Historie (Archivversion) Historie

Der Cambridge-Absolvent Philip C. Vincent suchte für die Realisierung seines Traums vom perfekten Motorrad einen berühmten Namen, um besser in den Markt einsteigen zu können. 1928 kaufte er mit der finanziellen Hilfe seines Vaters die Motorradfabrik des Rennfahrers, Konstrukteurs und Herstellers Howard R. Davies und gründete die Firma Vincent H.R.D. Als Antriebsquelle dienten zunächst Einzylindermotoren vom englischen Hersteller JAP.Nach der Verpflichtung des australischen Rennfahrers und Ingenieurs Phil Irving im Jahr 1930 setzte die Firma ab 1934 auf Einzylinder-Eigenkonstruktionen. 1936 entstandt die Idee des V2 in der sogenannten Serie A Rapide mit einem anfänglichen Zylinderwinkel von 47,5 Grad. Der Anblick des Motors mit seinen vielen verwinkelten Ölleitungen und Anschlüssen brachte ihm den Beinamen »Plumber’s Nightmare« (Klempners Alptraum) ein. Durch die neuartige Ventilbetätigung, bei der die Kipphebel unter den Ventilfedern (zuerst mit Haarnadel-, danach mit Schraubenfedern) wirkten, verringerte sich die Bauhöhe der Zylinderköpfe. Zehn Jahre später setzten die Serie B und ab 1948 die Serie C mit 50 Grad Zylinderwinkel zu einem wahren Triumphzug an. Bei der Hinterradfederung vertraute Vincent von Anfang an auf eine Dreiecksschwinge mit zwei direkt angelenkten Federbeinen. Egli übernahm dieses Prinzip bei seinen ersten Fahrwerks-Eigenkonstruktion für einen Vincent-Motor. Später folgte Yamaha und nannte es Cantilever. Die Trapezgabel stützte sich anfangs über ein, ab Serie C über zwei Federbeine ab. Die beiden Doppeltrommelbremsen setzten zu ihrer Zeit ebenfalls Maßstäbe. Vorn verteilte eine Wippe die Handbremskraft über Seilzüge auf die rechte und linke Trommel. Hinten kamen zwei Gestänge auf einer gemeinsamen Achse zum Einsatz.1955 ereilte die Vincent-Motorräder das überraschende Aus, obwohl noch im Vorjahr die Serie D vorgestellt worden war. Der visionäre Phil Vincent rüstete die neuen Modelle mit einer glasfaserverstärkten Vollverkleidung aus. Leider fand das für die Herrenfahrer aus besseren Kreisen konzipierte Motorrad nicht den erhofften Absatz.

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