Honda CBR 600 F (Archivversion)

Sie gilt als Wegbereiterin der modernen 600er-Sportklasse. Bereits 1987 feierte die CBR 600 F ihr Debüt und wurde im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert. Obwohl supersportlich ausgelegt, werden bei ihr niemals alltagstaugliche Tugenden vermisst. Weshalb die CBR in Vergleichstests immer wieder die Pole Position eroberte. Konkurrenten konnten sich zwar bei rennsportlicher Gangart vor die Nase der Honda setzen, knickten dafür aber in der Allroundwertung mächtig ein. Dagegen brillierte die CBR vor allem beim Touren mit Sozius und Gepäck. Nicht zuletzt der serienmäßige Hauptständer und die Gepäckhaken am Heck dokumentieren, dass Supersport-Bikes durchaus über eine alltagstaugliche Ausstattung verfügen dürfen.

Trotz vieler Überarbeitungen in der langen Bauzeit litt die Honda in keiner Ausbaustufe unter typischen Macken. Und im Sattel fühlen sich dank neutralen, perfekt ausbalancierten Fahrwerks sowohl Anfänger wie auch erfahrene Kilometerfresser wohl. Nach 20 Jahren sind die ersten Exemplare natürlich sehr geschunden und werden zu Preisen weit unter 1500 Euro angeboten. Da ist beim Kauf Vorsicht geboten. Deutlich interessanter und in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis ab 2000 Euro attraktiv sind die Modellversionen PC 31 ab Baujahr 1995 mit 105 PS. Wer es richtig sportlich mag, wird mit der PC 35 ab 1999 glücklich, die mit extrem kurzhubigem Motor, Ram-Air-System, Alu-Rah-men und standesgemäßem 180er-Hinterreifen auch heutigen Anforderungen an einen Supersportler standhalten kann.


Plus
Fahrwerk neutral mit praxisgerechtem Einstellbereich
Alltagstauglich und komfortabel
Bremsanlage standfest
Auswahl an Gebrauchten groß

Minus
Ältere Maschinen stark abgenutzt
Motor unter sportlichem Blickwinkel nicht kraftvoll genug


Fazti
Hondas rasender Hauptständer – die Empfehlung für alle, die einen 600er-Supersportler mit einem perfekten Mix aller Tugenden suchen. Dank langer Bauzeit kann man in einem reichhaltigen Angebot stöbern und beim Preis ordentlich pokern. Die Empfehlung für alle Schnäppchenjäger!


Marktsituation
Die Auswahl an PC 31-Typen ist im Preisrahmen bis 3000 Euro äußerst reichhaltig. Viele werden mit überdurchschnittlich gutem Pflegezustand angepriesen. Interessenten haben zahlreiche Vergleichsmöglichkeiten. Der Handel mit der deutlich sportlicher gestrickten PC-35-Version beginnt erst knapp unter 3000 Euro. Hier müssen Gebrauchtkäufer mit kleinen Mängeln (wie Lackschäden durch Umfaller) rechnen. Die Laufleistung beträgt pro Jahr rund 5000 Kilometer. Das Urmodell von 1987 (PC 19) ist genauso wie der erste Abkömmling aus dem Jahr 1991 (PC 25) eher das Richtige für Youngtimer-Interessenten.


Daten
Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, 600 cm³, 77 kW (105 PS) bei 12000/min, Gewicht 208 kg, Sitzhöhe 810 mm, Tankinhalt 17 Liter; Höchst-geschwindigkeit 248 km/h; 0–100 km/h: 3,4 sek, Verbrauch 5,8 Liter/100 km, Normalbenzin


Tests in MOTORRAD
PC 31: 26/1994 (T); 1/1995 (VT); PC 35: 26/1998 (VT); 22/2000 (LT); 5/2001 (TT)

T=Test, TT=Top-Test, VT=Vergleichstest, LT=Langsteckentest; Nachbestellungen unter Telefon 0711/1821229


Internet
Fansites: www.cbrforum.de; www.cbr-forum.de
Gebrauchtangebote: http://markt.motorradonline.de/bike160.htm

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