Gebrauchtberatung Kawasaki Zephyr 750 (Archivversion) Dornröschenschlaf

Seit sechs Jahren fristet die annoncierte 750er-Zephyr ein Dasein in Keller und Garage. Nun hat sich der Besitzer doch zum Verkauf durchgerungen. MOTORRAD warf einen Blick auf die Kawasaki.

Die Erfahrung lehrt, dass Motorräder, die über einen sehr langen Zeitraum nicht bewegt wurden, zumeist Standschäden aufweisen. Daher überwiegt
zunächst die Skepsis bei der Termin-
absprache zur Besichtigung einer im regionalen Anzeigenblatt inserierten Kawasaki Zephyr 750 von 1991.
Vor Ort, am Fuß der Schwäbischen Alb, entpuppt sich die 750er aus erster Hand mit 35000 Kilometern auf dem Tacho jedoch als brauchbares Angebot, das dem im Anzeigentext beschriebenen »absoluten Topzustand« recht nahe kommt. Mögen das dezente Sternchen-Dekor der handwerklich sauberen Airbrush-Lackierung und der Micron-Hochlenker noch Geschmackssache sein, so gibt es am Gesamtbild doch wenig zu bemängeln.
Spuren eines Sturzes oder Umfallers sind ebenso wenig zu entdecken wie Rost, nicht einmal an versteckten Stellen. Dort zeugt vielmehr eine leichte Schmierschicht vom Einsatz von Konservierungsöl. Dementsprechend strahlt der Auspuff wie neu, auch glänzen sämtliche Alu-Teile. Als
vertrauensbildende Maßnahmen darf man darüber hinaus das lückenlos ausgefüllte Scheckheft sowie die Erneuerung von Batterie und Kettensatz werten. Außerdem wurden die Vergaser in einer Fachwerkstatt gereinigt und eingestellt. Das Triebwerk startet denn auch prompt und nimmt nach kurzer Zeit sauber Gas an, wobei die typischen rumpelnden Leerlaufgeräusche verstummen – alles in Ordnung also.
Dennoch ist der Mindestpreis von 2250 Euro zu hoch gegriffen, weil ein potenzieller Käufer noch Kosten für das Vollgutachten sowie für den Austausch der ausgehärteten Reifen und der versprödeten Ansaugstutzen einkalkulieren muss.

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