Getunte Honda Monkey (Archivversion) King<br /><br /> Kongs<br /><br /> Rache

Gestatten: Honda Monkey Z 50 G.
G wie Gorilla. Seit 1978 werden die Gorillas in Japan gebaut, als eine von
drei Monkey-Versionen, mit knuffigen Acht-
Zoll-Rädchen, fettem Neun-Liter-Tank, Viergang-Schaltgetriebe, Handkupplung und Zwölf-Volt-Anlage. Ralf Pfundheller von »Dax & Monkey Service« hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie nach Deutschland zu holen. Zusammen mit anderen Fun-Fahrzeugen und chinesischen Nachbauten. Und dann geht meistens das Tuning los. So machte der Essener denn auch aus seiner eigenen Gorilla, Baujahr 1984, einen ech-ten Gift-Zwerg. 75 Kilogramm leicht, 1,42 Meter lang und bis zum Komfort-Sattel
gerade mal knapp 70 Zentimeter hoch. Niedlich, nicht wahr?
Doch seit dem Umbau hat die Kreatur richtig Biss: 158 cm3 und echte 14 PS an der Kurbelwelle treffen auf ultrakurzen Radstand. Nicht ohne Folgen. Der Gorilla hat zwei erfahrene MOTORRAD-Tester abgeworfen, die sonst Big Bikes auf den Zahn fühlen und beide namentlich nicht genannt werden wollen. Gib dem Affen Zucker, und er wheelt überraschend tückisch. Landet mit eingeschlagenem Vorderrad oder zieht den Fahrer auf Knien hinter sich her. Dabei hatte Ralf gewarnt: »Immer Last aufs Vorderrad bringen!« Er sollte Recht behalten.
Schon Hüsteln in Richtung Kickstarter reicht, um den Single zum Leben zu erwecken. Und dann volle Deckung! Zwerg Rase schreit wie ein Großer aus dem im 45-Grad-Winkel hoch gelegten Brüllrohr, grunzt aus dem offenen Ansaugtrichter. Ein Gasstoß, und alle Passanten begaffen den Affen. Der Motor, der da im Einrohrrahmen hängt, stammt von der in Thailand produzierten Honda Nice mit 110 cm3. Für kräftiges Auf-die-Brust-Trommeln sorgen neue Kurbelwelle, Laufbuchse und die neuen Kolben. Macht 62 Millimeter Hub
und 57er-Bohrung. Tuning-Nockenwelle und größeres Ein- wie Auslassventil lassen den Motor richtig rennen. Die Drehzahlmessernadel huscht nur so über die weiß unterlegte Skala. Seine 14 PS stemmt der Langhuber bereits bei 8500 Touren. Dreht aber tapfer und fast ohne Leistungseinbußen bis 11000/min weiter.
Mit 28er-Flachschieber-Vergaser statt dem im Test montierten 26er-Rundschieber wäre noch mehr Power drin, sagt Ralf. Der Gernegroß hat halt ein echtes Kämpferherz. Das sollte auch der Fahrer mitbringen. Lange Kerls können den Hirschgeweih-Lenker mit den Knien steuern. Der Geradeauslauf ist sensibel, die laschen, in der Zugstufe unterdämpften Federbeine schaukeln sich in lang gezogenen Kurven auf. Gut spricht die nicht zu weiche Telegabel aus der Honda Nice an. Die Bremsen fangen den Gorilla allzeit sicher wieder ein. In Kurven ist Konzentration gefragt, weil King Kongs Rache ab einer bestimmten Schräglage unvermittelt über die stollenbereiften Mini-Rädchen weiter abkippt.
Gerade weil sie so anders fährt, haben gestandene Männer einen Riesenspaß – nur die weiße Frau müssen sie zu Hause lassen. Seit dem Prototyp von 1966 sind alle Monkeys Einsitzer. Doppelsitz, Zehn-Zoll-Räder und schon ab Werk 70-cm3-Motor gibt’s in der Dax. Auch damit kann »Dax & Monkey Service« dienen. Nicht zu vergessen mit TÜV-Eintragungen und Betriebserlaubnis. Damit die Affenbanden nicht vorschnell hinter Gittern verschwinden. tsr

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