Halb nackt Im Wind (Archivversion)

Hornet, Z 750, GSR 600 und FZ6 sind alle unverkleidet, ihr Topspeed beträgt mindestens 220 km/h. Bergab auf der Bahn stürmen die Digitaltachos weit über 240. Und der Fahrer? Flattert hilflos wie ein Segel im doppelten Orkan.
Einzig Yamaha bietet Abhilfe, stellt der nominell nur noch 78 PS starken FZ6 eine halb verkleidete Version namens Fazer zur Seite. Deren Edelvariante, die FZ6 Fazer S2, hat volle 98 PS ab Werk, eine fein gestaltete Alu-Schwinge und bessere, einteilige Bremszangen. Ferner adeln sie ein analoger Drehzahlmesser hinter der insektenartigen, neu gestylten Verkleidung und eine griffigere Sitzbank (siehe MOTORRAD 9/2007). Erwachsener und viel wertiger wirkt die S2 gegenüber der FZ6, bei mode-raten 721 Euro Aufpreis. Anders als Mathematik hat Motorräder zu bauen offenbar wenig mit Logik zu tun. Denn paradoxerweise ist die Wahlmöglichkeit zwischen nackt oder Halbschale in der 78-PS-Klasse Standard. Aus gutem Grund: Die vorm Fahrt-wind schützenden »S«-Versionen sind wesentlich touren- und autobahntauglicher.

Und beliebter: Bei Suzukis Bandit 650 entschieden sich drei von vier Kunden für die Halbschale, bei der SV 650 zwei von drei. Ähnliches gilt bei der Honda CBF 600. Und für döspaddelige Autofahrer ist die Verkleidung mit Sicherheit besser erkennbar. Also her mit Halbschalen-Option auch für Hornet & Co! Wer sich von schlechten Verkaufszahlen diver-ser Vorgänger leiten lässt, macht was falsch. Deren Verkleidungen waren vermutlich einfach zu hässlich. Naked Bikes mögen puristisch sein, besonders langstreckentauglich sind sie logischerweise nicht.

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