German Cross Country Championship (Archivversion) In die Vollen

Für den sportlichen Stapellauf der HP2 hatten sich die BMW-Verantwortlichen die Latte gewaltig hoch gelegt. Der Termin: Tollwitz bei Leipzig, erster Lauf zur derzeit boomenden
German Cross Country Championship. Die Strecke: ein extrem ausgefahrenes, sandig-kiesiges Terrain mit Motocross-typischem Layout. Der Modus: Zwei-Stunden-Rennen ohne Fahrerwechsel. Die Konkurrenz: hochkarätig – Arnaud Demeester, fünffacher Sieger des Strandrennens von Le Touquet, die französischen Ex-WM-Crosser Jérome Héméry, Frédéric Vialle oder die deutschen Enduro-Größen Christoph Seifert und Arne Domeyer, natürlich ausnahmslos auf Einzylinder-Sportenduros oder Motocross-Bikes angetreten.
Viel Feind, viel Ehr? Offensichtlich. Nach holprigem Start – schon nach der ersten Runde zwang ein losgeschütteltes Batteriekabel die BMW an die Box und auf den vorläufig letzten Platz –
zirkelte das Fahrtalent Simo Kirssi die HP2 erstaunlich zügig um den Kurs. Der Eindruck von außen: In Verbindung mit dem langen Radstand von 1610 Millimeter bügelt das Luftfederbein von Continental kleine Wellen perfekt platt. Nur vor tief ausgefahrenen Löchern musste der Finne vorsichtig vom Gas, um ein Aufschaukeln des vergleichsweise massigen Geräts zu verhindern. Ebenfalls auffällig: die sanfte Motorcharakteristik, die Kirssi manche Kehren am Hang untertourig auf der Innenspur im Trialstil bewältigen ließ. Apropos Fahrstil: die Kombination von abstehenden Boxer-Zylindern und Offroad-Fahrstil mit stützendem Bein am Boden harmoniert wenig. Dass es mit beiden Füßen permanent auf den Rasten auch geht, bewies der Finne eindrücklich. Kirssi brachte die HP2 nach einer Aufholjagd auf Platz 18 von 33 Startern ins Ziel.

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