Honda CBR 1000 F: Gebrauchtberatung (Archivversion)

Modellgeschichte
Bei Spitzensportlern zählt nur die Leistung.
So gesehen war die Kawasaki ZZ-R 1100
bei ihrem Erscheinen 1990 spitze. 147 PS, da blieb zu jener Zeit unzähligen Motorradfahrern erst der Mund offen stehen, anschließend lief
das Wasser in demselben zusammen. »Haben wollen!« Beim Wettrüsten hatte die ZZ-R
mit dem damals neuen, leistungssteigernden
Ram-Air-System die Nase vorn und sollte die Führungsposition noch jahrelang innehalten.
Die Baujahre 1990 bis 1992 liefen unter der Bezeichnung Modell C (Typ ZX1100-C1 bis C3). Zu kritisieren gibt es an der Nachfolgerin der beliebten ZX-10, deren Motor die Grundlage für die ZZ-R lieferte, wenig. Lediglich die beiden Benzinleuchten – zwei, falls eine mal durchbrennt – flackern deutlich zu früh und mahnen den Fahrer häufig unbegründet zum Tankstopp. Schließlich können bei ziviler Fahrweise aufgrund eines moderaten Verbrauchs und großen Tankvolumens Etappen von deutlich über 400 Kilometern runtergespult werden.
Kawasaki reagierte und verpasste der ZZ-R 1100 beim Wechsel zum Modell D (1993
bis 1997: ZX1100-D1 bis D5) eine Benzinuhr und einen Reservehahn. Weitere Änderungen: modifizierter Rahmen, 180er- statt 170er-Hinterreifen sowie ein vergrößertes Schalldämpfervolumen. Das G-Modell von 1998 bis zum letzten Baujahr 2001 (ZX1100-G1 bis G4) erhielt eine Digitaluhr im Cockpit, eine längere Gesamtübersetzung und neue Verkleidungs-
befestigungen. Der Vierzylinder blieb in der elfjährigen Bauzeit unverändert, denn Power hatte er satt, und robust ist er auch. Die 50000 Testkilometer der Schnellfahrer der MOTORRAD-Schwesterzeitschrift PS überstand er ohne Klagen. nur Nockenwellen und Schlepphebel wiesen leichte Gebrauchsspuren auf.
Bei gemäßigter Landstraßenfahrt stören Lastwechselreaktionen des Antriebs, die größte Stärke der ZZ-R 1100 liegt jedoch im Autobahn-Sprint, der sich gerne zu einer Marathon-Distanz ausweiten darf. Das Gesamtkonzept passt: Als Einzige ihrer Klasse wartete die Kawa zu jener Zeit mit einem sportlichen Alu-Brückenrahmen auf. Aggressives Design, ein ausreichend sta-
biles Fahrwerk und eine bequeme Sitzposition taten ein Übriges, um die ZZ-R 1100 fast eine Dekade lang zum Siegertypen zu küren.

Kaufempfehlung
Bei den älteren Modellen erscheint auf den ersten Blick die D-Version ab 1993 attraktiver. Diese Fahrzeuge werden jedoch vergleichsweise teuer verkauft und liegen meist deutlich über 3000 Euro. Also entweder Verhandlungskünste spielen lassen oder nach einem gepflegtem Modell mit hoher Laufleistung (über 60000 Kilometer) suchen. Besser ist indes, den Fokus auf das preisgünstigere Modell C3 (Baujahr 1992) zu legen. Das wird mit Laufleistungen zwischen 30000 und 40000 Kilometern in gutem Originalzustand wesentlich günstiger offeriert. Ideal ist, wenn teure Verschleißteile schon erneuert wurden.

Tipps
Nicht gerade langlebig sind die Ruckdämpfer im Hinterrad, die nach etwa 25000 Kilometern hinfällig sind. Die Gabeldichtringe halten selten länger als 30000 Kilometer, deshalb sollte
man bei der Besichtigung ein Auge darauf werfen. Gut sind progessiv gewickelte
Gabelfedern aus dem Zubehörhandel, da die Kawasaki ZZ-R 1100 serienmäßig vorn zu weich abgestimmt ist. Weitere Informationen und Tipps finden sich im Internet unter www.zx10.de.

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