private an, unterliegen bei Mängeln jedoch der Gewähr-
leistungspflicht – ein echter Bonus für den Käufer.

Tipps
Scheckheft, kratzerfrei, Verschleißteile in gutem
Zustand – speziell Privatverkäufer werden häufig trotz guter Eckdaten ihr Fahrzeug aufgrund der mangelnden Popularität der Two-Fifty nicht auf Anhieb los, inserieren dann noch einmal. Steht
bei diesen Anbietern das Motorrad im Idealfall in der Garage und dort eigentlich nur im Weg herum, zeigen sich die Verkäufer in der Regel in Sachen Preis verhandlungsbereit. Die Suche nach fast neuwertigen Exemplaren zum Discounter-Preis lohnt auf jeden Fall und führt auch zum Erfolg. Voraussetzung: regelmäßige Gebrauchtmarktbeobachtung im Internet und in Anzeigenblättern sowie unter Umständen ein längerer Anfahrtsweg zur Probefahrt, weil die anvisierte Wunschmaschine nur mit sehr viel Glück in der Nähe steht.

Test in MOtorrad*
9/1996 (VT), 8/1996 (FB)
VT=Vergleichstest, FB=Fahrbericht;
*Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

Technische Daten: HONDA CB 250 TWO-FIFTY (Archivversion)

(Baujahr 1996)

Motor: luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, eine oben liegende Nocken-welle, zwei Ventile pro Zylinder, Vergaser, keine Abgasreinigung, Fünfganggetriebe,
O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 53 x 53 mm
Hubraum 234 cm3
Nennleistung 13 kW (17 PS) bei 8000/min
Max. Drehmoment 17 Nm bei 6500/min

Fahrwerk: Einschleifen-Rahmen aus Stahl, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei Federbeine, Scheibenbremse vorn, Ø 240 mm, Trommelbremse hinten, Ø 130 mm, Reifen 90/100-18 vorn, 120/90-16 hinten.

Maße und Gewichte: Federweg v/h 123/
110 mm, Sitzhöhe 750 mm, Gewicht vollgetankt 144 kg, Tankinhalt/Reserve 16/3 Liter.

Messungen
(MOTORRAD 9/1996)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 114 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 14,7 sek

Durchzug
60–100 km/h 23,6 sek

Verbrauch
4,0 bis 5,2 l/100 km, Normalbenzin

Modellgeschichte: KAWASAKI EL 250/252 (Archivversion)

Modellgeschichte
Darf man eine 250er überhaupt »Muscle-Bike« nennen? Man darf. Gründe, die dafür sprechen: Das Aussehen der EL 250 erinnert an die Kawasaki ZL 1000 Eliminator, und die war definitiv ein waschechtes Muscle-Bike. Außerdem ist das kleinwüchsige Motorrad wohl kaum als Cruiser oder Chopper und schon gar nicht als Sportler zu bezeichnen, da weder ein 1,50 Meter langer Radstand noch ein 13000 Touren drehender, ultrakurzhubiger Motor allein als Definitionskriterium für das eine oder andere Genre genügen. Am zutreffendsten ist wohl die Bezeichnung »Bonsai-Muscle-Bike«, denn gegenüber wesentlich schwächeren Yamaha XV 250 oder Suzuki GN 250 lässt die 33 PS starke EL tatsächlich die Muskeln spielen.
Durch ihre Eigenständigkeit sammelte sie Sympathie-Punkte. Zwei Jahre nach Ende der Bauzeit von 1988 bis 2003 sind noch rund 8500 Fahrzeuge zugelassen, davon sind und waren viele Maschinen im Fahrschuleinsatz. Die 160 Kilogramm leichte, zweizylindrige EL mit einer Sitzhöhe von nur knapp über 70 Zentimetern kam bei Lehrern und Fahrschülern gleichermaßen gut an.
Die Modellpflege beschränkte sich in erster Linie auf optische Retuschen. 1990 ersetzten Drahtspeichenräder die Dreispeichen-Gussfelgen, 1992 und 1993 bot Kawasaki parallel eine »E«-Version an, mit wiederum gegossenen Felgen, Cockpit-
verkleidung und Bugspoiler. 1996 kam die leicht
modifizierte EL 252 mit etwas mehr Hubraum auf den Markt. Kritik gab es nur an der störrischen Hinterradbremse, dem zu kleinen Soziusplatz und der unkomfortablen Federung hinten. Die EL war stets auch auf 27 PS gedrosselt erhältlich, ab 1990 sogar auf 17 PS, was jedoch das Temperament
des ansonsten quirligen Zweizylinders dermaßen zügelte, dass der Anschluss der sechs Gangstufen nicht mehr passte – Prädikat: nicht empfehlenswert. Ungedrosselt ist das insgesamt sehr zuverlässige und auf jeden Fall sehr originelle Bonsai-Muscle-Bike indes unbedingt empfehlenswert.

MArktsituation
Die Auswahl gebrauchter EL 250 und 252 ist gut. Händler und Private bieten sie ungefähr zu gleichen Teilen an. Ab 700 Euro sind rund 15 Jahre alte Fahrzeuge mit etwa 25000 Kilometern auf dem Tacho zu bekommen. Gute Chancen auf ein gepflegtes Mitte-Neunziger-Modell mit deutlich unter 20000 Kilometern ergeben sich bei einem Budget von 1000 bis 1300 Euro. Für rund 1500 Euro darf der Käufer schon eine 252er (ab Baujahr 1996) mit ebenfalls geringer Laufleistung um die 15000 Kilometer erwarten. Neuwertige Modelle ab Baujahr 2000 machen sich auf dem Gebrauchtmarkt sehr rar. An Fahrzeugen mit mehr als 30000 Kilometern auf der Uhr oder einem geforderten Preis über 2000 Euro zeigen unabhängig vom Baujahr offensichtlich nur wenige Käufer Interesse. Zeichen dafür: Die Anbieter inserieren diese Maschinen oftmals wochenlang erfolglos.

Tipps
Da viele ehemalige Fahrschulmaschinen im Angebot sind, sollte der Käufer nach Sturzspuren fahnden. Zwar passieren in der Fahrschule meist nur Umfaller mit entsprechend harmlosen Folgen für das Motorrad, aber auch kleinere Kratzer
und Risse ergeben ein unschönes Gesamtbild. Der Preis sollte dann deutlich unter dem unversehrter Maschinen liegen. Ohne Wiederverkaufsambitionen lohnt nämlich auch der Kauf von leicht ramponierten, technisch jedoch einwandfreien Fahrzeugen.

Test in MOtorrad*
15/1990 (17-PS-Fahrbericht), 15/1989 (VT)
VT=Vergleichstest; *Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

Technische Daten: KAWASAKI EL 250/252 (Archivversion)

(Typ B)

Motor: wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Vergaser, keine Abgasreinigung, Sechsganggetriebe,
O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 62 x 41,2 mm
Hubraum 249 cm3

Nennleistung 24 kW (33 PS) bei 12 500/min
Max. Drehmoment 20 Nm bei 10 000/min

Fahrwerk: Rückgratrahmen aus Stahl, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei Federbeine, Scheibenbremse vorn, Ø 260 mm, Trommelbremse hinten, Ø 160 mm, Reifen 100/90 S 17 vorn, 140/90 S 15 hinten.

Maße und Gewichte: Federweg v/h 140/
100 mm, Sitzhöhe 715 mm, Gewicht vollgetankt 159 kg, Tankinhalt/Reserve 11/3 Liter.

Messungen
(MOTORRAD 15/1989)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 139 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 8,2 sek

Verbrauch
5,5 l/100 km, Normalbenzin

Modellgeschichte: SUZUKI GN 250 (Archivversion)

Modellgeschichte
»Für Männerhände viel zu schade. Dem kernigen Tourer-Leichtgewicht fliegen die Frauenherzen
nur so zu«. Leere Werbesprüche aus den frühen Achtzigern. Denn ein ausgemachter Schürzenjäger war der schon bei seiner Markteinführung etwas
altbacken gestylte Softchopper GN 250 wahrlich nicht. Jedenfalls haben sich die Motorradfahrerinnen 1982 nicht unbedingt auf die Suzuki gestürzt. Auch die niedrige Sitzhöhe von 73 Zentimetern und lediglich 140 Kilogramm Gewicht dienten nicht als entscheidende Kaufhilfe. Der 17 PS starke, von der Enduro DR 250 übernommene Einzylinder-Motor erschien vielen potenziellen Käufern und eben auch Käuferinnen damals für den Betrieb auf asphaltierten Straßen einfach zu schlapp.
So ging die GN 250 eigentlich von Anfang wegen ihrer Unscheinbarkeit unter. Umso erstaunlicher, dass die Suzuki bis 1999 in Deutschland als Neufahrzeug erhältlich war. Statt, wie erwartet, jung-dynamischer Einsteiger interessierten sich eher
gesetztere Fahrer für das Motorrad. »Solche, die
was zum Aufrechtsitzen und mit Platz für den Bauch suchen«, beschreibt ein süddeutscher Händler
die GN-Klientel. Wegen der beachtlich langen Bauzeit von 17 Jahren sind heutzutage immer noch über 7000 Exemplare der Viertelliter-Maschine auf den Straßen unterwegs. Modellpflegemaßnahmen gab es in dieser Zeit bis auf Kleinigkeiten keine.
Unabhängig von typisch männlichen oder weiblichen Wunschvorstellungen bietet die Suzuki
GN 250 einige Vorteile: Der kleine Einzylinder-Viertakter mit E-Starter vibriert dank Ausgleichswelle erfreulich wenig, das exakt einrastende Fünfganggetriebe mit leichtgängiger Kupplung ist problemlos zu schalten, und das Fahrwerk mit ausreichend Bodenfreiheit schlägt sich im Einpersonenbetrieb sehr passabel. Unterm Strich ist die Suzuki noch heute ein sehr vernünftiges Tourenmaschinchen. Ohne große Ausstrahlung, aber mit sehr geringen Unterhaltskosten.


MArktsituation
Das letzte Modell von 1999 wird in der Schwacke-Liste bei einer Laufleistung von 30000 Kilometern für den Verkauf mit rund 1500 Euro bewertet. Faktisch liegen die meisten GN unabhängig vom Baujahr sowohl vom Preis als auch in der Laufleistung darunter. Etwas ältere Gebrauchte mit Erstzulassung Anfang bis Mitte der Neunziger werden vorwiegend von Privatverkäufern für 750 bis 1200 Euro angeboten. Durchschnittliche Laufleistungen dieser Maschinen: zwischen 8000 und 20000 Kilometer. Fahrzeuge aus den Achtzigern sind so gut wie nicht mehr im Angebot. Es ist anzunehmen, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes in Einzelteile aufgelöst haben oder am Stück noch
in irgendwelchen Schuppen und Garagen ein immobiles Dasein fristen. Ist dennoch ein seltenes, rund 20 Jahre altes Stück inseriert, liegt der Preis um die 500 Euro. Ähnlich billig sind GN 250 mit Laufleistungen von deutlich über 30000 Kilometern und entsprechenden Gebrauchsspuren.


Tipps
Nach Aussagen verschiedener Suzuki-Werkstätten ist die GN 250 ein pflegeleichter Fall. Typische Wartungsarbeiten, speziell Ölwechsel, sollten selbstredend regelmäßig durchgeführt und im Idealfall durch Rechnungen dokumentiert worden sein. Da die GN 250 von vielen Vorbesitzern als Ganzjahres-Lastesel auch im Winter eingesetzt wird, empfiehlt es sich, die Maschine unbedingt gründlich nach Korrosion und Salzfraß abzusuchen.


Test in MOtorrad*
15/1993 (T), 15/1982 (T)
T=Test, VT=Vergleichstest; *Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

Technische Daten: SUZUKI GN 250 (Archivversion)

(Typ NJ 42 A Baujahr 1993)

Motor: luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, eine oben liegende Nockenwelle, vier Ventile pro Zylinder, Vergaser, keine Abgasreinigung, Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 72 x 61,2 mm
Hubraum 249 cm3
Nennleistung 13 kW (17 PS) bei 8200/min
Max. Drehmoment 16,4 Nm bei 4400/min

Fahrwerk: Einschleifen-Rahmen aus Stahl, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei Federbeine, Scheibenbremse vorn, Ø 275 mm, Trommelbremse hinten, Ø 130 mm, Reifen 3.00 S 18 vorn, 120/90-16 hinten.

Maße und Gewichte: Federweg v/h 140/
110 mm, Sitzhöhe 730 mm, Gewicht vollgetankt 140 kg, Tankinhalt/Reserve 10/2 Liter.

Messungen
(MOTORRAD 15/1993)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 122 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 13,1 sek

Durchzug
60–100 km/h 17,1 sek

Verbrauch
3,7 bis 4,6 l/100 km, Normalbenzin

Modellgeschichte: Yamaha XV 250 (Archivversion)

Modellgeschichte
Die Yamaha XV 250 stand schon bei ihrer Markteinführung 1989 im Schatten der größeren, populäreren 535-Virago-Schwester. Auf Letzterer machten tausende Fahrschüler ihre ersten »Motorrad-Gehversuche«, und viele von ihnen blieben nach bestandener Prüfung und anschließendem Gang zum Motorradhändler gleich auf ihr sitzen. Die 5780 Mark teure, kleine Virago mit ihrem
eigenständigen, langhubigen 60-Grad-V-Motor fand indes nicht so unproblematisch Käufer. Obwohl immerhin 1500 Mark günstiger und rund 40 Kilogramm leichter, sagte die optisch an die 535er angelehnte XV 250 den meisten Light-Chopper-Fans nicht so zu. Dabei lässt sich die kleine Virago durch das geringe Gewicht, einen ergonomischen Lenker sowie den für Chopper vergleichsweise kurzen Radstand von 1388 Millimetern spielerisch und handlich um die Kurven zirkeln.
Rund 600 Stück der versicherungsgünstigeren 17-PS-Version (Typ 3LW) und lediglich 80 der 22-PS-Version (Typ 3LS) konnte Yamaha im Einführungsjahr 1989 verkaufen. Von der leistungsstärkeren, mit anderen Nockenwellen ausgestatteten 3LS gelangten in den fünf Jahren, in denen sie angeboten wurde, laut Hersteller insgesamt nur 261 Fahrzeuge auf den deutschen Markt. Die 3LW
verkaufte sich insgesamt über 7000-mal, wovon heute noch über 6000 Exemplare zugelassen sind.
Technische Änderungen gab es in der Bauzeit nur wenige. 1995 wurde der nun mit dem Zusatz
»S« versehenen XV 250 eine gesteppte Sitzbank verpasst, die Bremszange vorn erhielt zwei statt nur einen Kolben, und die zugehörige Bremsscheibe runde statt Langloch-Bohrungen. Außerdem änderte Yamaha die Kupplungsdruckstange zugunsten einer leichteren Betätigung. Ab 1999 hieß die 3LW intern VG012 bis zu ihrer endgültigen Ablösung durch das neue Viertelliter-Cruiser-Modell XVS 250 Drag Star, das 2001 erschien.

MArktsituation
Beim Händler ist die XV 250 ein eher seltener Gast. Die Nachfrage ist gering, das Angebot ebenfalls, und große Gewinne sind für den Händler in dieser Preisklasse beim Verkauf sowieso nicht zu erwarten. Dennoch sind ab und zu welche im Laden zu finden, wenn Händler ein Exemplar in Zahlung nehmen. Wesentlich größer ist das Angebot auf dem privaten Gebrauchtmarkt. In Anzeigenblättern sowie auf Internet-Märkten sind regelmäßig Angebote zu finden. Einige Offerten liegen deutlich über 2000 Euro. Doch selbst, wenn es sich um jüngere Baujahre ab 1998 mit sehr geringen Laufleistungen handelt, lassen die sich kaum
verkaufen. Die Schmerzgrenze liegt bei 1500 Euro, und rund um diesen Preis scharen sich viele Angebote. Für das Geld bekommt man ein Fahrzeug mit 10000 bis 15000 Kilometern in gutem Pflegezustand. Bei mehr Kilometern oder deutlichen Gebrauchsspuren muss sich der Verkäufer nicht wundern, wenn er in Richtung 1000-Euro-Marke gedrückt wird. Vergleichsweise selten findet man Exemplare bis Baujahr 1993 unter 1000 Euro, die ebenfalls unter 20000 Kilometer gelaufen sind.


Tipps
Viel Chrom prangt an der kleinen XV. Am Glanz und einer kratzfreien Oberfläche des Edelmetalls lässt sich sehr schön der Gesamtzustand des Motorrads ablesen. Sind außerdem alle Verschleißteile erneuert und liegt ein Scheckheft vor, ist wenig Stress von der robusten Yamaha zu erwarten.


Test in MOtorrad*
9/1996 (VT), 24/1994 (T), 7/1993 (T), 3/1990 (T), 15/1989 (VT), 5/1989 (T).
VT=Vergleichstest, T=Test; *Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229

Technische Daten: YAMAHA XV 250 VIRAGO (Archivversion)

(Typ 3LS)

Motor: luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-60-Grad-V-Motor, eine oben liegende Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, Vergaser, keine Abgasreinigung, Fünfganggetriebe,
O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 49 x 66 mm
Hubraum 249 cm3
Nennleistung 16 kW (22 PS) bei 8000/min
Max. Drehmoment 21 Nm bei 6500/min

Fahrwerk: Pressstahl-/Rohrrahmen, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, zwei
Federbeine, Scheibenbremse vorn, Ø 267 mm, Trommelbremse hinten, Ø 130 mm, Reifen 3.00-18 vorn, 130/90-15 hinten.

Maße und Gewichte: Federweg v/h 140/
100 mm, Sitzhöhe 670 mm, Gewicht vollgetankt 154 kg, Tankinhalt/Reserve 9,5/2,6 Liter.

Messungen
(MOTORRAD 7/1993)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 119 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 13,7 sek

Durchzug
60–100 km/h 12,3 sek

Verbrauch
3,9 bis 5,3 l/100 km, Normalbenzin

Enduro-Alternativen (Archivversion)

Den Nachteil von weniger Leistung gegenüber hubraumgrößeren Modellen ab 500 Kubikzentimetern machen die für den lockeren Freizeiteinsatz entwickelten 250er- und 350er-Enduros durch ihren deutlichen Gewichtsvorteil (vollgetankt unter 150 Kilogramm) wett. Als anspruchslose Arbeitstiere taugen sie ebenfalls hervorragend. Perfekt eignen sie sich für Outdoorfreaks mit Wohnmobil oder Anhänger, die am Urlaubsziel mit der Enduro sehr mobil sein wollen. Speziell in Ländern, wo das Fahren auf unbefestigten Wegen noch nicht stark reglementiert ist, lassen sich auf ihnen entspannte Endurowanderungen in Landschaftsteile unternehmen, die mit einem Auto oder gar einem sperrigen Wohnmobil nie erreichbar wären.
Gleichermaßen anständig erledigen sie ihren Dienst als wendige City-Flitzer, egal, ob im Urlaub oder Alltag. Aufrechte Sitzposition, breiter Lenker und gutes Handling bringen viel Sicherheit im dichten Stadtverkehr. Ideal auch für Anfänger.
Zumindest, sofern sie zu den etwas größeren
Menschen zählen und auf den verglichen mit Straßenmaschinen hochbeinigen Enduros ohne Schwierigkeiten mit den Füßen den Boden erreichen können. Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen lassen sich an den simpel aufgebauten Einzylindermaschinen mit ein wenig Übung selbst erledigen. Kfz-Steuern und Versicherungsbeiträge sowie der Benzinverbrauch liegen auf dem Niveau kleiner Straßen-Viertakter. Etwas teurer sind die Unterhaltskosten durch einen vergleichsweise schnellen Verschleiß der Stollen-Pneus und des Kettensatzes. Je nach Fahrweise halten diese Teile nur wenige tausend Kilometer.
Beim Gebrauchtkauf einer kleinen Viertakt-Enduro sind gut gepflegte und gewartete Exemplare außerdem nicht so leicht zu ergattern. Insbesondere, wenn das Fahrzeug ab und an im Gelände eingesetzt wurde, sind deutliche Gebrauchsspuren und Mängel kaum zu übersehen. Bei der aktuellen Recherche fanden sich dennoch einige Fahrzeuge mit interessanter Verhandlungsbasis, bei denen sich eine Probefahrt lohnen würde.
Honda NX 250, Motorleistung ungedrosselt 23 PS. Ordentlich gepflegt mit Laufleistungen zwischen 15000 und 20000 Kilometern liegen die geforderten Preise für Fahrzeuge mit Erstzulassung zwischen 1992 und 1995 um die 1300 Euro. Das Angebot ist jedoch überschaubar.
Kawasaki KLR 250, offen 23 PS. Modelle ab 1990 mit maximal 20000 Kilometern werden ab 1000 Euro angeboten.
Suzuki DR 350. 27 PS stark, sehr offroadtauglich und mit Laufleistungen deutlich unter 20000 Kilometern ab Baujahr 1990 für rund 1200 Euro zu ergattern.
Yamaha XT 350, 27 PS. Nur wenige Exemplare haben weniger als 20000 Kilometer auf der Uhr, meist sind sie dann jünger als Baujahr 1990 und sollen in der Regel um die 1300 Euro kosten.

Darf's auch etwas mehr sein? (Archivversion)

Ein Seitenblick auf die nächstgrößere, nicht eindeutig definierte Hubraumkategorie unterhalb der populäreren Mittelklasse
ab 500 Kubikzentimeter schadet nicht bei der Suche nach einem
anspruchslosen Zweirad-Nutzfahrzeug. Insbesondere unter den Angeboten älterer, schnörkelloser Straßenmaschinen zwischen 300 und 450 Kubikzentimeter Hubraum finden sich einige spannende Schnäppchen. Meist von privat, denn die wenigsten Händler geben sich noch mit solch alten, technisch dennoch oftmals einwandfreien Fahrzeugen ab. Diese Motorräder wiegen vollgetankt zwar deutlich mehr als die Vertreter der 250er-Klasse, kosten indes im Unterhalt fast ebenso wenig.
Honda CB 400 N. Etwas über 20 Jahre alte Fahrzeuge des gedrosselt 27 PS, ansonsten 44 PS starken, robusten Klassikers sind bei Laufleistungen zwischen 15000 und 20000 Kilometern für etwa 1200 Euro inseriert.
Kawasaki GPZ 305, 27 PS. Mitte-Achtziger-Modelle mit etwa 30000 Kilometern sind deutlich unter 1000 Euro zu bekommen.
Suzuki GS 450, 27/42 PS. Wenig gefahrene (um 15000 Kilometer) und gut gepflegte Exemplare um das Baujahr 1985 werden um die 1000 Euro angeboten.
Yamaha XS 400, 27/45 PS. Spätachtziger-Fahrzeuge mit neuen
Verschleißteilen und 20000 bis 30000 Kilometern auf dem Tacho gibt’s schon ab 750 Euro.

Modellpflege: HONDA CB 250 TWO-FIFTY (Archivversion)

1996 Markteinführung in Deutschland zum Preis von 6990 Mark
1997 Das letzte Baujahr rollt in
Spanien bei Montesa vom Band
1999 Abverkauf der Two-Fifty, die
danach nicht mehr offiziell im Honda-
Programm ist

Modellpflege: KAWASAKI EL 250/252 (Archivversion)

1988 Die EL 250, Typ B, kostet 5590 Mark
1990 Typ D, nun mit Drahtspeichen
1992 Cockpitverkleidung und Bugspoiler beim Typ E
1996 Typ F (EL 252)
252 statt 249 cm3, Vergaser, Zündbox,
Luftfilter und Getriebe modifiziert
2003 Letztes Baujahr

Modellpflege: SUZUKI GN 250 (Archivversion)

1982 Verkaufstart. Preis: 4379 Mark
1988 Seitenständer geändert mit Schalter, vorher selbsteinklappend
1991 Geänderte Vergaserabstimmung, Drehmoment nun 16,4 Nm bei 4400/min
statt 17,1 Nm bei 6000/min
1998 letztes Modelljahr
1999 Abverkauf

Modellpflege: YAMAHA XV 250 VIRAGO (Archivversion)

1989 Markteinführung in zwei
Leistungsvarianten: 17 PS (Typ 3LW) und
22 PS (Typ 3LS) zum Preis von 5780 Mark
1995 Modell heißt nun XV 250 S mit geänderter Sitzbank, Bremsanlage und Kupplung
1999 Typbezeichnung geändert in VG012
2000 Letztes Modell zum Preis
von 8295 Mark

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote