Gebrauchtberatung Tourer für 5000 Euro (Archivversion)

Auf die günstige Tour

Motorräder mit eingebautem Fernweh kosten neu weit über 10000 Euro. Bei schmalerem Reisebudget lohnt der Blick auf den Secondhand-Markt. In unserer Gebraucht-beratung stellen wir sechs attraktive Tourer für jeweils 5000 Euro vor.

Der Gebrauchtkauf eines klassischen Tourers ist nicht ganz ohne. Denn diese Motorräder werden meist ausgiebig bei Wind und Wetter bewegt. Gerade Modelle wie die hier vorgestellten BMW R 1100 RT oder Honda Pan European weisen oft Laufleistungen ­weit jenseits von 50000 Kilometern auf. Zwar dürften die Motorräder diese hohen Distanzen locker wegstecken. Das zeigen auch die Erfahrungen aus den Dauertests von MOTORRAD, die bei typischen Tourenbikes anstelle der üblichen 50000 Kilometer sogar die doppelte Distanz betragen können. Schwere Patzer traten dabei keine auf. Gleichwohl muss bei hohen Tachoständen irgendwann mit kostspieligen Reparaturen gerechnet werden: wenn der Austausch ausgelutschter Federelemente ansteht, Lager verschlissen sind oder die Sitzbank neu aufgepolstert werden muss. Wer sorgfältig den Markt beobachtet und sich nicht auf ein bestimmtes Modell festlegt, kann aber auch einen top gepflegten Tourer mit geringer Laufleistung finden. Beispielsweise eines der Modelle, die wir in der folgenden Übersicht gelistet haben.
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BMW R 1100 RT (Archivversion)

Rasch touren, damit wäre das Kürzel der R 1100 RT besonders treffend übersetzt. Zwar ist die BMW mit ihren üppigen 285 Kilogramm kein Leichtgewicht, lässt sich dafür aber erstaunlich sportlich bewegen. Und solo gefahren geht der mächtige Windjammer unter den Boxern fast schon als handlich durch. Selbst mit zwei Reisenden und vollbeladen mit Gepäck bleibt das Tourenschiff sauber auf Kurs, weder Schaukeln noch Rühren trüben die Freude am Fahren. Lediglich der im Zweipersonenbetrieb früh aufsetzende Hauptständer mahnt zu gemäßigter Fahrweise. Mit der höhenverstellbaren Scheibe besitzt die 1100er ab Werk nicht nur einen tollen Wind- und Wetterschutz. Zur Serienausstattung der RT gehören neben dem ABS auch ein ausgeklügeltes Koffersystem, das nur aufgesteckt und durch Einklappen des Tragegriffs gesichert werden muss. Die bei BMW-Motorrädern obligatorischen Heizgriffe sind bei fast allen Gebrauchtangeboten vorhanden. Ebenfalls ein beliebtes Extra: das Bordradio. Etwas glanzlos kommt dagegen der Motor rüber: Der Boxer dreht zäh hoch und nervt mit Konstantfahr­ruckeln sowie feinen Vibrationen in den Lenkerenden. Das Getriebe ist lästig zu schalten, immer wieder schleichen sich Zwischengänge ein. Gebrauchtinteressenten sollten bei der RT vor allem auf regelmäßige Inspektionen achten. Besonders muss man den Kardanantrieb auf möglichen Ölverlust an den Dichtungen kontrollieren.

Daten Zweizylinder-Boxermotor, 1085 cm³, 66 kW (90 PS), Gewicht 285 kg, Zuladung 205 kg, Tankinhalt 25,2 Liter, Sitzhöhe 810 mm, Höchstgeschwindigkeit 203 km/h, Verbrauch Landstraße 5,4 Liter/100 km (Super).
MarktsituationBaujahre km-Stand Preis in Euro
1998–2000 über 60000 4800–5300
um 45000 5500–5900
unter 30000 ab 6000

Tests in MOTORRAD 20/1995 (T), 11/1996 (VT), 24/1999 (VT)T=Test, VT=Vergleichstest;Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229
Internet Der Standard-Link für BMW-Fahrer im Web lautet www.boxer-forum.de. Klein, aber durchaus fein ist das Forum www.rt-freunde.de gestaltet.

Fazit
Die BMW R 1100 RT ist als luxuriös ausgestatteter Fulldresser die Tourenmaschine par excellence, hat bei der Motor- und Getriebeabstimmung allerdings Defizite. Preise und Laufleistungen sind hoch.

Honda ST 1100 Pan European (Archivversion)

Die schwersten Stunden der Pan European liegen weit ­in der Vergangenheit. Denn bei ihrer Präsentation 1990 zeigte sich die Motorradwelt zunächst geschockt: Darf so viel Verkleidung überhaupt noch Motorrad sein? Der Verkauf lief schleppend an, doch dann eroberte die ST 1100 die Tourerherzen im Handstreich. Ihr V4-Motor punktet mit einer einzigartigen, souveränen Kraftentfaltung, zum reaktionsarmen und nahezu pflegefreien Kardan gesellt sich eine exzellente Sitzergonomie für das Bordpersonal mit perfektem Wetterschutz. Ermüdungsfrei können Hunderte Kilometer in einem Rutsch bewältigt werden. Passend dazu der moderate Verbrauch, der sehr hohe Reichweiten ermöglicht. 1992 setzte Honda noch einen drauf. Gegen Aufpreis gab es die Pan Euopean mit ABS (ab 1996 zusätzlich mit Verbundbremssystem) und der TCS genannten Traktionskontrolle. Damit war der Pan European die technische Dominanz in der Supertourerszene sicher. Souverän schlug sich die Honda im MOTORRAD-Langstreckentest. Hier war die Pan European über ganze 100000 Kilometer gefordert. Das nüchterne, aber umso brillantere Ergebnis: Kein Bauteil bewegte sich an oder über der Verschleißgrenze.Als einziges Manko blieb, dass die ST bis zum Modellende im Jahr 2000 über keine Abgasreinigung verfügte. Gebraucht wird die ST 1100 nur sehr unwillig verkauft – was auch damit zu tun hat, dass die 1300er-Nachfolge-Pan mit Fahrwerksschwächen zu kämpfen hat.

Daten Vierzylinder-V-Motor, 1085 cm³, 72 kW (98 PS), Gewicht 328 kg, Zuladung 189 kg, Tankinhalt 28 Liter, Sitzhöhe 780 mm, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Verbrauch Landstraße 4,6 Liter/100 km (Normal).
MarktsituationBaujahr km-Stand Preis in Euro
1996–2000 über 75000 4000–4800
um 50000 5000–5800
unter 30000 5900–6500

Tests in MOTORRAD 12/1990 (T), 19/1992 (LT), 19/2000 (VT), 6/2004 (GK)T=Test, LT=Langstreckentest, VT=Vergleichstest, GK= Gebrauchtkauf; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229
Internet Der ST-Owners-Club Germany trifft sich ­unter www.pkoch.de, Fans tauschen sich im Forum unter www.st1100.de aus.

Fazit
Eine Honda wie aus dem Bilderbuch: perfekt gemacht und mit hoher Zuverlässigkeit. Die ST ist gebraucht begehrt und nur schwer zu bekommen. Bei der Ausstattung unbedingt auf das ABS achten.

Honda VFR (Archivversion)

Sie sind auf der Suche nach dem Besten aus zwei Welten? Geeignet für die relaxte Urlaubstour zu zweit wie für einen feurig scharfen Ritt über die Hausstrecke? Dann halten Sie nach einer VFR Ausschau. Das Kürzel hat sich über ein Vierteljahrhundert bewährt. Die VFR gilt als sportliches Allroundtalent, das zudem durch den technisch anspruchsvoll konstruierten V4-Motor einen ganz eigenen Charme und Charakter zeigt. Interessant für unsere Preisklammer von 5000 Euro sind die Modelle der dritten (Herstellercode RC 46/1) und vierten (RC 46/2) Generation. Wobei die RC 46/1 – ab 1998 im Progamm – eindeutig als das Tourenbike in der VFR-Familie gilt. Anhän- ger der sportlichen Abstimmung werden mehr Freude an der RC 46/2 (ab Baujahr 2002) haben, deren Fahrwerk deutlich straffer, aber keineswegs unkomfortabler abgestimmt ist. Als weiteren Vorteil haben viele VFR-Modelle der letzten Generation ein ABS an Bord. Allerdings hat »die Zwo« gegenüber der RC 46/1 deutlich an Gewicht zugelegt (von 237 auf 253 Kilogramm). Dazu ist sie mit einer variablen Ventilsteuerung ausgerüstet, die den Durchzug durch Umstellung von Zwei- auf Vierventilbetrieb steigern soll. Im Fahrbetrieb wird die ausgefeilte Technik eher als lästig empfunden. Um die Zuverlässigkeit muss man sich hingegen kaum sorgen: In den MOTORRAD-Langstreckentests machte die VFR stets eine gute Figur. Das Interesse an gebrauchten Maschinen ist verhalten. Beim Preispoker hat man deshalb gute Karten.

Daten (RC 46/1) Vierzylinder-V-Motor, 782 cm³, 72 kW (98 PS), Gewicht 237 kg, Zuladung 186 kg, Tankinhalt 21 Liter, Sitzhöhe 805 mm, Höchstgeschwindigkeit 235 km/h, Verbrauch Landstraße 6,6 Liter/100 km (Normal).
MarktsituationBaujahre km-Stand Preis in Euro
2000–2002 über 35000 4600–4900
um 20000 5000–5500
unter 15000 5600–6200

Tests in MOTORRAD 2/1998 (T), 7/1998 (VT), 11/1999 (LT), 25/2001 (TT), 17/2002 (LT), 10/2004 (ABS-VT), 2/2008 (GK)
T=Test, VT=Vergleichstest, LT=Langstreckentest, TT=Top-Test, GK= Gebrauchtkauf;Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229
Internet Die Anlaufadresse im Web ist die Seite des VFR-Owners-Club unter www.vfr-oc.de.

Fazit
Ein Motorrad mit vielen Facetten. Einerseits der Kumpel, der alles gerne mitmacht. Andererseits mit technischen Raffinessen gewürzt, die der VFR einen elitären Nimbus verleihen. Für Hausstreckenjäger mit Fernreiseplänen.

Triumph Sprint ST (Archivversion)

Sportlich wie touristisch auf Top-Niveau, dazu leckere Schmankerln wie die Einarmschwinge. Kommt Ihnen bekannt vor? Kein Wunder, die Vorlage für die Sprint ST ist Hondas Dauerbrenner VFR. Allerdings hat die Triumph mit dem Dreizylindermotor einen ganz eigenen Charakter, der sie dann schon wieder unverwechselbar macht. Der Triple ist ein agiles und zugleich zuverlässiges Triebwerk. Der dynamische Antritt wird durch ein spurstabiles Fahrwerk unterstützt, das zudem genügend Reisekomfort bietet und auch vollbeladen mit Gepäck und Sozius nicht schwächelt. Passenderweise ließ sich die ­ST mit Koffern und Topcase ordern. Doch die hohen Mehrkosten (rund 1500 Euro) und der umständliche Anbau (Schalldämpfer muss tiefergelegt werden) schreckte etliche Interessenten wieder ab. Das Gebrauchtangebot ist sehr gut, das Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiv.

Daten Dreizylinder-Reihenmotor, 956 cm³, 72 kW (98 PS), Gewicht 242 kg, Zuladung 210 kg, Tankinhalt 21 Liter, Sitzhöhe 820 mm, Höchst­geschwindigkeit 237 km/h, Verbrauch Landstraße ­5,8 Liter/100 km (Super).
MarktsituationBaujahre km-Stand Preis in Euro
2000–2001 über 35000 4100–4500
um 25000 4600–5000
unter 20000 5100–6000

Tests in MOTORRAD 2/1999 (VT), 6/1999 (KV), 1/2002 (VT), 7/2003 (GK)
VT=Vergleichstest, KV=Konzeptvergleich, GK=Gebrauchtkauf; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229
Internet Die Online-Community von Triumph-Fahrern ­ist unter dem Link www.t5net.de zu erreichen.

Fazit
Die Sprint ST hat sich bei den Sporttourern einen Namen gemacht. Geschätzt wird sie nicht nur wegen des charaktervollen Motors, auch das Fahrwerk gefällt. Dank der robusten Technik ist sie als Gebrauchte interessant.

Ducati ST4 (Archivversion)

Eine waschechte Ducati, die zudem einen echten Komfortbonus bietet? Gibt es. Heißt ST4 und hat es vor allem auf die Freunde von Exklusivreisen abgesehen. Allein das Buchen eines Ducati-Trips ist nicht einfach: Die Angebote an gebrauchten ST4 halten sich in Grenzen, das Preisniveau ist markentypisch hoch. Allerdings stimmt in den meisten Fällen der Gegenwert. Ducatis werden überdurchschnittlich gut gepflegt und mit vergleichsweise geringer Laufleistung angeboten, verhunzte oder richtig runtergerittene Exemplare sind die Ausnahme. Freilich kann trotz perfekter Pflege die Technik Probleme bereiten. Im MOTORRAD-Langsteckentest zeigte die ST4 nach 50000 Kilometern deutliche Schwächen. Wichtige Motorteile (Kupplung, Schlepp- und Kipphebel, Nockenwellen, Ventile) wiesen gravierende Schäden auf. Schade, denn die Duc mit dem Supersportmotor aus dem Kultbike 916 ist aus dynamischer Perspektive ein klasse Motorrad mit überzeugendem Fahrwerk – passend für alle Lebenslagen, die aufrecht und lässig sitzend angegangen werden.

Daten Zweizylinder-V-Motor, 916 cm³, 76 kW (103 PS), Gewicht 237 kg, Zuladung 183 kg, Tankinhalt 21 Liter, Sitzhöhe 840 mm, Höchstgeschwindigkeit 252 km/h, Verbrauch Landstraße 6,3 Liter/100 km (Super).
MarktsituationBaujahre km-Stand Preis in Euro
1999–2001 über 30000 4500–4900
um 20000 5000–5500
unter 10000 5600–6200

Tests in MOTORRAD 25/1998 (T), 23/1999 (VT), 26/2000 (LT)T=Test, VT=Vergleichstest, LT=Langstreckentest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229
Internet ST-Fahrer tauschen sich mit anderen ­Ducati-Fans auf den Seiten www.duc-forum.de und www.diva-di-bologna.de aus.

Fazit
Überzeugendes Fahrwerk, klasse Motor, traumhafter Sound. Die ST4 ist durch und durch eine Ducati, die vor allem komfortabel ist. Bei Anschaffung und Unterhalt muss aber hoch kalkuliert werden.

Zubehör für die Reise (Archivversion) - Rein damit ins Gepäckabteil

Auf Reisemotorrädern muss das Gepäck gut verstaut werden. Tipps zum Einpacken.
Wer lange und ausgiebig tourt, braucht Stauraum. Gut, wenn das Motorrad bereits ab Werk mit einem optimal angepassten Gepäcksystem ausgerüstet ist. Zumal dann die Kofferträger in aller Regel dezent ins Fahrzeug integriert sind und bei der Fahrt ohne Koffer nicht als störendes Stahlgeweih das Heck verunzieren. Wer sein Motorrad vornehmlich zum Reisen nutzen will, sollte des­halb schon bei der Suche gezielt Angebote inklusive Koffersystem ins Auge fassen. In der Regel stellt aber auch das Nachrüsten kein Problem dar. Sind bereits Aufnahmen für ein Gepäcksystem vorhanden, sollte man die passende Originalware vom Hersteller kaufen. Ansonsten empfehlen sich die (meist günstigeren) Zubehörsysteme. Pfiffig sind Trägerlösungen, die sich über Schnellverschlüsse abnehmen lassen (www.sw-motech.de, www.jfmotorsport.de).

Navigationsgeräte (Archivversion) - Kommt garantiert gut an

Standard bei Autos, immer gefragter beim Motorrad: das Navi für den Biker.

Navigationsgeräte leisten auf Reisen wertvolle Dienste, indem sie neben der reinen Routenführung auch bei der Suche nach der nächsten Tankstelle, einem Hotel oder sogar einer Werkstatt in der Umgebung helfen. Doch nicht jeder handelsübliche Navigator eignet sich für den Einsatz auf dem Bike. In der Praxis haben sich bei MOTORRAD das TomTom Rider 2 (ab 499 Euro) und das Garmin Zumo 400 (ab 599 Euro) bewährt. Beide Geräte sind serienmäßig mit Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz (Garmin zusätzlich mit Tschechien) ausgestattet, Digitalkarten für ganz Europa können extra erworben werden. Während das Zumo 400 mit zahlreichen Features wie Routenaufzeichnung, automatischer Zoomfunktion und Möglichkeiten zur Offroad-Navigation sowie brillantem Display glänzt, kann das TomTom vor allem durch seine robuste Halterung und die pfiffige, besonders aufs Motorrad abgestimmte Menüführung punkten.

Yamaha XJ 900 S Diversion (Archivversion)

Die 900er-Diversion ist das Bike für den Vernunftmenschen, bietet sie doch großen Reisekomfort zum Schnäppchentarif. Die XJ 900 S Diversion konnte 1994 erfolgreich durchstarten: Durchzugsstarker Motor, wartungsarmer Kardanantrieb, attraktiver Preis waren gewichtige Kaufargumente. Gerade Letzterer hat sich bis heute gehalten. Auf dem Gebrauchtmarkt tummeln sich etliche XJ 900, die wie geleckt dastehen. Auch in puncto Zubehör wird von den Vorbesitzern einiges geboten. So lassen sich immer Offerten finden, bei denen eine höhere Verkleidungsscheibe und ein Koffersatz die Tourenquali­tät noch­mals steigern. Auch bei den Federelementen wurde häufig durch höherwertige, besser ansprechende Federn und Dämpfer ­aus dem Zubehör deutlich nachgebessert. Zu den Schwachpunkten der Diversion zählt neben hohem Gewicht – 276 Kilogramm sind für eine halbverschalte 900er einfach zu viel – auch ­der exorbitante Benzinverbrauch, der bei forciertem Reisetempo auf der Autobahn schon mal die Zehn-Liter-Marke sprengt. Mit gezügelter Gashand lässt sich die XJ allerdings unter fünf Litern fahren. Ein spezieller Tipp zur Bereifung: Neben dem Bridgestone BT 020 hat sich auch der Metzeler ME Z4 bewährt. Im MOTORRAD-Langsteckentest – auch bei diesem Modell über 100000 Kilometer – wurden Rissbildungen im Auspuffsammler festgestellt. Das Problem lässt sich zwar durch Schweißen günstig beheben. Es empfiehlt sich aber, bei der Besichtigung vor Ort darauf zu achten. Steht beim Kardanantrieb ein Ölwechsel an, sollte ein dünnflüssiges Synthetiköl (SAE 75W90) verwendet werden.

Daten Vierzylinder-Reihenmotor, 892 cm³, 66 kW (90 PS), Gewicht 276 kg, Zuladung 194 kg, Tankinhalt 24 Liter, Sitzhöhe 795 mm, Höchstgeschwindig­-keit 209 km/h, Verbrauch Landstraße 5,8 Liter/100 km (Normal).
MarktsituationBaujahre km-Stand Preis in Euro
2001–2003 über 30000 4000–4500
um 25000 4600–4800
unter 20000 4900–5300

Tests in MOTORRAD 21/1994 (T), 6/1996 (VT), 17/1997 (LT), 23/2000 (MR), 13/2004 (GK)
T=Test, VT=Vergleichstest, LT=Langstreckentest, MR=Modellreport,GK= Gebrauchtkauf; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229
Internet Gute Anlaufpunkte finden sich im Web unter www.xj-forum.de und ww.xj-900.de.

Fazit
Preiswert und zuverlässig – die XJ 900 S Diversion ist ein Tourer, der auch ins schmale Reisebudget passt. Mankos sind das hohe Gewicht und der Verbrauch bei flotter Fahrt. Besonderes Plus: der Kardan.

Alternativen (Archivversion)

Aprilia RST 1000 Futura Ein Nischenmodell für Freunde exotischer Ware. Die Zutaten sind hier besonders lecker angerichtet. Sahnestücke sind der kraftvolle 1000er-V-Twin-Motor und ein erstklassiges Fahrwerk. Wem das Design gefällt: sofort kaufen!

BMW K 1100 LT Brav und bieder, diese BMW aus der guten, alten Zeit. Erdige Hausmannskost, in der aber alles drin ist. Die Extraliste ist in der Regel lang, die Kilo­meterstände sind beachtlich. Vorsicht: Das Preisniveau ist hier sehr hoch

Harley-Davidson E-Glide Die Altersver­sorgung für Tourenfreunde. Hoher Unter­haltungswert selbst auf den kürzesten Etappen. In der Regel mit XXL-Ausstattung. Die Preise sind hoch, doch hier kauft man mehr eine Philosophie als ein Motorrad

Honda GL 1500 Gold wing Keine Harley-Kopie, auch hier eine ganz eigene Philo­sophie. Wie das »Vorbild« ein Produkt aus den USA. Einmaliger Charme dank Sechszylinder-Boxer-Triebwerk. Die Gold Wing wird von eingeschworenen Fans bewegt

Kawasaki ZZR 1200 Ein großes Bike für Große. Kleinere Fahrer haben Probleme mit dem Sitzlayout. Wenn es passt, dann Gas geben. Die Kawa bietet zwei Personen samt Gepäck viel Platz. Junge Gebrauchte zu klasse Preisen

Triumph Trophy 1200 Vierzylinder-­Modell aus englischem Baukastensystem. Sie sieht aus wie eine Ur-Speed-Triple mit Koffern plus Verkleidung. Bei hohem Tempo zu nervös. Eher das Motorrad für den echten Liebhaber

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