Historisches zur Marke (Archivversion)

1906 kauft Jörgen Skafte Rasmussen, ein Däne, im Zschopautal eine leer stehende Tuchfabrik. Der Ingenieur lässt dort in den Anfangsjahren unter anderem erstes Autozubehör und Haushaltsgeräte produzieren.

1917 Rasmussen setzt auf Dampfkraftwagen. Vergeblich zwar, aber das Kürzel DKW wird in der Folgezeit zum Markennamen.

1922 ist Rasmussen über Umwege – etwa die Produktion von Spielzeugmotoren – aufs Motorrad gekommen. Als erstes Motorrad verlässt ein 2,5 PS starker 148-Kubik-Zweitakter das Werk.

1926 beginnt in Zschopau die eigentliche Motorradproduk­tion am Fließband, damals ein echtes Novum. Der erste Zwei­zylinder wird gebaut.

1928 übernimmt DKW die Audi-Werke AG Zwickau.

1929 Der Konzern wächst mit 60000 Maschinen pro Jahr und fast 2500 Beschäftigten zum größten Motorradproduzenten weltweit.

1930 bringt die Weltwirtschaftskrise auch im Mittleren Erzgebirge Verluste und Entlassungen: nur noch 850 Mitarbeiter.

1932 entsteht aus dem Zusammenschluss der Marken Audi, Horch, Wanderer und DKW die Auto Union. Markenzeichen: vier ineinander greifende Ringe.

1936 unterhält DKW ein weltweites Netz von 5000 Händlern.

1945 demontieren die Sowjets die gesamten Produktionsan­lagen in allen Werken.

1948 wird die IFA gegründet, der Industrieverband Fahrzeug­bau, ihm gehören auch die 445 Mit­arbeiter von DKW an, als sie im Folgejahr mit der RT 125 das erste Nachkriegsmodell bauen.

1952 Das Unternehmen heißt nun „VEB Motorradwerk Zschopau“, doch erst vier Jahre später gehen die ersten Maschinen unter dem Label MZ vom Band.

1968 beginnt das Versandhaus Neckermann, MZ nach Westdeutschland zu importieren.

1971 In der zurückliegenden Dekade hat MZ fast 260000 Motorräder in 65 Länder exportiert, bei den Six-Days-Wettbewerben ist an den Maschinen kaum ein Vorbeikommen, auch im Straßensport etabliert man sich mit einigen Rennerfolgen als feste Größe.

1974 werden 3000 Maschinen in die USA exportiert, im Jahr darauf erreicht die Produktion mit über 92000 Einheiten Rekord.

1979 wird beschlossen, das Hauptwerk im Zschopautal zu schließen und den Firmensitz nach Hohndorf zu verlagern.

1980er Hein Gericke sichert dem Außenhandelsministe­rium der DDR zu, mindestens 4000 Maschinen pro Jahr in den Westen zu importieren.

1983 läuft das zweimillionste Motorrad vom Band.

1989 fürchten 3200 Angestellte um ihren Arbeitsplatz, als der Markt im Osten einbricht.

1990 MZ verkauft im Nachwendejahr 70000 Maschinen, 1991 nur noch 15000. 1950 Mitarbeiter.

1991 geht das Unternehmen, ein Jahr zuvor erst privatisiert, das erste Mal in die Pleite.

1992 wird die MuZ GmbH gegründet, da die MZ-Namensrechte verkauft worden waren. Geschäftsführer Wolfram Sauerbrey, Petr-Karel Korous. Vorstellung eini­ger Modelle mit Rotax-Einzylinder.

1994 zieht der Hersteller ins neue Werk, die Skorpion mit 660er-Einzylinder von Yamaha kommt auf den Markt, die Studie Kobra mit TDM-Motor, gleichsam Urahn des 1000er-Modells, wird präsentiert.

1995 verkauft die Treuhand die Produktionsanlagen zur Fertigung der Zweitakter in die Türkei.

1996 steigt der malaysische Mischonzern Hong Leong Industries Berhad, ein Finanzinvestor, zu 100 Prozent bei MZ ein.

1998 versucht sich MZ in der 500er-WM und erzielt einzelne Achtungserfolge. Die Maschine allerdings kommt nicht originär von MZ, sondern von Swiss-Auto.

1999 heißt MZ wieder MZ und nicht mehr, wie seit 1992, MuZ.

2000 zeigt MZ die RT 125, die erste in Eigenregie entwickelte Nachwende-Maschine.

2001 Ausbau der 125er-Modellreihe um die Supermoto SM und die Enduro SX.

2003 werden die ersten 1000er verkauft, deren Prototyp schon Jahre zuvor gezeigt wurde.

2004 verschwindet Korous von MZ. Vorstellung der 1000 SF.

2005 kommt im Januar Dr. Christoph Baumgärtner als Geschäftsführer zu MZ, am Ende desselben Jahres endet seine Zeit in der Geschäftsführung. 80 von 170 Beschäftigten werden entlassen.

2006 wird die Entwicklungsabteilung MZ-Engineering geschlossen, Hong Leong kann sich mit mehreren Co-Investoren nicht einigen, MZ bleibt beteiligungslos.

2007 11,6 Prozent plus bedeuten 221 verkaufte Motorräder statt 198 wie 2006. Bei den Leichtkrafträdern reduziert sich das Geschäft um fast ein Drittel, nicht mehr 1182 125er lassen sich absetzen, es sind nur noch 883. Der Umsatz beläuft sich laut Handelsblatt auf 4,8 Millionen Euro.

2008 Im Juni erreicht ein Rundschreiben die Händler: Ende des Jahres werde das Werk geschlossen. 70 Millionen Euro Verluste werden als Grund genannt. Mitte November entsteht die letzte auf Anfrage gefertigte 1000er. Am 31. Dezember des Jahres läuft eine Bindefrist des Landes Sachsen für Investitionszuschüsse aus. Seitdem betreuen nur noch wenige Mit­arbeiter auf der Basis befristeter Verträge das Ersatzteilgeschäft.

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