Honda CX 500 C (Archivversion)

Nun ist sie mein Patenkind, die Honda mit dem wenig schmeichelhaften Beinamen »Güllepumpe«. Kollege Thorsten Dentges hatte sie angeschleppt – ein echtes »blind date«. Als Ebay-Angebot gekauft wie geklickt, ohne Besichtigungstermin oder Probefahrt (siehe MOTORRAD 8/2007). Thorsten macht nun B wie Babypause und ich fahre CX 500 C wie Custom. Und Custom steht gemeinhin für einen Chopper. Da sich das Wort vom englischen »to chop of« (sprich »abhacken«) herleitet, ist die erste Maßnahme wohl klar.
Bei meiner Kontaktaufnahme türmt sich ein mannshohes Windschild vor der rustikalen Cockpit-Landschaft auf. Hier gibt es eine Lösung: den 17er-Ringschlüssel. Binnen Minuten ist die Scheibe demontiert. Und siehe da: Schon sieht der V-Twin eine ganze Spur authentischer aus.
Überhaupt muss sich die CX im direkten Vergleich mit den drei anderen 999ern nicht verstecken. Klar trägt sie die Patina der vergangenen 26 Jahre – aber das mit Würde. Der Pflegezustand ist akzeptabel, und bei den ersten Fahrten erweckt die 500er technisch einen sehr fitten Eindruck: startet mit Choke-Unterstützung zuverlässig auf Knopfdruck, zieht ohne Aussetzer durch und schwingt sich locker über die typischen Stuttgar-
ter Berg-und-Tal-Bahnen. Lediglich die stumpfen Bremsen und das leicht nachschwingende Fahrwerk zeugen vom Alter der CX. Und wenn ich Werner und Horst treffen sollte: An die Kühlschläuche meiner CX dürfen die nicht ran! jöl

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