Harley-Davidson 883-Umbau von Blaschke(V) (Archivversion) Total normal?

Ist die 883er Sportster ein typisches Einsteiger-Motorrad? In Harley-Kreisen schon. Florian Blaschkes erste Maschine jedoch ist etwas anders. Der Weilheimer beerbte den nach Kanada ausgewanderten Vorbesitzer, der sich als passionierter Bogenjäger in ein ungewöhnliches Offroad-Bike verguckte, das »Spezl” Leo Mandelsperger aus Odelzhausen zusammengeschraubt hatte. Vorgabe: Wald-und Wiesentauglich mit kräftigem Bums aus dem Drehzahlkeller. Im Winter 1993 wurde die angegammelten 87er Sportster um mehr als ein Zentner abgespeckt, der Motor auf satte 1179 cm3 gebohrt. Anstatt des üblichen Keihin-Vergasers sorgt ein 40 mm-Bing jetzt für die Gemischaufbereitung. Die hochgezogene Storz-Auspuffanlage mit kernigem Sound bringt gemeinsam mit Bilstein-Dämpfern ausreichende Bodenfreiheit für knackige Offroad-Eskapaden. Für ausgedehnte Touren ohne ständige Suche nach der nächsten Tankstelle wurde der 8,5-Liter Originaltank verbreitert, jetzt passen immerhin 15 Liter in das Spritfaß. Nach dem ersten Einsatz beim Elefantentreffen 1994 bestand die auf den Namen »Harley-Hunter” getaufte Sportster ihren Härtetest bei einer Enduro-Veranstaltung in den italienischen Dolomiten. Eine jagdgrüne Lackierung und per Airbrush aufgepinselte Ahornblätter tarnen die Identität der V-Twin-Enduro auch im täglichen Straßenverkehr erstaunlich gut. »Beinahe jeden Tag ernte ich erstaunte Blicke, dann folgt die Standardfrage: Was ist denn das”, erklärt Besitzer Florian. »Ein Hirsch auf der Pirsch — was sonst?” Trotzdem trägt sich der Besitzer gerade mit Verkaufsabsichten, neue Projekte sind schon angedacht. Waldmanns Heil, kann man da nur wünschen.

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