Grand Prix-Konzepte im Vergleich: 250er-Zweitakter gegen 600er-Viertakter (Archivversion) »Besser für den Nachwuchs“

Unkomplizierte Technik, weniger Kosten, mehr Fahrspaß – kleinen Viertaktrennern wie den 600er-Supersport-
Maschinen (Foto) gehört auch im Grand-Prix-Zirkus die Zukunft, meint Experte Jürgen Fuchs.

Bereits seit zwei Jahren strickt WM-Promoter Dorna an Vier-
takt-Plänen für die GP2-Klasse. In Zusammenarbeit mit dem MotoGP-
Teambesitzer und ehemaligen 250er-GP-Piloten Luis d’Antin gab es in Spanien bereits ein Pilotprojekt. Er rüstete eine 600er-Maschine wesentlich freizügiger um, als es das Reglement der seriennahen Supersport-WM zulässt, und stellte das Bike auf Slick-Reifen. Ein durchaus viel versprechendes Konzept, dessen Umsetzung daran scheiterte, dass der italienische Promoter Maurizio Flammini die Rechte für die Supersport- Klasse hält. Weiter wurde darüber nachgedacht, Supersport-Motoren in reinrassige Rennfahrwerke zu setzen. Auch das ging als »neue« Klasse nicht durch. Ebenso wurde die Idee von Prototypen mit 400er-Hochleistungsmotoren in Anbetracht der hohen Kosten verworfen.
Folgende Szenarien bleiben also übrig. Die 250er-Klasse ändert sich tatsächlich bis 2009 nicht und bekommt nur noch aus der 125er-WM Nachwuchs. Die wirtschaftliche Lage entspannt sich, und die Hersteller bauen auch kleine Viertakt-Proto-
typen. Oder Flammini verärgert die Hersteller irgendwann komplett mit umstrittenen Vorgaben wie Einheitsreifen und Restriktorenregelungen, und die Rechte an der Supersport WM gibt es in Kürze als Schnäppchen zum Vorzugspreis.
Vieles spricht für die Viertakter: Sie sind unkomplizierter und günstiger für den Nachwuchs und wirtschaftlich interessanter für die Industrie. Obwohl ich persönlich als ehemaliger 250er-Pilot ein großer Fan der Zweitakter bin, sage ich klipp und klar:
Die Zeit ist reif für Veränderungen. Sie sollten bald kommen – und nicht erst 2009.

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