Gemessene Gefühle (Archivversion)

Druck, Drehmoment, Durchzug – Begriffe, die von den drei Probanden in bester Art und Weise zelebriert werden. Wie aber lässt sich das, was wir hinterm Lenker erleben, messen und darstellen?
Hinsichtlich der Beschleunigung sind das Gewicht und die Zugkraft entscheidend. Mit je mehr Kraft man ein Fahrzeug anschiebt, umso schneller beschleunigt es und umso schneller (Topspeed) wird es. Die Zugkraft, also die Kraft, die es anschiebt, resultiert aus dem Drehmoment des Motors, der Übersetzung des gesamten Antriebsstrangs und dem Durchmesser des Hinterrads. Wer in Physik aufgepasst hat, weiß, dass 9,81 m/s2 der Erdbeschleunigung entsprechen. Setzt man bei den Reifen einen Reibungskoeffizienten von eins voraus, ist damit das Maximum beim Beschleunigen oder Bremsen erreicht.
Der magische Moment, wenn bei großvolumigen Motoren aus niedrigen Geschwindigkeiten die Drosselklappen auf Durchzug gestellt werden, lässt sich nur mit der Beschleunigung, die Fahrer und Motorrad erfahren, darstellen und nicht wie sonst bei MOTORRAD üblich, mit der Zeitspanne, die eine Maschine fürs Beschleunigen benötigt. Überraschend dabei: Im zweiten Gang aus gut 40 km/h fallen die Beschleunigungen, gemessen in m/s2, bei allen drei Kandidaten nahezu gleich aus (ähnlich steiler Anstieg der Kurven) und liegen in der Spitze bei knapp sechs m/s2. Die B-King bringt zwar weniger Gewicht auf die Waage ist, aber deutlich länger übersetzt. Jenseits der 80 km/h kommt dann der große Moment der Suzuki: Die Beschleunigung steigt auf sieben m/s2, das Niveau wird fast bis 130 km/h gehalten, während die anderen längst die Segel gesrichen haben. Wiederholt man diese Übung im fünften Gang bei gut 70 km/h, ergibt sich ein ähnliches Bild. Allerdings fällt die Beschleunigung der B-King auf den ersten Metern, um die es hier ja gehen soll, wesentlich verhaltener aus als bei der brutal reißenden Rocket oder auch bei der MT-01.

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