Gebrauchtberatung Honda VFR (Archivversion) Honda VFR

Die VFR ist ein Kumpeltyp ohne große Allüren und eignet sich hervorragend für eine längere Liaison. Seltsamerweise ist die extrem zuverlässige Honda aus zweiter Hand kaum gefragt. Und billig ist sie nicht zu haben – doch das Angebot ist gut.

Zum Touren und zum Turnen: Die VFR eignet sich für relaxte Urlaubsreisen und sportliche Übungen mit Knie am Boden gleichermaßen. Kaum ein anderes Motorrad auf dem Markt agiert so selbstsicher zwischen diesen Disziplinen. 1998 löste der Honda-Sporttourer die VFR 750 F ab und übernahm deren guten Ruf als verlässlicher und ausgewogener Dauerbrenner. Mit Einspritzung, geregeltem Kat und einem handlich-neutralen Fahrwerk konnte die 800er Ende der neunziger Jahre neue Kundschaft gewinnen, die ansonsten eher mit bajuwarischer Ware liebäugelte. Mit ihren in Richtung Komfort ausgelegten Federelementen geriet die VFR, Typ RC 46, seinerzeit einigen Sportfreunden zu brav, beinahe schon zu bieder. Und der vergleichsweise hohe Verbrauch von durchschnittlich fast sieben Litern auf 100 Kilometer schreckte sicherlich den einen oder anderen Vernunftmenschen ab. Bei der Modellpflege fürs Modelljahr 2002 ging Honda die Schwachstellen gezielt an. Beim Fahrwerk mit großem Erfolg, denn die straffere Abstimmung erleichtert forciertes Kurvenwetzen ungemein, tut den touristischen Qualitäten der VFR jedoch keinen Abbruch. Und ABS gab’s optional nun endlich auch, gekoppelt mit der Verbundbremse CBS, eines der am besten funktionierenden Systeme überhaupt. Für das Modelljahr 2002 hat Honda den V4-Motor aufwendig überarbeitet. Die VTEC-Technologie (bei 7000/min erfolgt der Wechsel von Zwei- auf Vierventilbetrieb) sollte den Verbrauch senken und das Drehmoment im unteren Drehzahlbereich erhöhen. Dies gelang nur mit mäßigem Erfolg. Dafür erbrachten die Maßnahmen etwas mehr Leistung und bei höheren Drehzahlen einen infer­nalischen Sound, der beste Racing-Laune verbreitet. Wie einst die legendäre Rennsemmel RC 30, die ebenfalls zur Verwandtschaft gehört. VFR bleibt eben VFR, und auch als Gebrauchtmaschine ist die RC 46 eine Empfehlung wert.

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