Gebrauchtberatung Kawasaki VN 2000 (Archivversion) Kawasaki VN 2000

Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Hubraum. Diese Erkenntnis wird von Kawasakis Top-Cruiser drehmomentstark umgesetzt. Die VN 2000 im Kaufcheck.

Super Size Me! Vor wenigen Jahren hatte sich dieser Way of eat in den Speisekarten der amerikanischen Fastfood-Ketten eingeburgert. Mittler-weile hat sich zumindest beim Essen die Erkenntnis durchgesetzt, dass bigger vielleicht whopper, aber nicht unbedingt better ist. Uneingeschränkt Gültigkeit behalten hat dieses Motto jedoch bei einer uramerikanischen Motorrad-Gattung, den Langgablern. Seit 2004 markiert die Kawasaki VN 2000 den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Die Eckdaten: 2053 Kubikzentimeter, 103 PS und, wichtiger noch, 177 Newtonmeter voller drehender Momente. In Kombination mit 375 Kilogramm vollgetankt, 1735 Millimeter Radstand, einem Wendekreis von 6,4 Metern und einer Lenkerbreite von gut 100 Zentimetern stößt der Riesenbrummer außerhalb von Texas schnell an räumliche Grenzen. Ebenso stand der Einstandspreis von anfangs 17195 Euro seiner weiten Verbreitung im engen Deutschland eher entgegen. Wobei die VN aller gestalterischen Wucht zum Trotz auch kurvige Strecken souverän meistert, genretypische Maßstäbe an Handling und Schräglagenfreiheit vorausgesetzt. Die Bremse behält im Kampf gegen die kinetische Energie die Oberhand, fordert jedoch den ganzen Kerl. Diesem wiederum könnte der Motor, da durch extraschweren Kurbeltrieb, zwei Ausgleichswellen, langer Übersetzung und großzügige Geräuschdämpfung zivilisiert, zu weich gespült erscheinen. Doch die VN geht, wenn sie denn muss, gute 200 km/h, die das Fahrwerk ungerührt wegsteckt.

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