Gepäck-Transport (Archivversion) HeiSSe Ware

So muss die Tour nicht enden.
MOTORRAD nahm einige Gepäcksysteme für Sportmaschinen
mit auf die Reise.

Auf der Autobahn Turin–
Mailand. Was wirklich der Grund war, bleibt wohl
immer im Dunkeln. Nur so viel ließ sich rekonstruieren: Die Hecktasche auf der Ducati 749 S lockerte sich, rutschte in den heißen Abgasstrom des Underseat-Auspuffs und fing Feuer. Vom Rücklicht blieb nur ein
verschmorter Klumpen, von
den Calvin Kleins ein Häufchen Asche übrig. Gepäcktransport auf Sportmaschinen kann zur heißen Nummer werden. Denn konventionelle Gepäcksysteme mit fix installierten Trägern sind für Fireblade und Co. stilistisch tabu und deshalb kaum im Angebot. Bleiben nur temporäre Lösungen. Wie etwa der gute alte Rucksack. Doch: Bei Touren über 200 Kilometer führt das Teil selbst mit schmaler Beladung zu Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskeln. Eben-
falls nicht überzeugend: die Gepäckrolle (ab 20 Euro). Die Vorteile des günstigen Preises und des großen Stauvolumens müssen mit umständlicher Fixierung erkauft werden. Das
ungute Gefühl, dass die Ladung hinterm Rücken unbemerkt
verrutscht, fährt permanent mit.
Besser: der Tankrucksack. Die Auswahl ist riesig, eine
eventuelle Schieflage des Gepäcks wird sofort bemerkt, die obli-gatorische Kartentasche vereinfacht die Orientierung. Nachteil: Das Volumen ist begrenzt, der Trend zu Kunststofftanks ver-
hindert die praktischen Magnet-Versionen immer mehr und
verlangt die etwas umständlichere Fixierung durch Riemen. Für einen optisch gelungenen Eindruck sorgt die Hecktasche für die Suzuki. Das Originalzubehör (www.suzuki.de,140,87 Euro) fasst 28 Liter, lässt sich nach der Installation der Befestigungsgurte blitzschnell anklicken und hält sicher.
Für die ganz große Tour taugt das Speedpack von SW-Motech (www.mo-tech.de, 269 Euro). Stolze 100 Liter fasst
das Mammut-Teil und ist mit einfachem Gurtsystem in einer Minute fixiert. Die Auflagefläche muss allerdings – wie bei der Gepäckrolle – mit einer Folie vor Scheuerstellen geschützt sein. Von der Hitze des Underseat-Auspuffs der Honda Fireblade zeigte sich das Speedpack un-beeindruckt. Obendrein ist das System universell für alle Motorradtypen einsetzbar. Einziges Manko: Ohne Rückspiegel-Verbreiterungen raubt das pfiffige Teil die Sicht nach hinten. Abgesehen vom Rucksack auf Tank oder Rücken haben jedoch alle Lösungen eines gemeinsam: Beifahrer müssen sich nach einem eigenen Sportbike umschauen.

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