Handschuhe: Sporthandschuhe im Kurztest (Archivversion)

Stefan Kaschel, 32, MOTORRAD-Praktikant

Sie ist durchtrainiert, von unbändigem Temperament, diese Yamaha R 1. Darum mag ich sie. Da verzeiht man kleine Macken, die sie einem vollbepackt auf Landstraßen der schlechteren Kategorie oder gar auf Alpenpässen offenbart. Wo weniger mondäne Motorräder locker von Kurve zu Kurve schwingen, spielt sie die Extravagante. Dickköpfig beharrt sie auf ihre eigene Linienwahl, und überredet man sie mit viel Nachdruck zum Richtungswechsel, faucht sie ihren ganzen Unmut derart giftig auf den Asphalt, daß man schnell dort landet, wo man nicht hinwollte. Im schlimmsten Fall auf dem Hosenboden.Woran das liegt, ist Allgemeingut: Alles, was die R 1 auf der Rennstrecke schnell macht, wird im täglichen Gebrauch oder auf der Urlaubstour mitunter zum Bumerang. Der Motor zu stark, der Reifen zu breit, der Lenker zu tief. Sogar ihr niedriges Gewicht kann da nichts retten.Doch jetzt das Schöne: Wer absteigt und sie bezwungen hat, ist versöhnt. Sollen es die anderen sich leichtmachen. Man wächst mit seinen Aufgaben, und die Belohnung folgt auf dem Fuß. Bestaunt vom Rest der Menschheit. Und von denen weiß ja keiner, mit wieviel Mühe man ein paar Kilometer vorher an einer unscheinbaren ZRX 1100 drangeblieben ist. Das bleibt meine reine Privatsache.

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