Gebrauchtberatung Supermotos und Funduros (Archivversion)

Räumdienst

Aus dem Weg! Mit Supermotos und Funduros lassen sich selbst die verwinkeltsten Straßen fegen. Gut für Gebraucht-Interessenten: Die spaßigen Geräte gibt's jung und mit wenigen Kilometern auf der Uhr teilweise zum Spartarif.

Nichts für den stoischen Autobahn-Marathon, meditatives Wandern auf weit geschwungenen Landstraßen und jede Art von Reiseveranstaltung. Mitfahrer sind nur auf Kurzstrecken erwünscht. Hyperaktiv, ruhelos, gierig, sind Supermotos und Funduros für harmoniebedürftige und ruhige Motorradfahrer eine denkbar schlechte Wahl. Jedoch genau richtig für alle, die immer in den Startlöchern hocken und auf Action-Filme aus Fahrerperspektive stehen. Im Geläuf mit sehr kleinen Kurvenradien offenbaren die schlanken Spaßgeräte mit breiter Besohlung, dass keine Top-Leistung vonnöten ist, um für einen kräftigen Ausstoß an Glückshormonen zu sorgen. Raus aus dem Alltag, rauf auf die Kartbahn: Mit der KTM und der Suzuki geht dort die Luzi ab. Wobei sich auch mit schwächer dosierten Stimmungsaufhellern von Aprilia oder Honda einem drögen Alltag entgegenwirken lässt, durch sie wird der Arbeits-weg entlang dunkler Großstadtschluchten zum bunten Spektakel. Supermotos und Funduros sind wahrhaftige Maschinen und deshalb ein heißer Tipp.
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Umrüstung (Archivversion) - Auf die Straße gesetzt

Die Verwandlung von Enduro zu Supermoto geschieht vor allem durch andere Räder und Bremsen. Günstigste Lösung (ab 600 Euro ohne Reifen) bei den Rädern: Die Original-Radnaben werden auf neue 17-Zoll-Felgen umgespeicht, üblicherweise beträgt die Felgenbreite vorn 3,5 Zoll, hinten je nach Modell zwischen 4,25 und 5,5 Zoll. Die Reifen haben dann entsprechend die Dimensionen 120/70-17 beziehungsweise 160/60-17. In der Szene populär: Alu-Felgen (hochglanzpoliert oder eloxiert) von Behr, Telefon 02132/99160, www.behrfelgen.de, oder Excel, Telefon (Österreich) 0043/1/7289326, www.excel-felge.at. Teurer, aber vielseitiger sind komplette Radsätze (ab 1000 Euro) mit gleich großen Bremsscheiben. So kann die Maschine mit den serienmäßigen Rädern weiterhin im Gelände eingesetzt werden, steckt man indes auf den 17-Zoll-Satz um, verringert sich im „Supermoto-Modus“ die Gesamthöhe des Motorrads, und somit ändert sich auch dessen Schwerpunkt zugunsten einer besseren Straßenlage – ohne Federwegsbeschneidungen. Eine gute Lösung für Fahrer ohne sportliche Ambitionen. Zur vollwertigen Supermoto mutiert eine Enduro allerdings erst durch starke, bissige Bremsen. Bewährt hat sich der Umbau auf eine komplett neue Bremsanlage mit 320er-Scheibe, Vierkolbensattel sowie stärkerer Handpumpe (nur Scheiben-Umrüstung ab 200 Euro, komplett mit Nachrüst-Bremssattel und -pumpe um 1000 Euro). Gängige Produkte kommen von Brembo (über Brune GmbH), Telefon 02504/73440, www.brunegmbh.de, Magura, Telefon 07125/1530, www.magura.com, oder Moto Master (über Wieres Motorrad-Zubehör), Telefon 0228/989970, www.wieres.de. Spezialisiert auf komplette Supermoto-Umbauten sind unter anderem ABP-Racing, Telefon 07157/620222, www.supermoto-umbauten.de, HE-Motorradtechnik, Telefon 08654/61563, www.he-motorradtechnik.de, oder MTC Motorrad Technik, 07161/914160, www.mtc-motorrad.de.

Jedermann-Strecken (Archivversion) - Fahren für alle

Zusammen mit der Fansite www.supermoto-racing.de empfiehlt MOTORRAD einige der besten deutschen Strecken mit regelmäßigen Trainingsmöglichkeiten für Fahrer ohne Motorsport-Lizenz (siehe Liste). Dringende Empfehlung: unbedingt Veranstalter vorher persönlich kontaktieren, denn durch Gruppenbelegungen können die Strecken schnell mal ausgebucht sein. Die Preise bewegen sich zwischen zehn Euro für freies Fahren auf der Strecke bis rund 200 Euro für einen Wochenend-Lehrgang. Außerdem bieten professionelle Anbieter wie das MOTORRAD action team, Telefon 0711/182-1977, www.actionteam.de, oder Team G.F., Telefon 06263/9517, www.teamgf.de, Lehrgänge und Trainings auf eigens dafür gemieteten Strecken an.

125er-Supermotos (Archivversion) - Hohe Anziehungskraft für den Nachwuchs

Radikal, schräg, wild – damit können sich jugendliche Nachwuchs-Motorradfahrer identifizieren. Schlanke Linie, jedoch fette Reifen, bequem aufrecht sitzen, aber sportlich ums Eck biegen – rein äußerlich unterscheiden sich die Leichtkrafträder nur wenig von der hubraumstärkeren, „erwachsenen“ Verwandtschaft. Das große Plus der Kleinen: Sie wirken keinesfalls mickrig. Kein Wunder, dass Maschinen wie MZ 125 SM oder XT 125 X bei der Jugend gut ankommen, denn gerade beim Nachwuchs gilt: Das Auge kauft mit. Glücklicherweise haben das einige Hersteller erkannt und bringen in der jahrelang etwas verschlafenen 125er-Klasse interessante Modelle wie die neue Suzuki DR 125 SM auf den Markt. Das ist gut für junge Einsteiger mit üblicherweise schmalem Geldbeutel, auf diese Weise wächst das Angebot an günstigen, jedoch sehr attraktiven Gebrauchten stetig.

KTM LC4 640 Supermoto (Archivversion)

Raubein, derber Geselle, Rüttelplatte – starke Worte für ein starkes Motorrad. Heftige Vibrationen, eine hammerharte Sitzposition (die allerdings auch Großgewachsenen gut passt) und eine Leistungsentfaltung, die einem die Stiefel auszieht: Bei der KTM LC4 640 Supermoto regiert die Unvernunft. Gut so, denn für Kompromisse sind andere da, sie will gepeitscht werden. Auch mit Straßenzulassung ist die KTM ein rassiges Rennpferd. Sie besitzt dessen Renommee, was die Wertstabilität erhöht, aber auch dessen Allüren, denen nur durch besonders aufmerksame Pflege beizukommen ist. Heißt: Alle 5000 Kilometer ab zum Service, nach 10000 Kilometern in forcierter Gangart (bei diesem Motorrad offenbar Normalität) ist eine defekte Zylinderfußdichtung nicht ungewöhnlich. Schon 200 Kilometer Dauervollgas auf der Autobahn können für den Exitus des 54 PS starken Rotax-Einzylinders sorgen, wie einige Werkstätten berichten. Hobbyschrauber müssen wissen: Einfach nur Öl ablassen und neues reinkippen is’ nich’, sonst kommt der Sensenmann! Das komplette Ölsystem muss entlüftet werden, bitte schön mit allergrößter Sorgfalt. Ein Händler kommentiert: „Die größte Schwachstelle an diesem Motorrad ist meist der Besitzer.“ Hält er sich er jedoch an alle Wartungsregeln, ist der in den Grundzügen von 1987 stammende Motor eine sichere Bank. Insgesamt ist die von 1998 bis 2006 gebaute Supermoto robust und steckt einiges weg. Nur die Gabel gibt sich bockig, und ab 130 km/h fehlt’s an sicherem Geradeauslauf – das Resultat aus langen Federwegen (vorn/hinten 265/300 Millimeter) und geringem Gewicht (160 Kilogramm). Aber: von null auf 100 km/h in 4,5 Sekunden, ein Top-Wert. Und genau solche sportlichen Höchstleistungen erklären, warum die kultige 640er bei Fans auch als kapriziöse Gebrauchte so beliebt ist.


Tests in MOTORRAD:
7/1999 (VT), 14/2002 (TT), 24/2002 (T), 12/2004 (VT), 12/2005 (VT), 15/2005 (TT), 18/2005 (VT)

T=Test, TT=Top-Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229*MOTORRAD-Messungen

Internet:
Fansites:
www.ktmforum.eu, www.ktm-lc4.net
Gebrauchtangebote:
https://www.1000ps.de/gebrauchte-motorraeder

Plus / Minus KTM LC4 640 Supermoto (Archivversion)

Plus
Motor mit berauschendem Punch
Gewicht gering, schließt ernsthaft sportliche Aktivitäten nicht aus
Markenimage positiv, Wiederverkauf problemlos

Minus
Wartungsaufwand sehr hoch
Upside-down-Gabel spricht nur mäßig an
Gebrauchte häufig in keinem guten Zustand, da sie unter der Fahrweise der Vorbesitzer arg gelitten haben

Marktsituation KTM LC4 640 Supermoto (Archivversion)

Sehr gefragt sind die Baujahre 2005/2006 wegen der Doppel-Auspuffanlage. Bei gutem Zustand und mit vierstelligem Kilometerstand zahlen Käufer bis 5500 Euro. Die größte Auswahl gibt es für rund 3500 Euro: Baujahr 2002 bis 2004, um die 10000 Kilometer. Der Anteil von Privatanbietern ist umso höher (über die Hälfte aller Offerten), je älter die Gebrauchte ist. Obwohl Preise ab 2000 Euro für die Jahrgänge 1998 bis 2000 gerade junge KTM-Einsteiger zum Kauf animieren, ist Vorsicht geboten: Auf einwandfreien allgemeinen Zustand achten, etwaige Umbauteile sollten eingetragen sein, ansonsten drohen unweigerlich hohe Folgekosten.

Daten KTM LC4 640 Supermoto (Archivversion)

Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 625 cm³, 40 kW (54 PS) bei 7000/min, Gewicht vollgetankt* 160 kg, Zuladung 191 kg, Tankinhalt/Reserve 12/2,5 Liter, Sitzhöhe* 910 mm, Höchstgeschwindigkeit 164 km/h, Verbrauch* (Landstraße) 4,5 l/100 km, Super.

Suzuki DR-Z 400 SM (Archivversion)

Mehr Spaß mit einem Motorrad geht kaum. „Gut, dass niemand weiß ...“, darf man sich im Fall der DR-Z 400 SM fast schon diebisch freuen, denn, aus diesem Grund ist die Suzuki als Gebrauchte ein ganz heißer Tipp. Nur rennsportlich orientierte Supermoto-Freaks wissen um die Vorzüge der sehr leichten (146 Kilogramm vollgetankt), quirligen und vor allem preisgünstigen 400er schon längst. Andere Motorradfahrer, die an Funbikes und straßenzugelassenen Supermotos interessiert sind, lassen die DR-Z bei der Suche nach einem passenden Untersatz meist außen vor. Vergleichsweise geringe Leistung (40 PS) und ein Hubraummanko von mehr als 200 Kubikzentimetern gegenüber sehr populären Supermotos wie der KTM LC4 – seitens der Eisdielen-Jury ist da kein faires Urteil zu erwarten. Also lieber für sich selbst entscheiden und zur Probefahrt satteln! Extrem schlank mit vergleichsweise schmalem 140er-Hinter-reifen, schmaler Sitzbank, aber fetter Upside-down-Gabel tritt die SM mit sportlicher Angriffslust an. Nichts für Softies, sie fordert den Mut des Fahrers geradezu heraus, wenn es mit griffigen Reifen und Drehzahlen jenseits von 5000/min richtig zur Sache geht. Meistens klemmt der Treiber ab, bevor irgendetwas aufsetzt – die Schräglagenfreiheit ist genial. Die Bremsen sind auch bei langen, heftigen Passabfahrten nicht überfordert. Bestechend ist die Kombination von spielerischem Handling und dem agilen, auch bei hohen Belastungen dauerhaft standfesten Motor. Beim Breitensport auf extrem verwinkelten Sträßchen oder gar einer für Motorräder freigegebenen Kartbahn macht der Suzuki so schnell keiner was vor. Für die ganz harte Tour empfehlen sich Gabelfedern sowie eine Stoßdämpferfeder von Wilbers, Telefon 05921/727170, www.wilbers.de. Das hochwertige Serienfahrwerk langt jedoch allemal, und auch ohne am Anschlag unterwegs zu sein gilt für die DR-Z 400 SM: absteigen? Nein danke!

Tests in MOTORRAD
8/2005 (T), 12/2005 (VT)

T=Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229*MOTORRAD-Messungen

Internet
Fansites:
www.drz400s.de
Gebrauchtangebote:
https://www.1000ps.de/gebrauchte-motorraeder

Plus / Minus Suzuki DR-Z 400 SM (Archivversion)

Plus
Handling enorm gut
Zuverlässigkeit geht für eine Sportmaschine voll in Ordnung
Bremsen standfest und mit guter Wirkung

Minus
Sound wenig ansprechend
Autobahnfahrten mit hohen Drehzahlen sehr nervig und schlecht für den Motor
Gebrauchtangebot vergleichsweise gering

Marktsituation Suzuki DR-Z 400 SM (Archivversion)

Eine gezielte Suche lohnt, auch wenn die Offerten von Händlern und Privatanbietern (etwa gleich viel) sehr überschaubar sind. Die Nachfrage ist jedoch ebenfalls verhalten, so dass gute Exemplare via Internet einfach auszumachen sind. Von 2005 bis 2007 gebaut, 2008 nur Modelle mit Tageszulassung, kostete sie neu lediglich gut 5500 Euro. Zeitweise mit offiziellem Suzuki-Rabatt für unter 5000 Euro veräußert, liegt die SM als ordentlich gepflegte Gebrauchte mit deutlich unter 10000 Kilometern zwischen 3000 und 4000 Euro. Billiger werden im Winter eingesetzte, dann häufig angerostete Exemplare angeboten – eher die Ausnahme.

Technische Daten Suzuki DR-Z 400 SM (Archivversion)

Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 398 cm³, 29,4 kW (40 PS) bei 7600/min, Gewicht vollgetankt* 146 kg, Zuladung 194 kg, Tankinhalt 10 Liter, Sitzhöhe* 880 mm, Höchstgeschwindigkeit 140 km/h, Verbrauch* (Landstraße) 4,3 l/100 km, Normal.

Aprilia Pegaso 650 Strada (Archivversion)

Es war konsequent von Aprilia, 1990 die Pegaso 600 als ausgewiesenes Funbike auf den Markt zu bringen. Die Italiener hatten die Zeichen der Zeit erkannt, denn mit nur minimal umgerüsteten Enduros wie der Wind 600 hielt sich der Spaß auf Asphalt in Grenzen. Die Strada hat technisch mit der Pegaso von einst freilich nicht mehr viel gemein, Bremsfading, eine sich verwindende Gabel sowie ein etwas schwächlicher Motor gehören der Vergangenheit an. Genetisch ist die für 2005 neu konstruierte, stylische Pegaso 650 mit Namenszusatz „Strada“ (entfällt ab 2007 wieder) jedoch genau wie ihre Ahnin aufs Landstraßentoben programmiert. Und liegt damit wieder voll im Trend. Zwischenzeitlich hatte sich die Pegaso einen Ruf als solide Einzylinder-Reise-Enduro zugelegt, wurde häufig mit Koffern bestückt und machte betulichere Mittelklasse-Touristen aufgrund ihrer gutmütigen Fahreigenschaften glücklich. Auch prima, aber anders. Die exaltiertere Strada wirkt hingegen schon rein äußerlich deutlich aggressiver, schnittiger, kan-tiger – böse ausgedrückt: nicht so pummelig und dröge wie die 650er-Pegaso früherer Jahrgänge. Anders als bei der Vorgängerin werkelt in der Pegaso ab 2005 statt eines Rotax- ein potenter Minarelli-Motor mit völlig ausreichenden 48 PS. Der Einzylinder leistet auch in anderen Spaßgeräten wie Yamaha XT 660 X, MT-03 oder Derbi Mulhacén 659 zuverlässig seinen Dienst. Die Abstimmung im unteren Drehzahlbereich ist Aprilia allerdings nicht besonders gut gelungen. Beim flotten Asphaltsurfen spielt das zum Glück keine Rolle, und genau in dieser Disziplin brilliert die Strada, nicht zuletzt wegen ihrer fantastischen Vierkolben-Bremsen mit 320er-Scheibe sowie filigranen 17-Zoll-Rädern für den reinen Straßenbetrieb. Sauber verarbeitet und technisch ausgereift – die Italienerin ist als gute Gebrauchte genau passend für Bodenständige mit einem Faible für Extravagantes.

Tests in MOTORRAD
10/2005 (FB), 13/2005 (VT), 19/2006 (VT)

FB=Fahrbericht, T=Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229.*MOTORRAD-Messungen

Internet
Fansites
www.apriliaforum.de
Gebrauchtangebote:
https://www.1000ps.de/gebrauchte-motorraeder

Plus / Minus Aprilia Pegaso 650 Strada (Archivversion)

Plus
Bremsen ausgezeichnet
Sitzposition unverkrampft mit entspanntem Kniewinkel
Reichweite aufgrund des großen Tanks in dieser Klasse überdurchschnittlich

Minus
Motorabstimmung im unteren Drehzahlbereich verbesserungswürdig
Gewicht um 200 Kilogramm vergleichsweise hoch
Federbein etwas unterdämpft

Marktsituation Aprilia Pegaso 650 Strada (Archivversion)

Die Pegaso 650 ist gefragt, jedoch eher die älteren Modelle (1992 bis 2004), weil viele Privatanbieter ihre Maschine sehr preisgünstig (bis 2000 Euro) offerieren. Die modernere, aufgepeppte Pegaso ab Baujahr 2005 wird indes überwiegend von Händlern feil geboten, und als junge Gebrauchte entpuppt sie sich häufig als Ladenhüter. Preisforderungen über 4500 Euro sind daher sehr optimistisch. Gepflegte Pegaso Strada mit Laufleistungen um 10000 Kilometern sind bereits ab knapp über 3000 Euro (Neupreis: rund 7000 Euro) auszumachen. Zwischen 3500 und 4000 Euro ist die Auswahl gut und der Gegenwert stimmt.

Technische Daten Aprilia Pegaso 650 Strada (Archivversion)

Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 660 cm³, 35 kW (48 PS) bei 6250/min, Gewicht vollgetankt* 195 kg, Zuladung 206 kg, Tankinhalt/Reserve 16/3,5 Liter, Sitzhöhe* 800 mm, Höchstgeschwindigkeit 165 km/h, Verbrauch* (Landstraße) 4,6 l/100 km, Super.

Honda FMX 650 (Archivversion)

Hochwertige Edelstahl-Auspuffanlage, leichte Alu-Felgen, liebevolle Details wie ein Leuchtdioden-Rücklicht. Insgesamt bleibt die hübsche FMX 650 einer schlanken Supermoto-Linie treu und hat einen guten Auftritt. Eigentlich ein attraktives Angebot, das Honda seinen Kunden 2005 unterbreitete. Doch der Schuss ging daneben. Wieder einmal, denn schon mit den preisgünstigen Straßenenduros SLR 650 und Vigor versuchte Honda 1996 beziehungsweise 1999 des Motorrad-Einsteigers Seele zu treffen – und scheiterte. Bei der FMX wurde erneut der modifizierte Einzylindermotor aus der altehrwürdigen Dominator eingesetzt. Luftgekühlt, robust, bewährt – jedoch technisch ein Relikt aus den Achtzigern und wegen Geräusch- und Abgasbestimmungen auf magere 38 PS beschnitten. Hier liegt die Crux: Auch wenn die 650er mit 176 Kilogramm keinesfalls an Übergewicht leidet, hat dieser Motor einfach zu wenig Saft für ein aktuelles Motorrad, das auf Supermoto macht. Das behaupten jedenfalls unisono verschiedene Händler auf die Frage nach der Kundenresonanz. Honda argumentierte bei der Markteinführung zwar mit der enormen Anzahl an Führerscheinbesitzern ohne Maschine, sogenannte Schläfer, die mit der hippen FMX 650 wachgerüttelt werden sollten und denen gute Fahrbarkeit, ein günstiger Preis (unter 6000 Euro) sowie tolles Aussehen wichtiger sind als Endleistung. Gute Gedanken, die aber offenbar nur wenige teilten. Zu Neupreisen unter 5000 Euro wurde die Honda verramscht, und 2007 verabschiedete sie sich schon wieder vom deutschen Markt. Das macht die FMX als Gebrauchte hochspannend, denn wegen der allgemeinen Dumpingpreise passt sie in das Beuteschema cleverer Schnäppchenjäger. Wendig, jederzeit beherrschbar und sehr zuverlässig, außerdem erhältlich mit 34 PS, so empfiehlt sich die schicke Funduro insbesondere jungen Einsteigern. Aber auch für alle anderen Motorradfahrer ist die Honda beim Durchforsten des dichten Großstadt-Dschungels selbst mit 38 PS wirklich keine Spaßbremse.

Tests in MOTORRAD
7/2005 (FB), 10/2005 (T), 12/2005 (VT)

FB=Fahrbericht, T=Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229.*MOTORRAD-Messungen

Internet
Fansites:
www.honda-board.de
Gebrauchtangebote:
https://www.1000ps.de/gebrauchte-motorraeder

Plus / Minus Honda FMX 650 (Archivversion)

Plus
Angebote attraktiv, Gebrauchte häufig in gutem Zustand zum fairen Preis
Handlichkeit prima für Stadtverkehr
Erscheinungsbild attraktiv

Minus
Motorleistung nicht ausreichend, um in der Hubraumklasse konkurrieren zu können
Wiederverkauf aufgrund mangelnder Popularität eher schwierig

Marktsituation Honda FMX 650 (Archivversion)

Schon um 2500 Euro bieten Privatverkäufer die Honda an, Verhandlungsbasis wohlbemerkt. Händler-Offerten inklusive Gewährleistung starten um 3000 Euro. Gezielte Anfragen nach dem Modell sind dennoch selten, wenn, dann sind es jüngere Einsteiger, die nach einem bezahlbaren, zuverlässigen Motorrad suchen. Das größte Angebot an topgepflegten und gewarteten FMX mit in der Regel lediglich ein bis zwei Vorbesitzern und Laufleistungen unter 10000 Kilometern ist um 3500 Euro bei Vertragshändlern zu finden. Beinahe noch neuwertige Exemplare (nicht älter als ein Jahr, unter 5000 Kilometer) werden um 4000 Euro feil geboten.

Technische Daten Honda FMX 650 (Archivversion)

Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, 644 cm³, 28 kW (38 PS) bei 5750/min, Gewicht vollgetankt* 176 kg, Zuladung 179 kg, Tankinhalt/Reserve 11/3,8 Liter, Sitzhöhe* 875 mm, Höchstgeschwindigkeit 145 km/h, Verbrauch* (Landstraße) 5 l/100 km, Normal.

Alternativen (Archivversion)

Funduros existieren seit Ende der Achtziger, für die Straße konzipierte Supermotos seit Ende der Neunziger. Insgesamt also eher junge Motorradgattungen, dementsprechend bietet sich Interessierten ein vergleichsweise überschaubares Angebot. Neu hinzugekommen sind seit ein paar Jahren zweizylindrige Spaßgeräte wie Ducati Multistrada oder KTM 950 Supermoto, die zwar sehr beliebt sind, als Gebrauchte aber noch sehr teuer. Bei Forderungen deutlich über 5000 Euro sind diese Maschinen nur für gezielt nach Neuwert-Bikes Suchende relevant.
BMW F 650 CS
Wartungsarmer Zahnriemenantrieb, kräftiger, sparsamer Motor, hohe Zuverlässigkeit. Außerdem narren­sicher im Handling. ABS ist auch erhältlich. Die lediglich vier Jahre lang gebaute BMW (2002 bis 2005) ist die vernünftige Alternative unter den Unvernünftigen. 50 PS, 180 km/h, 193 kg, 3,7 l/100 km

Ducati Multistrada
Wird oft verkannt. Die Zweizylinder-1000er (2003 bis 2006, danach 1100er) ist genau wie die jüngere 620er-Schwester (2005/2006, 63 PS) gebraucht ab etwa 4500 Euro im Angebot. Straffes Fahrwerk, strammer Motor – ideal zum Straßenfegen. Daten 1000er: 84 PS, 210 km/h, 220 kg, 5,2 l/100 km

Husqvarna SM 610
Wie die KTM LC4 640 ein Supermoto-Pionier und seit 1998 im Programm. Schwedische Sportware, gebaut in Italien, mit viel motorsportlichem Stallgeruch. Tolle Bremsen, schier unendliche Schräglagenfreiheit. Ab 2500 Euro im Secondhand-Angebot. 53 PS, 160 km/h, 152 kg, 6,0 l/100 km

Kawasaki KLE 500
Braver Paralleltwin und softes Fahrwerk. Die etwas angestaubte KLE (von 1991 bis 2007 im Programm, Facelift 2005) fährt sportlicheren Einzylinder-Funduros zwar meistens hinterher, erfreut aber mit manierlicher Zweizylinder-Laufkultur und Preisen ab 1000 Euro. 45 PS, 160 km/h, 201 kg, 4,5 l/100 km

KTM 640 Duke II
Während die 640er-Supermoto durchaus auch Turniere bestreitet, ist die Duke II bekennende Freizeitsportlerin. Trotzdem sauschnell und immer noch radikal, der Motor ist schließlich derselbe. Die Vibrationen auch. Preislich geht’s für eine 1999er ab 2500 Euro los. 54 PS, 165 km/h, 159 kg, 4,4 l/100 km

KTM 950 Supermoto
Der V2 macht sogar auf der Kartbahn Spaß, und auf der Landstraße mit größeren Radien geht die starke 950er ab wie Schmidts Katze. Zweizylinder-Supermotos liegen im Trend, gebraucht ist die 2005 eingeführte KTM allerdings kaum unter 6000 Euro zu ergattern. 98 PS, 215 km/h, 206 kg, 5,3 l/100 km

MZ Baghira Street Moto
Sanfte Supermoto oder eher radikale Funduro? Egal, die Street Moto mit ihrem eigenständigen Design (hört auch auf den Namen „Black Panther“, Bauzeit von 1999 bis 2006) ist ab 2000 Euro erhältlich. Der solide Fünfventil-Single stammt von Yamaha. 50 PS, 160 km/h, 179 kg, 4,2 l/100 km

Yamaha XT 660 X
Handlich, gleichzeitig stabil. Komfortabel, aber nicht schwammig. Sparsamer, alltagstauglicher Einspritz-Einzylinder. Die XTX (seit 2004 im Programm, gebraucht ab 3000 Euro) ist ein perfekter Allrounder. Gestylt als Supermoto, aber zu schwer für sportliche Wettbewerbe. 48 PS, 160 km/h, 189 kg, 3,1 l/100 km

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