Gebrauchtkauf: Yamaha FZR 600/FZR 600 R (Archivversion)

»Ich wollte vom Vorbesitzer keine Lebensgeschichte hören, sondern ein Motorrad kaufen.« Kurz und knapp, fast ein wenig barsch beantwortet der Anbieter der zweiten besichtigten Yamaha
die standardmäßige Frage nach Scheckheft und eventuell vorhandenen Werkstattrechnungen oder TÜV-Berichten. Derlei Unterlagen gibt es nicht. Schade, so bleibt die Vorgeschichte der aus
Holland importierten und 1995 erstmals zugelassenen FZR 600 R mit 42500 Kilometern auf dem Tacho im Dunklen. Dabei wäre gerade in diesem Fall ein wenig Transparenz nicht schlecht. Denn die Maschine weist auf beiden Seiten deutlich sichtbare Sturzspuren auf. So trägt der Tank links zwei Beulen, die beiden aus der Verkleidung ragenden Motordeckel weisen Kratzer auf, und rechts halten lediglich einige Klebestreifen die Verkleidung zusammen, weil die Zapfen dem unfreiwilligen Bodenkontakt zum Opfer fielen. Weitere Mängel offenbaren sich in Gestalt zahlreicher Roststellen an Bremsscheiben, Schrauben, Auspuffanlage und Federbein sowie den ausgehärteten Reifen von 1997.
Ob der Anbieter die Maschine deswegen verkauft? Schließlich hat er die Yamaha erst acht Wochen zuvor gekauft, sie aber nicht auf sich zugelassen. Er nennt jedoch sein Rückenleiden als Verkaufsgrund und lässt beim Preis nicht mit sich
diskutieren. Mindestens 2200 Euro sollen es sein, was angesichts des wenig Vertrauen erweckenden Zustands eindeutig überzogen ist.

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