Harley-Eigenbau von Werner Hohenschläger (V) (Archivversion)

Total normal

»Es gibt kein japanisches Motorrad, das so schnell läuft, wie es an Wert verliert. Und außerdem: Käufliche Konfektionsware mag ich schon gar nicht.« Soviel zu den Gründen, warum Werner Hohenschläger aus Kissing sich trotzig an einen aufwendigen Motorrad-Selbstbau machte. Und woher nimmt ein berufstätiger Mensch die erforderliche Zeit? Ganz einfach: Bereitschaftsdienst heißt das Zauberwort. Der 38jährige ist Leit- und Steuerungstechniker bei der Deutschen Bahn AG. Die Bereitschaftszeit wird durch Freizeit ausgeglichen - und diese wiederum in der hervorragend ausgestatteten häuslichen Werkstatt verbracht. Das Schrauben lernte der Do-it-yourself-Mann übrigens während seiner aktiven Zeit, als er noch Sand- und Grasbahnrennen fuhr. Und wie fährt sich seine einzigartige Harley? Das Erstaunlichste: Angeblich vibriert nichts ab. Der Motor dreht spontan hoch - und zwar über 7000/min. Wegen des hohen Drehmoments (Wert unbekannt) weniger erstaunlich: »Auf engen Straßen haben offene japanische Superbikes gegen meine V2 keine Chance. Nur auf langen Geraden ziehe ich den kürzeren.« Werner Hohenschläger ist mit seiner Konstruktion durchaus zufrieden. Nur eins ärgert ihn im nachhinein: »Die Suzuki-Gabel ist einfach zu leicht - das Motorrad steigt beim Beschleunigen verdammt schnell.« Zugegeben, eine Problematik, die den meisten Harley-Fahrern doch eher fremd sein dürfte.
Anzeige

Bike-Steckbrief (Archivversion)

BasisBaujahr 1995, Aufbauzeit zirka ein Jahr. Von Harley-Davidson stammt eigentlich nur die 1340er-Kurbelwelle, der Rest ist Eigenbau, Sonderanfertigung oder zugekauft. Gewicht 210 Kilogramm, Kilometerstand zirka 4000MotorLuftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor, Hubraum 1600 cm³, Bohrung 96,5 x 108 mm, 95 PS bei 5200/min, Höchstgeschwindigkeit 225 km/h. 42er Mikuni-Vergaser, Kupplung Eigenanfertigung, hydraulisch betätigt, Kolben und Zylinder von Sputhe, Branch-Zylinderköpfe mit größeren Ventilen und nachgearbeiteten Kanälen, verstärktes Motorgehäuse, Supertrapp-Schalldämpfer mit selbstgefertigten V2A-KrümmernFahrwerkMoko-Rahmen (Sonderanfertigung), Upside-down-Gabel von Suzuki GSX-R 1100 W, PVM-Felgen (Sonderanfertigung), Reifengrößen 120/70-17 vorn, 190/50-17 hintenSonstigesTank Eigenanfertigung, Harris-Verkleidung, Heck modifizierter Ducati-Nachbau von MPRKostenTeilekosten zirka 50000 Mark (Rahmen 13500 Mark), Arbeitszeit mindestens 300 Stunden, geschätzter Zeitwert 70000 Mark

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote