Honda CB 750 Four (GK) (Archivversion)

Das Fahrwerk der CB 750 ist instabil, die Bremsen sind antiquiert - egal, die Besitzer lieben ihr Gefährt. Und die Honda dankt diese Zuneigung mit einer ungeheuren Zuverlässigkeit.

Ich kaufte meine CB 750 Four K6 1980 mit 10 000 Kilometern auf dem Tacho - heute sind’s stolze 188 000. Die Schwachstelle am Motor ist die ewig schwitzende Zylinderkopfdichtung, die jetzige Dichtung ist schon die dritte. Die Reifen (Metzeler ME 33/ME 77) sind völlig ausreichend für die mögliche Schräglage, da weit vor der Haftgrenze Ständer, Fußrasten und Rahmen aufsetzen. Die Ersatzteilversorgung ist auch heute noch ausgezeichnet, bisher hatte ich spätestens nach fünf Tagen meine benötigten Teile. Die CB 750 war schon als Zwölfjähriger mein Wunschtraum. Die Honda ist zwar antiquiert - besonders der Vorderradbremse merkt man ihr Alter an -, aber sie hat eben noch Charakter.Siegfried Weck, Remchingen BildMeine Erfahrungen mit einer K2, einer F2 und einer K7: Die CB 750 ist der zuverlässigste Klassiker, den ich mir vorstellen kann. Ich bin auf insgesamt 250 000 Kilometern kein einziges Mal liegengeblieben. Das Fahrwerk ist nach einigen Modifikationen (Telefix-Gabelstabilisator, zweite Bremsscheibe, Kegelrollen-Lenkkopflager, Schwinge nadelgelagert und Konis) recht stabil. Der Soziuskomfort ist spitze, die Inspektion leicht in zwei Stunden zu schaffen, die Ersatzteilversorgung sehr gut (allerdings sauhohe Preise), und mittlerweile ist eine CB 750 Four im Originalzustand exklusiver als jede Harley. Ich werde meine 750er jedenfalls nicht mehr verkaufen. Wichtig: Man sollte die Lager der Vergaser-Betätigungswelle regelmäßig schmieren, sonst schlagen sie aus - die korrekte Synchronisation der Vergaser ist dann nicht mehr möglich.Matthias Geyer, Neukeferloh BildAls ich als 14jähriger zum ersten Mal eine CB 750 sah, war mir klar: So eine muß mal her. Mit 19 erfüllte ich mir meinen Traum und erstand eine CB 750 Four K2, Baujahr 1973. In den ersten zehn Jahren fuhr ich 200 000 Kilometer mit dem ersten Motor, bis ich mich von der Isle of Man auf drei Zylindern nach Hause quälen mußte. Von nun an baute ich nur noch Gebrauchtmotoren ein, es ist günstiger, als einen neu aufzubauen.Karl Eckerer, Reichertshofen BildMeine erste Four, eine CB 750 K7, erwarb ich 1986, der bis 1989 noch zwei CB 750 K6 folgten. Umbauten: Konis, Bronzebuchsen, Lenkungsdämpfer, komplette Gabel von Modell K7, Hochlenker, Höckerbank, kleiner SR-500-Scheinwerfer, kontaktlose Piranha-Zündanlage, gelochte Bremsscheibe. Den Lenkungsdämpfer kann man sich sparen, er brachte keine für mich spürbaren Vorteile. Auch wenn sich ältere Four-Motoren mit hohen Laufleistungen im Standgas furchterregend anhören, sie sind bei normaler Handhabung fast nicht kleinzukriegen. Den einzigen wirklichen Defekt erlebte ich mit der zweiten K6 bei zirka 60 000 Kilometern. Wegen einer durchgeblasenen Kopfdichtung wurde der Motor geöffnet: Alle Kipphebel waren eingelaufen, die Zylinder verschlissen, und die Rotorflanken der Ölpumpe glichen eher einem Reibeisen. Vermutlich wurde durch ein Loch im Ölsieb Dreck angezogen, die Pumpe baute nicht mehr genügend Druck auf, und die Dinge nahmen ihren Lauf. Aber: Sie lief und brachte mich immer heim. Was ich von meinem Boxer nicht behaupten kann.Manfred Burbach, WittlichIm September 1973 erfüllte ich mir einen Traum und kaufte eine neue CB 750. Diese Maschine habe ich 16 Jahre lang und 273 000 Kilometer weit gefahren. Nun steht sie, optisch restauriert, in meinem Wohnzimmer. Über die Jahre brauchte ich drei neue Tachos und zwei Drehzahlmesser - die Zeiger der Instrumente brachen einfach ab. An Motorteilen waren’s im wesentlichen vier Zylinderkopf-Dichtungen, eine Nockenwelle samt Lagerböcken, ein Satz Kolbenringe, Ventile und Schaftdichtungen, eine Steuerkette, eine Kupplung und die Schaltwalze und -gabeln für den zweiten Gang. Das war’s dann schon.Martin Egger, ReutlingenKein Mangel, kein Trick. Vielleicht klappt’s mit den 100 Schraubermark ja wieder beim nächsten Gebrauchtkauf

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