Gebrauchtberatung Suzuki GSX-R 1000 (Archivversion) Leicht-Kraftwerk

In Leistung und Rasanz hat die Suzuki GSX-R 1000 keine Konkurrenz zu fürchten. Ist sie auch als Gebrauchte ideal für sportliche Fahrer?

Seit ihrem Debüt im Jahr 2001 gilt die Suzuki GSX-R 1000 als das Superbike par excellence. Ob im Vergleich auf der Straße oder auf der Rennstrecke, der Kilogixxer, wie die Tausender im Biker-Volksmund heißt, lässt nichts anbrennen. Was selbst die Konkurrenz neidvoll anerkennen muss. Rund 6000 Exemplare verkauften die Japaner von ihrem sportlichen Aushängeschild in gut zwei Jahren. Nicht verwunderlich, dass nach diesem Zeitraum die GSX-R zu Saisonbeginn schon häufiger auf dem Gebrauchtmarkt zu finden war, zumal Suzuki dieses Frühjahr mit der ersten grundlegenden Modellüberarbeitung die Stufe zwei gezündet hatte.Das relativ gute Angebot an Secondhand-Maschinen galt allerdings nur bis etwa Ende März. Mit dem in Ansätzen schon richtig sommerlichen April schmolz der Bestand an gebrauchten GSX-R 1000 mit Laufleistungen zwischen 5000 und 15000 Kilometern schnell und beständig ab wie der letzte Schnee auf sonnenbeschienenen Alpengipfeln. Auch die Preise, die sich anfänglich von 8500 bis 9500 Euro eingependelt hatten, begannen mit jedem warmen Tag zu steigen. Mitt-lerweile haben sie sich für die wenigen im Internet bei mobile.de angebotenen Exemplare ab zirka 9000 auf der nach oben offenen Euroskala eingependelt.Die Gebrauchte, die MOTORRAD unter die Lupe genommen hat, stand bei Werner Hiller, seit mehr als 30 Jah-ren Jahren Suzuki-Händler im Stuttgarter Westen, zum Verkauf. Mit 9990 Euro kein Sonderangebot. Aber mit nur knapp über 3000 Kilometern auf dem Tacho und Erstzulassung vom August letzten Jahres bekommt man noch 14 Monate Garantie und ist somit bei eventuell auftauchenden Problemen auf der sicheren Seite.Abgesehen davon sieht die Maschine ohnehin aus wie frisch aus dem Schaufenster. Lenker, Griff- und Spiegel-Außenseiten sind ohne Schrammen. Ebenso die Unterseiten des Verkleidungskiels, Fußrasten und Schalldämpfer, wie ein prüfender Blick und eine Fingerspitzenkontrolle ergeben. Auch an Kette, Ket-tenrad und Bremsbelägen lassen sich kaum Gebrauchsspuren ausmachen. Einzig sicheres Zeichen, dass die GSX-R tatsächlich schon gefahren wurde, sind deutliche Laufspuren an der Außenschulter des Hinterreifens.Auf unsere Frage an Werner Hiller, ob denn an dem Preis nicht noch ein bisschen was zu drehen sei, ernten wir ein ungläubiges Lächeln. »Wisst ihr überhaupt, wie rar Mitte Mai gerade eine so taufrische GSX-R 1000 mit so weni-gen Kilometern ist?« Offensichtlich nicht, geben wir etwas zerknirscht zu und schieben nach: »Wir dachten, mit der K3, dem 2003er-Modell, würde ein Groß-teil der alten Version auf den Markt geschwemmt.« »Bei den 150 Maschinen pro Jahr, die wir in Zahlung nehmen, war die GSX-R 1000 bereits vergangenes Jahr Mangelware. Wenn das Angebot so knapp ist, bleibt der Preis für Gebrauchte konstant oben. Die Maschinen haben, ganz im Gegensatz zu euren Langstreckenmaschinen, meistens noch nicht einmal 10000 Kilometer auf der Uhr. Wer verkauft da, wenn es – abgesehen von der noch etwas besseren Neuen – bislang nichts Schärferes gibt?«Damit hat er, obwohl Werner Hiller als eingefleischter Suzuki-Händler spricht, sicherlich Recht, was die Rolle dieses Modells auf dem deutschen Markt angeht. Wer auf japanische Supersportler steht, kommt auch 2003 an der GSX-R 1000 nicht vorbei.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote