Graue Motorräder vom freien Importeur (Archivversion)

Auch für 10000 Mark bieten sich für Individualisten interessante Motorräder. Zugegeben, nicht gerade en masse, doch beim genaueren Studieren des Kleinanzeigenteils einschlägiger Fachzeitschriften finden sich in den Inseraten sogenannter freier Importeure Modelle, die eben nicht an jeder Hausecke stehen. Und die ihren Besitzer fortan mit dem Hauch des Exklusiven umgeben. Was einen aber nicht zu einem unüberlegten Kauf verleiten sollte (siehe Kasten). Ein Vergnügen ohne Reue verspricht zum Beispiel die Honda XLR 200 R (Kurztest Heft 15/1996). Die sieht ihrer großen Schwester, der XR 600 R, zum Verwechseln ähnlich, kostet aber mit 5990 Mark nur knapp die Hälfte. Die Dasinger Motorradzentrale GmbH, ein offzieller Honda-Händler (Telefon 08205/1087), importiert die XLR 200 R in Eigenregie aus Japan. Für kleines Geld bietet die zierliche Honda erstaunliche Nehmerqualitäten. Das altbewährte und robuste Einzylindertriebwerk leistet ehrliche 17 PS. Angesichts des Gesamtgewichts von 124 Kilogramm genug, um bei Geländeausflügen nicht am erstbesten Hügel kläglich hängenzubleiben. Oder im Stadtverkehr gegen schnelle 125er Motorroller nicht andauernd den Kürzeren zu ziehen. Einer der größten Vorzüge des kleinen Hüpfers: der sagenhaft sparsame Spritverbrauch. Er liegt zwischen 2,7 und 3,2 Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer.Wer’s sportlicher liebt, für den hält die Motorradzentrale ein besonderes Schmankerl parat: die CB 400 Super Four (Kurztest Heft 26/1996). Sieht auf den ersten Blick sehr nach der dicken CB 1000 aus. Für 10000 Mark bietet der kleine Scheinriese CB 400 eine Menge. Zum Beispiel einen drehfreudigen Vierzylinder, der 53 PS liefert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h gut ist oder ein gutmütiges Fahrwerk mit anständigen Bremsen. Beste Voraussetzungen für viel Fahrspaß - und bezahlbare Exklusivität.

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