Gebrauchtberatung (Archivversion) Honda CBR 600 RR

Auch Allzweckmesser werden im Laufe der Zeit stumpf. 2003 bekam Hondas Universalgenie CBR 600 F supersportlichen Nachwuchs. Was taugt die Doppel-R als Gebrauchte?

Die Kampfansage kam 1995 in grüner Uniform. Bis dahin hatte Hondas CBR 600 F für Ruhe im Revier gesorgt. Keine andere 600er bündelte die beiden Pole Sport und Tour so gut wie Hondas kleiner Vierzylinder. Doch dann rüstete Kawasaki in Form der ZX-6R Ninja auf: In der 600er-Klasse sollte es fortan um Sieg und Ehre gehen. Das Wettrüsten begann. Fortan tummelten sich im Zwei-Jahres-Rhythmus plötzlich Maschinen in den Verkaufsräumen der großen japanischen Hersteller, die glatt bei einer Rennserie in der Boxengasse hätten stehen können. Bei allen Japanern? Honda setzte zunächst mit der „F“ weiterhin beharrlich auf Alltags-tugenden. Schließlich schätzen die Käufer zwar sportliches Flair, sind aber in der Regel doch mehr auf normalen Straßen zwischen Flensburg und Garmisch unterwegs.

Doch 2003 war Schluss mit dem Biedermann-Image. Fortan stand der etwas beleibten „F“ eine verdammt drahtige Schwester zur Seite. Inspiriert vom Königsklassenrenner RC 211 V sollte die CBR 600 RR in der sportlichen Wertung wieder die erste Geige spielen. Was sie im ersten Vergleichstest von MOTORRAD auch schaffte. Auf Anhieb verwies sie die Konkurrenz im Supersportlager auf die Plätze. Trotzdem legten sich die Honda-Techniker in den folgenden Jahren nicht auf die faule Haut. Die zweijährlichen Updates der Doppel-R sicherten ihr in den wichtigen Vergleichstests zahlreiche Siege in Folge. Einzig im knallharten Fight auf der Rennstrecke musste die 600er Federn lassen. Hier störte das im Vergleich zur Konkurrenz zu komfortabel abgestimmte Fahrwerk.

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