Gebrauchtberatung Kawasaki Zephyr-Reihe (Archivversion) Gebrauchtberatung Kawasaki Zephyr-Reihe

Die legendären Z-Modelle aus den Siebzigern standen Pate für die Kawasaki-Zephyr-Reihe. Als Gebrauchte sind die Retro-Klassiker mit 550, 750 und 1100 Kubik schon beinahe selbst Kult.

Beim allgemeinen Hochrüsten von vollverschalten, sportlichen Vierzylindern war es 1991 geradezu gewagt, eine nackte 550er sowie 750er mit der antiquierten Motortechnik der Z 650 aus den Siebzigern zu bringen. Doch Kawasakis Mut sollte sich auszahlen: In den ersten beiden Jahren nach Verkaufsstart entschieden sich über 6000 Käufer für die angenehm einfach gestrickten Maschinen. Weil für manche Motorradenthusiasten nur eines zählt: das Aussehen.
So verhalfen die optischen Reize auch der jüngsten und gleichzeitig größten Schwester, der 1100er, zumindest anfänglich zu großer Beliebtheit. Trotz mittelprächtiger Ergebnisse bei Vergleichstests ließen sich bei der Markteinführung 1992 rund 2200 Verliebte auf eine Ehe mit dem gewichtigen (über fünf Zentner) und schluckfreudigen Big Bike (bei Autobahntempo über zehn Liter
auf 100 Kilometer) ein. Drei Jahre später waren es nur noch wenige hundert, denen Macken wie ein instabiles Fahrwerk oder hohe Unterhaltskosten nichts ausmachten. Selbst die Umrüstung auf schmucke Drahtspeichenräder (1996) lockte keine Käufer mehr – 1998 nahm Kawasaki den Retro-Koloss aus dem Programm.
Der grazileren 750er verhalf die besagte Umrüstung indes zu einem zweiten Frühling: Gegenüber dem schlappen Verkaufsjahr 1995 (rund 500 Stück) gingen im Folgejahr dreimal so viele
Maschinen weg, die mit Speichenrädern und einer Zweifarb-
Lackierung der Retro-Philosophie konsequent folgten. Heutzutage sind diese Modelle von Freunden klassischer Linien stark gefragt, und die Siebeneinhalber muss sich mit rund 75 PS und passablem Fahrwerk vor jüngeren Konkurrentinnen nicht verstecken.
Die kleine Zephyr schlägt ebenfalls aus ihrem ansprechenden Aussehen Kapital. In den Neunzigern entschieden sich rund 8000 Neukäufer für die 550er, dementsprechend häufig findet man sie nun als Gebrauchte. Obwohl es einige andere preisgünstige SecondhandMaschinen gibt, die sich aufgrund einfachen Handlings sowie erfreulicher Genügsamkeit genauso gut für Einsteiger eignen, ist die 550er als vierzylindriges Klassikmobil – und darauf stehen insbesondere ältere Neu- und Wiedereinsteiger – in ihrer Klasse ohne echte Konkurrenz.
Waschechte Kawa-Fans schielen ohnehin nicht zu anderen Marken rüber. Für alle, denen ein Kult-Youngtimer à la Z1 zu teuer oder zu aufwendig ist, sind die hübschen 550er, 750er und 1100er ein guter Kompromiss. Und für Klassikfreunde ohne Markenfaible ermöglicht die Zephyr-Reihe eine bezahlbare Liebhaberei.

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