Gebrauchtberatung BMW R 1100 S (Archivversion) BMW R 1100 S

Als ambitionierter Sportboxer vor zehn Jahren vorgestellt, konnte die charismatische 1100er erst nach dem Baustopp unter sportlich Reisenden ihre wahre Stärke zeigen.

Revival of the fittest – da die radikale R 1200 S nur mäßigen Anklang bei den meisten BMW-Fans findet (siehe Seite102), erlebt die Vorgängerin R 1100 S als deutlich gemäßigterer Sportboxer auf dem Secondhand-Markt ein Comeback. Die gelungene Mischung aus Sportlichkeit und Touring-Qualitäten macht’s: Die wirklich fitte 1100er erlaubt rasantes Kurvenwedeln ebenso wie gemütliche Ausflüge mit Blick für das landschaftliche Drumherum, erfreut den stillen Betrachter mit einigen leckeren Technikdetails wie etwa wunderschönen Leichtmetallrädern, vergrault jedoch nicht gleich mitreisende Passagiere durch mangelnden Sitzkomfort. Der von 1998 bis 2006 zum BMW-Programm zählende Sportboxer war zwar beliebt, aber kein auffälliger Verkaufsrenner. Heutzutage sind immerhin noch rund 11000 Exemplare in Deutschland zugelassen. Dementsprechend ist die ehemals nicht gerade billige BMW als Gebrauchte nun auch in größerer Auswahl in Preisregionen unterhalb von 5000 Euro anzutreffen. Zudem gilt sie als zuverlässig, und insbesondere die mit Doppelzündung bestückten Modelle ab 2003 sind sehr ausgereift – das zuvor bemängelte Konstantfahrruckeln ist seitdem so gut wie verschwunden. Der 98 PS starke Boxer ist für ernsthafte Sporteinsätze freilich zu schwach, leitet ordentlich Vibrationen bis in die Lenkerenden und verbraucht durchaus auch mal einen halben Liter Öl auf tausend Kilometern. Obwohl fern von Perfektion, ist der 1100er-Sportboxer als prägnantes Motorrad mit Ecken und Kanten gefragt – eine spannende Alternative zu fernöstlichem Einerlei und italienischen Diven.

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