Honda CBR 900 RR (Spezial: alt gegen neu) (Archivversion)

Eine gute Reifenwahl für die CBR 900 RR ist gar nicht so einfach zu treffen. Vor allem das umstrittene 16-Zoll-Vorderrad im Format 130/70 ZR 16 stellt die Hersteller durch die breite Aufstandsfläche und die ungünstige Kontur vor schwierige Aufgaben. Das beweisen die Avon AV 27/ AV 36 Azaro. Das es sich um eine nicht mehr ganz neue Konstruktion vor allem des Vorderreifens handelt, wird in Form hoher Lenkkräfte und mit starkem Vorderradshimmy zwischen 60 und 140 km/h deutlich. So wird das Gefühl für den Vorderreifen verwässert. Beim Bremsen und auf Bodenwellen gelangt Unruhe ins Fahrwerk, der Grip könnte besser sein, reicht für die Landstraße aber immer aus. Die Avon-Paarung ist mittlerweile überholt, die neuen Azaro-Sport hinterließen beim ersten Kontakt einen guten Eindruck und werden demnächst getestet. Ein erfreuliches Bild hinterlassen dieBridgestone BT 56 F/BT 56 R. Die Honda-Erstausrüstungs-Paarung überzeugt auf der ganzen Linie, könnte allerdings noch einen Tick handlicher sein und etwas weniger Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage übertragen. Trotzdem: sehr viel Gefühl fürs Vorderrad, sehr große Haftungsreserven, beste Lenkpräzision. Ein sehr ausgewogener Reifen, der auch für sportliche Ausritte taugt. Ein Wermutstropfen ist die leichte Unruhe auf welligen Fahrbahnen, die das gute Ergebnis aber kaum trübt. Ebenfalls viel Eindruck macht der neueDunlop D 207 Front/D 207, der unter Beweis stellt, wie hoch der Standard bei den Alltagsreifen geworden ist. Auch die D 207 überzeugen durch neutrales Lenk- und vorbildlich stabiles Bremsverhalten, bieten satten Grip und einen extrem sanften Grenzbereich - Hinterradrutscher ließen sich beim Test in Cartagena unspektakulär beherrschen. Die Lenkkräfte liegen einen Tick höher als bei den handlichsten Konkurrenten, die Reifen benötigen zum Einlenken etwas Nachdruck, kippen dann aber neutral in Schräglage. Der Handlingmeister heißt aberMetzeler ME Z 1 Front/ME Z1 in schönem Kollegium mit seinen Verwandten von Pirelli. Kaum zu glauben, die im gängigen 120/70 ZR 17-Format als träge verschrienen Münchner wirken auf der CBR fast spielerisch, was wohl an der sichtbar spitzen Kontur liegt. Erfreulich, das die guten Eigenschaften der ME Z 1-Familie wie sportliche Haftungsreserven oder sanftes Grenzbereichsverhalten erhalten bleiben. Ungewöhnlich dagegen die gute Lenkpräzision und das geringe Aufstellmoment. Einzig mit Stabilität beim harten Bremsen hapert’s ein bißchen. Aber längst nicht so wie beim Michelin TX 15/TX 25. Die französischen Gummis sind auf der CBR eine kleine Enttäuschung. Vorder- wie Hinterreifen scheinen überlastet, vor allem sportliches Fahren wird durch Walk- und Wankbewegungen verleidet. Offenbar ist der Unterbau vorn wie hinten zu weich für Chassis und Leistung der Fireblade. Bei Landstraßenfahrt überzeugen die Michelin zwar noch durch niedrigste Lenkkräfte und präzises Handling, sportlich fahren läßt es sich aber nur schlecht. Die Instabilität wirkt sich auch auf den Verschleiß aus, der an sich haftfreudige Gummi reißt regelrecht auf und läßt schnell nach. Erfreulicher sind da diePirelli MTR 01/ MTR 02, die das gute Ergebnis der fast baugleichen Metzeler bestätigen und noch einen winzigen Hauch handlicher Einlenken - und sich deshalb mit den Bridgestone den Tip teilen.

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