HONDA CX 500 C (Archivversion)

Ein Motorrad für 1000 Euro kaufen? Das ist keine schwere Sache und schnell geschehen. Wie sieht’s aber aus, ein steinaltes Modell zu diesem Tarif wieder abzustoßen? Da ist Geduld und Beharrlichkeit gefragt.
Im Zeitalter der digitalen Globalisierung sollte ein Gipfeltreffen von potenziellem Käufer und willigem Verkäufer allerdings kein Problem darstellen. Also rein mit der CX 500 ins Internet. Um die Trefferquote zu erhöhen, wurde die Honda gleich in zwei der bekanntesten Portale für den Fahrzeugverkauf eingestellt: www.mobile.de und www.motoscout24.de. Und zwar zunächst mit einem Verkaufspreis von 998 Euro. Man sollte ja noch Verhandlungsspielraum haben. Und damit war sie unter allen angebotenen C-Versionen der CX ­immer noch die günstigste. Jeder, der gezielt nach einer Custom-CX suchte, stieß somit als erstes auf das MOTORRAD-Bike. Das musste also einfach klappen.
Doch die erste Woche verging, ohne dass sich jemand meldete. In der zweiten Woche fragte ein Interessent immerhin nach einem höher aufgelösten Foto der CX. Dem Wunsch wurde prompt entsprochen, doch anscheinend war das Ergebnis nicht überzeugend. Der Interessent jedenfalls war schnell wieder in den weltweiten Tiefen des Webs verschwunden. Die dritte und vierte Woche verliefen so ruhig wie die erste. Laut Statistik hatten sich immerhin rund 2000 Interessenten das Angebot auf beiden Verkaufsplattformen angeschaut. Darunter allerdings kein einziger, der ernsthafte Kaufabsichten bekundete.
Start der zweiten Offensive: ran an ­die echten Fans, die sich im Forum www.cx500-online.de austauschen. Auch dort ist eine Verkaufsbörse eingerichtet. Und siehe da: Kaum stand die Honda im Fanforum, kam eine E-Mail aus Berlin. »Bin am Wochenende in Stuttgart. Komme Samstag vorbei, um die CX anzuschauen und mitzunehmen.« Wenn das nicht nach »so gut wie verkauft« klingt! Leider schien sich die Fünf-Minuten-Euphorie des Interessenten nach fünf Tagen deutlich verflüchtigt zu haben. Denn das Wochenende verstrich, ohne dass sich der Berliner CX-Freund noch einmal meldete. Und auch sonst war kein Fan zu bewegen, das 999-Euro-Bike von MOTORRAD unter seine Fittiche zu nehmen.
Sollte es vielleicht doch über eine altertümliche Kleinanzeige klappen? Schnell war das Inserat inklusive Farbfoto in MOTORRAD (für Abonnenten übrigens gratis) geschaltet. Und siehe da: Das Telefon stand nicht still, drei Tage nach Erscheinen war die CX für 700 Euro verkauft, bis heute rufen Kaufinteressierte an.
Am schnellsten reagiert hat Peter aus dem schwäbischen Aurich, der nach einer Probefahrt die Scheine auf den Tisch zählte. Kommentar: »Gekauft!«joel

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