Gebrauchtberatung Suzuki GSF 1200 Bandit (Archivversion)

Suzuki GSF 1200 Bandit

Unprätentiös, zuverlässig, preiswert. Die 1200er-Bandit: auch ohne Zuckerguss und Sahnehäubchen ein leckeres Big Bike. Und die Auswahl an Secondhand-Schnitten ist bombastisch.

Wie geschnitten Brot ging die GSF 1200 weg, als sie für kalorienarme 15000 Mark vor zehn Jahren auf den Markt kam. Rund 4000 Stück waren es allein beim Start 1996, das modernisierte 2001er-Modell verkaufte sich sogar 5600-mal. Die Beliebtheit verwundert kaum, denn in der Bandit-Backmischung steckt alles drin: Dampf und Bums, ein handliches Fahrwerk sowie appetitliches Aussehen mit konservativ-klassischen Linien. Das schmeckt allen, jung und alt, Landstraßen-
heizern wie -genießern. Und Touristen wählen die halbverschalte S-Variante, hängen Koffer dran, und ab geht’s gen Horizont – oder auch nur auf die Hausstrecke. Die große Bandit ist nicht langweiliges Brot und Butter, sondern Brot für die Welt. Nicht zuletzt auch aufgrund ihres Preises, gegenüber der direkten Kon-
kurrenz liegt die Suzuki immer auf niedrigem Level. Aber nur diesbezüglich. Das macht sie zum Bestseller, von dem heute rund 35000 Fahrzeuge – Grauimporte nicht eingerechnet – im Bestand sind. Nachdem der Neufahrzeugverkauf 2004 etwas zurückging, kam dieses Jahr ein frisches Modell mit serienmäßigem ABS. Auf die stabilen Preise für gebrauchte Banditen wirkt sich die Neue kaum aus. Gute Offerten lassen sich dennoch problemlos fin-
den, da das Angebot enorm groß ist.
Anzeige

Marktsituation (Archivversion)

Ältere Modelle (Baujahr 1996/97) des Typs GV 75 A sind
trotz Laufleistungen um 30000 Kilometer bei Bandit-Kennern
gefragt, weil sie durch Umrüstung auf bestimmte legale
Nachrüstschalldämpfer deutlich an Leistung gewinnen. An-
sonsten verkauft sich die erste Bandit lediglich in gepflegtem
Originalzustand oder zum Dumping-Preis. Beliebter ist der
nachfolgende Typ WV A 9, und davon insbesondere die S-Variante. Scheckheftgepflegte Fahrzeuge mit Laufleistungen um 10000 Kilometer finden meist umgehend einen neuen Besitzer, der sich nach Alternativen zum Neumaschinenkauf umschaut. Ab 6000 Euro gibt’s übrigens schon neuwertige 2006er-Vorführ- und Vorjahresmodelle.

Modellpflege (Archivversion)

1996 Markteinführung der Suzuki GSF 1200 Bandit
und 1200 Bandit S. Typbezeichnung: GV 75 A. Preis: 14490 Mark für das nackte Modell und 15190 Mark
für die S-Version mit Halbschale

1997 Zusätzlich wird das Modell GSF 1200 SA
mit ABS, längerer Schwinge, modifizierten Rädern
und einer größeren Bremsscheibe angeboten.
Preis für die SA: 16690 Mark.

2001 Umfassende Modellpflege: Beim Typ WV A 9
sind Tank, Sitzbank, Cockpit und Verkleidungsteile neu
gestylt. Der Motor erhält neue Vergaser, modifizierte
Nockenwellen sowie einen größeren Ölkühler und ein
neu programmiertes Kennfeld für die Zündung. Dazu kommen Modifikationen am Fahrwerk: geändertes
Rahmenlayout zugunsten eines besseren Handlings, Gabelfedern mit höherer Federrate sowie ein Federbein mit stärkerer Dämpfung. Außerdem ersetzen Sechs- die bisherigen Vierkolben-Bremssättel. Preis: 15990 Mark.
Die S-Version erhielt außerdem eine größere Verkleidung und kostet 16990 Mark
2004 Für die Erfüllung der Euro-2-Norm sorgen ein unge-
regelter Kat und ein neues Steuergerät der Zündung. Das Leergewicht der 7850 Euro teuren 1200er (S-Variante: 8130 Euro ohne Nebenkosten) erhöht sich um ein Kilogramm

2005 Der Scheinwerfer wird beim Drücken des Starterknopfes automatisch ausgeschaltet, um die Batterie
beim Startvorgang zu entlasten. Sondermodell GSF
1200 Bandit Z/SZ mit blau-weißer Speziallackierung

2006 Der neue Typ WV CB mit geändertem, an die
Bandit 650 angelehntem Design ist nur noch mit
ABS erhältlich. Schwinge verstärkt und 45 Millimeter länger, Radstand 1480 statt bisher 1430 Millimeter.
Der Federweg hinten wächst von 125 auf 136 Millimeter. Bremsanlage mit Vier- statt bisher Sechskolben-Fest-
sätteln vorn, hinten Einkolben-Schwimmsattel statt Zweikolben-Festsattel. Neue Räder, Vorder- und Hinter-
radachsen mit größerem Durchmesser. Die Sitzbank
ist 30 Millimeter schmaler, bei der Sitzhöhe stehen zwei Stufen zur Wahl: 785 oder 805 Millimeter. Neu gestaltete Instrumente mit Digital-Tachometer. Preis: 7850 Euro
(S-Version 8150 Euro)

Tests in MOTORRAD (Archivversion)

10/1995 (T), 16/1997 (KV), 12/1998 (VT), 22/1999 (VT), 25/2000 (VT), 2/2001 (TT),
8/2001 (VT), 12/2001 (VT), 23/2001 (VT), 16/2002 (VT), 26/2003 (VT), 11/2004 (TT), 10/2005 (VT), 19/2005 (VT), 10/2006 (VT), 15/2006 (VT), 18/2006 (VT)

Internet (Archivversion)

www.banditforum.de
Umfangreiches Fan-Forum
www.bandit-treff.de
Hoher Info-Gehalt
www.1200bandit.de Übersichtliche Liste mit Schraubertipps
www.motorradonline.de Forum mit Markentreff, Kleinanzeigen, Tests

Besichtigung (Archivversion)

Die 1200er-Bandit hat in ihrer zehnjährigen Bauzeit einen guten Ruf als zuverlässige Maschine erlangt. Der robuste Vierzylinder erreicht bei ordentlicher Wartung auch sechsstellige Laufleistungen. Den-
noch ist Obacht geboten, da einige Fahrer die kraftstrotzende Maschine mit Wheelie-Einlagen, heftigen Ampelstarts oder bei sonstigen Drehzahlorgien malträtiert haben. Das verträgt das Getriebe auf Dauer nicht, daher bei Fahrzeugen mit hoher Kilometerleistung bei der Probefahrt auf mechanische Geräusche achten. Außerdem gibt es vereinzelt bei 2001er-Modellen Schwierigkeiten mit den Kolben,
die sich durch hohen Ölverbrauch und im Extremfall durch Klappergeräusche äußern. Die meisten betrof-
fenen Motorräder wurden zwar längst als Garantiefall kuriert, doch bei Exemplaren mit weniger als 10000 Kilometer auf der Uhr wurde das Problem unter Umständen noch nicht behoben. Generell
lohnt eine Prüfung des Lenkkopflagers. Selbst bei normaler Beanspruchung hält dieses stressgeplagte Bauteil an der Bandit nur rund 20000 Kilometer.
Viele GSF sind mit Anbauteilen aus dem Zubehör-
handel wie Auspuff oder Lenker bestückt – darauf achten, dass die Fremdprodukte zugelassen sind.

Technische Daten (Archivversion)

Motor
Luft-/ölgekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, zwei oben liegende,
kettengetriebene Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Schlepphebel, Nasssumpfschmierung, Gleichdruckvergaser, Ø 36 mm, ungeregelter Kata-
lysator und Sekundärluftsystem, Lichtmaschine 550 Watt, Batterie 12 V/
10 Ah, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 79,0 x 59,0 mm
Hubraum 1157 cm3
Verdichtungsverhältnis 9,5:1
Nennleistung
72 kW (98 PS) bei 8500/min
Max. Drehmoment
92 Nm bei 6500/min

Fahrwerk
Doppelschleifenrahmen aus Stahl, Tele-
gabel, Ø 43 mm, Zweiarmschwinge aus Aluminium, Zentralfederbein mit Hebel-
system, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 310 mm, Sechskol-
ben-Festsättel, Scheibenbremse hin-
ten, Ø 240 mm, Zweikolben-Festsattel.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17, 180/55 ZR 17

Maße und Gewichte
Radstand 1430 mm, Lenkkopfwinkel 64,4 Grad, Nachlauf 104 mm, Feder-
weg v/h 130/125 mm, Sitzhöhe* 810 mm, Gewicht vollgetankt* 246 kg,
Zuladung* 208 kg, Tankinhalt/Reserve 20/3 Liter.

messungen
(MOTORRAD 11/2004)

Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h

Beschleunigung
0–100 km/h 3,3 sek
0–140 km/h 5,7 sek
Durchzug
60–100 km/h 4,3 sek

Verbrauch Normalbenzin
(bei 100 km/h) 5,1 l/100 km
(bei 130 km/h) 5,4 l/100 km

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote