Honda CBR 600 RR/Varadero 1000 (Archivversion) Mittelstürmer

Für Sportfahrer auf den Spuren von Valentino Rossi baut Honda die 600er nun auch als Doppel-R mit zentralem Schalldämpfer unter dem Heck. Außerdem stark renoviert: die Varadero 1000, in Zukunft mit Einspritzung und geregeltem Kat.

Die traurige Nachricht zuerst: Für eine Replika des Werks-Fünfzylinders RC 211 V dürfen die Freaks wohl noch ein paar Jahre sparen. Nun die gute Nachricht: Zumindest einen Hauch von Valentino Rossi haben die Japaner schon jetzt in den 600er-Sportler transferiert. Aber die CBR 600 RR ist nicht einfach eine optisch aufgepeppte 600er, technisch ist sie ein vollkommen neues, eigenständiges Modell, das parallel zur 600 F angeboten wird. Der Motor setzt zwar in Hub und Bohrung auf die gleichen Eckdaten, wurde aber völlig neu gezeichnet. Ziel: Er sollte schmaler und kürzer werden, um mehr Schräglagenfreiheit zu bekommen und eine längere Schwinge zu ermöglichen. Das Ergebnis: Die RR lässt sich in beide Richtungen drei Grad weiter abklappen, und 30 Millimeter rückte das Schwingenlager in Richtung Kurbelwelle. Dies gelang zum Beispiel durch eine um fünf Zentimeter hochverlegte Getriebewelle. Außerdem schmiegen sich die Krümmer dank nach unten gerichteten Auslasskanälen eng an das Motorgehäuse, wodurch der Vierzylinder noch einmal ein Stückchen nach vorn rücken konnte. Eine sequentielle Einspritzanlage schafft die Voraussetzungen für rasante Drehzahlen bis 15000/min. Dazu spritzt neben der üblichen Düse direkt am Einlass ab etwa 6000/min eine weitere Zwölf-Loch-Düse im Luftfilterkasten den Kraftstoff in den Ansaugtrakt. Ein 32-Bit-Prozessor koordiniert die insgesamt acht Düsen. Das ganze System soll so effektiv mit dem Katalysator und dem Sekundärluftsystem zusammenarbeiten, dass selbst Profis kaum einem Unterschied zwischen der deutschen Version mit Kat und den katlosen Auslandsmodellen ausmachen können. Über die Leistung schweigt sich Honda vorerst noch aus.Einen Technologieschub gibt es offensichtlich zur Zeit im Fahrwerksbau. Honda setzt nun ebenfalls verstärkt Gussteile statt stranggepressten Profilen oder geschweißten Blechkkonstruktionen ein. Der Rahmen der RR besteht aus neun nach einem neuartigen Druckgussverfahren hergestellten Teilen, die miteinander verschweißt werden. Beim Heck werden solche Gussteile miteinander verschraubt. Die Schwinge ist wie bei den Werksmaschinen extrem steif ausgeführt und aus gegossenen sowie gepressten Teilen zusammengesetzt. Trotz der gewaltigen Dimensionierung soll sie leichter als die simple Schwinge der CBR 600 sein. Unter der Tankattrappe befindet sich vorn die Airbox, dahinter der Stahlblech-Tank, der weit hinunter bis auf das Motorgehäuse reicht. Das senkt den Schwerpunkt und lässt den Sitz sieben Zentimeter nach vorn rutschen.Weniger spektakulär wirkt zunächst die neue Varadero 1000, aber auch bei ihr hat sich unter dem neu gestylten Plastikkleid einiges getan. Der Motor erhielt die Einspritzanlage der VTR 1000 SP-2 nebst geregeltem Kat und Sekundärluftsystem. Außer geringeren Emissionswerten verspricht Honda dadurch einen niedrigeren Verbrauch. Ein sechster Gang erweitert den Einsatzbereich, besonders im oberen Geschwindigkeitsniveau sollen nun die Anschlüsse besser passen und das Drehzahlniveau sinken. Damit höheres Tempo erträglicher wird, verbesserten die Konstrukteure den Windschutz, die Scheibe kann in zwei Positionen verstellt werden. Die Federungselemente sind straffer ausgelegt. Ein fest verschraubter Motor statt des bisher in Gummi gelagerten trägt neben zusätzlich eingeschweißten Blechen einen Teil zur Versteifung des Chassis bei, auch das Rahmenheck wurde kräftiger ausgelegt. Alles Verbesserungen, die den touristischen Aspekt der Varadero verstärken.

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