Gebrauchtberatung Buell XB9/12R/S (Archivversion) Buell

Feingliedrige Technik und filigrane Details bieten XB-Buells wahrlich nicht. Dafür sind sie ehrliche und eigenwillige Charaktere mit hohem Suchtpotenzial.

Buells der XB-Reihe wirken im Vergleich zu denen der Rohrrahmen-Generation schon sehr ausgereift, wenngleich immer noch weit entfernt von japanischer Präzision. Erfinder und Namens­geber Erik Buell verfolgt ein radikales Konzept: Konzentration der Massen zur Verbesserung von Handling und Fahrbarkeit. Was in eigenwilligen Lösungen wie dem Rahmen als Benzin- und der Schwinge als Öltank mündet. So ganz funktioniert das Konzept nicht, die Kombination von kurzem Radstand, steilem Lenkkopf und riesiger, innen umfassender Bremsscheibe sorgt je nach aufgezogener Bereifung für kippeliges Fahrverhalten und teilweise enormes Aufstellmoment beim Bremsen. Ausgerechnet die anfangs verwendete Erstbereifung Dunlop D 207 harmoniert überhaupt nicht mit den Buell-Modellen.

Die beiden Motoren mit 985 und 1202 cm3 Hubraum stammen ursprünglich aus der Harley Sportster und wurden für den Einsatz in den XB heftig umgekrempelt. Der kleinere ist recht drehfreudig, doch insgesamt passt der bulligere Drehmomentverlauf des großen besser zum Charakter des Amibikes. Bei engagierter Betätigung von Gas und Brem­se verliert eines der Räder gerne mal den Bodenkontakt. Letztlich ist und bleibt eine Buell ein Bike für den lustvollen Sonntagstrip über die Haus­strecke, wie auch die oft geringe Laufleistung der Angebote belegt.

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