Harley-Davidson Dyna Super Glide Sport (FB) (Archivversion) Der Twin Cam 88

»Klar wissen wir, wie man ein modernes Triebwerk baut. Aber das ist nicht das, was unsere Kunden wollen. Und wir wollen das auch nicht«, sagt Bob Kobylarz, Kopf der Entwicklungsabteilung Motor bei Harley-Davidson. »Etwas anderes als ein luftgekühlter 45-Grad-V2 kam für uns nicht in Frage.« Evolution statt Revolution, lautete das Motto, unter dem der Twin Cam 88 entstand. Mit dem 1985 eingeführten Evo-Motor hat er nur 18 Teile gemein. Primäres Merkmal: zwei Nockenwellen statt einer – daher der Name Twin Cam. Der Zusatz 88 bezeichnet die Hubraumerweiterung von 1338 auf 1449 cm³ (88 Cubic Inches). Wissenswertes für Insider: wannenförmige Brennräume. Verdichtung 8,8 statt 8,5. Kleinere Auslaßventile, engere Auslaßkanäle. Dickere Zylinder-Laufbuchsen (können auf 1550 cm³ aufgebort werden, Kit gibt’s bereits). Neue Zündanlage. Schwerere Kurbelwelle mit größer dimensioniertem, besser fixiertem Hubzapfen (gerader Preßsitz statt Konus). Pleuel mit gehärteten Lagersitzen (separate Lagerringe in den unteren Pleuellagern entfallen). Nockenwellenantrieb über zwei Ketten (vom Kurbelwellenzapfen zur Nockenwelle des hinteren Zylinders, von dort zur Welle des vorderen). Stößelführungen innerhalb des Kurbelgehäuses. Überarbeiteter Ölkreislauf, zusätzliche, druckabhängige Kühlung der Kolben, innenliegende Rotorpumpe. Alle Motordeckel ohne Lagerfunktion (höhere Öldichtigkeit). Diagonal geteilte Ventildeckel (problemloser Zugriff auf Kipphebel und Ventile). Robusteres Motorgehäuse mit neuer Entlüftung. Der Twin Cam kommt mit zwei ungeregelten Katalysatoren. Übrigens: Porsche hatte die Finger nicht im Spiel, doch die Gerüchte über eine Kooperation brodeln weiter.

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