Harley-Davidson Big Twin Evolution-Modelle (GK) (Archivversion)

100 000 Kilometer mit einer Harley, ohne den Motor zu öffnen? Das EvolutionTriuebwerk schafft’s.

Meine 85er Softail habe ich 1988 in Arizona mit Tachostand 1800 Meilen gekauft. 1989 Einbau einer Fischer-Gabel ( 17 Grad gereckt und 20 Zentimeter länger), was die Fahreigenschaften erstaunlich wenig verschlechterte, allerdings zu einem erhöhten Reifenverschleiß vorn führte. Bis jetzt bin ich 43 000 Kilometer gefahren. Die einzige Panne hatte ich letztes Jahr auf Elba, wo ich mit einem defekten Radlager liegenblieb. Fazit: Sehr zuverlässiges und im Unterhalt preiswertes Motorrad mit tollem Motor, mäßigem Fahrwerk und indiskutablen Bremsen.Karl-Heinz Sprich, BollschweilNeukauf meiner Heritage Classic 1989, Laufleistung bis heute 117 000 Kilometer. Der Motor klappert nicht und wurde bis heute nie geöffnet. Zu den Defekten: Wellendichtring der Getriebeantriebswelle im Primärkasten bereits nach 1000 Kilometern undicht, auf Garantie erneuert. Tip: Dichtring mit zusätzlicher Staubschutzlippe verbauen (Normalteil von FAG, SKF). Übrigens eine Krankheit des 1989er Jahrgangs, weil der Primärkettenkasten wegen eines neuen Anlassers geändert wurde. Batterie-Pluskabel nach 7000 Kilometern gebrochen, längeres Kabel verbaut, da Original zu sehr durch Zug belastet. Bei 60 000 Kilometern Regler defekt, bei 95 000 Lenkkopflager eingelaufen. Tip: Regler und Generator reagieren allergisch auf Spannungsspitzen im Bordnetz. Das bedeutet: Nie per Überbrückungskabel starten, weil beim Abziehen der Klemmen Funken entstehen, die die Dioden im Regler killen. Außerdem regelmäßig die Batterie- Polklemmen und den Generatorstecker auf Lockerung prüfen, denn schütteln sich gern locker. Folge: Generator fällig. Gummiansaugstutzen alle 30 000 Kilometer oder alle zwei Jahre vorsichtshalber erneuern. (Nur Originalteile verwenden). Besser ist, auf Alu-Flansch (Screaming Eagle) umzurüsten oder gleich den ab 1990 serienmäßigen Gleichdruckvergaser mit Aluflansch anbauen. Tip: Auf Gebrauchtteile-Märkten werden oft preiswert ( 300 bis 400 Mark) neuwertige, komplette Riemensätze angeboten.Reinhold Baier, KarlshuldIm März 1994 ließ ich meine fünfte Harley, eine Electra Glide Ultra Classic FLT, zu. Alle Maschinen hatten den Evo-Motor und wurden pro Jahr - zirka 25 000 Kilometer bewegt. In dieser Zeit gab es außer einer defekten Batterie keine Probleme, jetziger Kilometerstand 37 000 Kilometer. Die Verchromung ist bei allen bisher gefahrenen Modellen eine Katastrophe, die Dämpfungseigenschaften der Original-Federbeine miserabel. Entweder das Heck geht beim Eintauschen auf Block oder gibt unter erhöhtem Luftdruck beim Ausfedern ein metallisches Klacken von sich. Der Schließmechanismus am Top-Case ist labbrig und leiert schnell aus. Die Rahmenstabilität bei Spurrillen ist miserabel und verschärft sich nach 50 Prozent Profilverschleiß des hinteren Reifens enorm. Und trotzdem gibt es für mich als Langstrecken-Fahrzeug keine Alternative.Werner Rödel, Neusäß-SteppachSeit Mai 1991 fahre ich eine FXR Super Glide, heutiger Kilometerstand 90 000. Mit den Jahren mußten einige Teile repariert oder ersetzt werden. Wechsel von Batterie und Regler bei 66 000, Austausch des Sekundärantriebs bei 70 000, Austausch der vorderen Bremsscheibe bei 78 000, Wechsel des fünften Gangradpaars und aller Getriebelager bei 78 000, Ersetzen des Vergasers und des kompletten Ventiltriebs bei 87 000 Kilometern. Bei zirka 50 000 sollte unbedingt die im Getriebe liegende Haltefeder des Schalthebels gewechselt werden. Das Ding kostet 7,60 Mark, aber wenn sie bricht, landen die Einzelteile in den Zahnflanken des fünften Ganges. Die Reparatur hat 1700 Mark gekostet. Die Bremsleistung kann man verbessern, wenn man an den Modellen bis Baujahr 1991 den ergonomisch günstiger geformten Bremshebel ab Modell 1992 montiert. Martin Küthe, Hamburg

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