Honda CBR 1100 XX (Archivversion)

Modellgeschichte
Die magische Schallmauer von 300 km/h hat das
in seinem Erscheinungsjahr 1996 stärkste Großserienmotorrad zwar nicht durchbrochen, mit gut über 280 km/h war die CBR 1100 XX dennoch
das schnellste Bike auf dem Markt. Allerdings nicht
in der offiziell ausgelieferten 98-PS-Version. Erst
164 PS, die mittels eines Steuergeräts (das als
Ersatzteil inzwischen 340 Euro kostet) mobilisiert wurden, ermöglichten diese Geschwindigkeitsdimension. Wobei fast alle mit dem Beinamen Blackbird (zu deutsch: Amsel) versehene Doppel-X in der leistungsstarken Variante übers Land flattern. Die Überarbeitung zur Saison 1999 brachte als wichtigste Neuerung eine Einspritzanlage samt geregeltem Katalysator mit sich. Mit offiziell 150
PS stand die CBR weiterhin gut im Futter, hielt
sich aber aus dem Leistungswettstreit mit Suzuki Hayabusa und Kawasaki ZX-12R heraus.
Die Kinderkrankheiten des Vergasermodells, als
da wären eine etwas zu straff abgestimmte
Telegabel, eine beim Gangwechsel gelegentlich rupfende Kupplung und die nicht immer homogene Leistungsabgabe, verschwanden mit Erscheinen der Einspritzvariante. Die Gabel ist zwar weiter-
hin nicht einstellbar, dafür passt nun die Grundabstimmung. Die Kupplung der Honda wurde aus einem anderen Werkstoff gefertigt und erhielt zwei zusätzliche Reibscheiben. Nach wie vor umständlich gestaltet sich die Verstellung des Federbeins, dessen Federbasis sich lediglich mit Verrenkungen justieren lässt.
Immer wieder erstaunlich ist für Honda-Neulinge
die Handlichkeit der vollverschalten 1100er. Trotz gut fünf Zentner Fahrgewicht lässt sie sich spielend leicht und absolut zielgenau dirigieren. Das Honda-eigene Dual-CBS- Bremssystem – bei dem grundsätzlich vorn und hinten gebremst wird, unabhängig davon, ob Bremshebel oder -pedal betätigt werden – überzeugt darüber hinaus mit effektiven Verzögerungswerten.
Die im Serientrimm schon äußerst tourentaugliche Maschine lässt sich mit einer höheren Zubehörscheibe etwa von JF Motorsport, Telefon 06002/
910391, für 109 Euro und einem höheren Superbike-Lenker beispielsweise von Stauch, Telefon 0711/701918, für rund 550 Euro (Teilekosten)
vor allem für groß gewachsene Besitzer noch mehr auf »Reise« trimmen.
Marktsituation
Die Vergaserversionen sind nicht nur wegen ihres höheren Alters wesentlich günstiger als die umweltfreundlicheren Einspritzmodelle mit G-Kat. Insgesamt laufen noch rund 10000 Doppel-X (davon etwa 3000 Stück mit Vergaser) in Deutschland.
Das Angebot an Gebrauchtmaschinen ist dementsprechend riesig und beginnt bei etwas über 3000 Euro für Blackbirds mit sichtbaren Gebrauchsspuren. Wer »vernünftige« Ware möchte, erhält ab etwa 6000 Euro Doppel-X der Baujahre 2000 bis 2002 mit weniger als 30000 Kilometer Laufleistung. Vollausgestattete, noch jüngere Modelle kosten wesentlich mehr – teilweise über 10000 Euro.
Besichtigung
Der Motor hält bei regelmäßiger Wartung locker 100000 Kilometer. Nennenswerte Schwächen sind nicht bekannt. Hat der Verkäufer ein lückenloses Scheckheft vorzuweisen, kann man sich bei der
Besichtigung neben der obligatorischen Probefahrt getrost auf Äußerlichkeiten sowie den Verschleißzustand der Fahrwerkskomponenten beschränken, an denen hohe Laufleistungen naturgemäß ihre Spuren hinterlassen.
1996 Markteinführung
1997 Ungeregelter Katalysator
1999 150 PS, Einspritzung, geregelter Drei-Wege-
Katalysator mit Sekundärluftsystem, neues Rücklichtdesign, 24-Liter-Tank, Bremsscheiben mit sieben statt bisher sechs Floatern
2001152 PS, höhere Verkleidungsscheibe, neue Instrumente

9/2005 (VT), 16/2003 (VT), 10/2002 (VT),
16/ 2001 (KV), 8/2001 (VT), 6/2001 (GK), 9/2000 (VT), 8/1999 (VT), 2/1999 (T), 14/1998 (VT), 9/1997 (VT), 22/1996 (VT), 20/1996 (T)
Internet: www.super-blackbird.de

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