Honda CBF 600 (Archivversion)

Es besteht ein grundlegender Unterschied zwischen „billig“ und „preiswert“. Beispiel Honda CBF 600: Landläufig gilt sie als billige Einsteigermaschine. Das ist falsch. Die 2004 eingeführte 600er ist schließlich alles andere als eine Billignummer: komplette Edelstahl-Auspuffanlage, variable Sitzhöhe, sehr ordentlich verarbeitete Gussteile. Das ABS regelt wie schon zuvor beim Roller Silver Wing nahezu perfekt, die Grundzüge des Chassis stammen von der Honda Hornet 600. Der extrem zuverlässige Vierzylindermotor hat sich bereits seit Generationen im feinen Sportler CBR 600 F bewährt, seit der einzigen größeren Modellpflege für den Jahrgang 2008 werkelt der Einspritzmotor aus der aktuellen CBR 600 RR, eingebettet in einem Alu- statt Stahlrahmen. Devise bei Honda: auf Erprobtes und Bewährtes bauen. Die Herstellungskosten halten sich dadurch in Grenzen, was den Endpreis senkt. Tatsächlich gibt es nur wenige Motorräder um 7000 Euro, bei denen der Gegenwert derart hoch ist wie bei den CBF-Modellen und die zudem mit ABS ausgestattet sind. Platzverhältnisse und Ergonomie taugen für lange Touren, versicherungsgünstige 78 PS reichen für Landstraße und Autobahn vollkommen. Wirklich prima, die CBF 600/S, gleichwohl ist sie für viele Interessenten als Neumaschine immer noch zu teuer. Gebraucht hingegen wird sie schon unter 4000 Euro angeboten: gepflegte Maschinen mit geringen Laufleistungen für die Hälfte des Neuwerts. Zurzeit kommt man wohl kaum an ein besseres, preiswertes ABS-Motorrad heran. Das sich übrigens auch gut wieder verkaufen lässt. Händler berichten, dass gebrauchte CBF 600 mit ABS in der Regel sehr schnell einen Interessenten finden. Exemplare ohne den Bremsassistenten sind dagegen nur mühsam zu veräußern – da hilft auch kein Preis-Dumping, denn billiger wäre in diesem Fall nicht besser.


Plus
Wartungskosten gering, Inspektion alle 12000 Kilometer
34-PS-Variante erhältlich
Verbrauch unter fünf Liter auf 100 Kilometer problemlos möglich

Minus
Rangieren etwas kompliziert, großer Wendekreis (5,85 Meter)
Image bieder, sachlich
Motor konzeptionsbedingt etwas durchzugsschwach


Marktsituation
Die CBF ist vergleichsweise jung, als Bestseller dennoch auf dem Gebrauchtmarkt schon recht präsent – und gefragt. Bei der Suche darauf achten, dass es sich tatsächlich um die ABS-Version handelt, denn obwohl das optional erhältliche, aufpreispflichtige Sicherheits­feature unbedingt empfehlenswert ist, hatte sich eine kleine Gruppe Erstbesitzer (laut Honda rund zehn Prozent) dagegen entschieden. Die meisten Angebote zwischen 3000 und 4000 Euro sind Baujahr 2004 oder 2005 und sie haben in der Regel noch keine 20000 Kilometer auf der Uhr.


Daten (Baujahr 2004)
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 600 cm³, 57 kW (78 PS) bei 10500/min, Gewicht 229 kg, Zuladung 175 kg, Tankinhalt 19 Liter, Sitzhöhe 770–800 mm, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h, Verbrauch (Landstraße) 4,8 l/100 km, Normal


Tests in MOTORRAD
7/2004 (TT), 10/2004 (ABS-VT), 16/2004 (KV), 9/2005 (VT), 20/2006 (VT), 5/2007 (ABS-VT)

KV=Konzeptvergleich, TT=Top-Test, VT=Vergleichstest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/182-1229


Internet
Fansites: www.cbf600forum.de, www.honda-board.de
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike1500.htm

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