Erschienen in: 01+02/ 2016 MOTORRAD CLASSIC

Honda Dream 50 und Honda Dream 50 R im Studio

Traumhaft schön

Zum 50-jährigen Firmenjubiläum machte Honda 1998 Liebhabern klassischer Formen ein ganz besonderes Geschenk: die bezaubernde Honda Dream 50 im Stil des CR 110-Werksrenners von 1961. Noch verführerischer geriet die limitierte 50er-Rennmaschine von 2004.

MEHR ZU

Zum 50-jährigen Firmenjubiläum machte Honda 1998 Liebhabern klassischer Formen ein ganz besonderes Geschenk: die bezaubernde Honda Dream 50 im Stil des CR 110-Werksrenners von 1961 (in rot, links). Noch verführerischer geriet die limitierte 50er-Rennmaschine von 2004 (schwarz, rechts).

Bildergalerie: Honda Dream 50 / Dream 50 R im Studio.   22 Bilder

IN DIESEM ARTIKEL

Artikel als PDF downloaden Alle Downloads im Überblick

8 Seiten
aus MOTORRAD CLASSIC 01+02/2016
Preis: 2,00 €

PDF JETZT KAUFEN »

Egal ob Ducatisti, Engländer-Fan oder Freund japanischer Maschinen – bei einer Honda Dream 50 lassen sogar eingefleischte Marken-Fetischisten alle Hemmschwellen fallen. Das kleine Viertakt-­Rennerle mit der großen Ausstrahlung trifft einfach jeden Lieb­haber klassischer Formen mitten ins Herz.

Das von Bernd Soffa schlug jedenfalls sofort schneller, als er das rot-silberne Schmuckstück Ende 1997 erstmals auf einem Foto erblickte. Die Honda Dream 50 hatte Honda eigens zum 50-jährigen Gründungs-Jubi­läum der Motor Company aufgelegt. Soffa war sofort klar, dass er diese Replika im Stil des 50er-Werks­renners von 1961, der Honda CR 110, haben musste.

Über den ­offiziellen Importeur nicht zu bekommen

Und so setzte der gelernte Kaufmann alle Hebel in Be­wegung, um einige dieser Traum-Maschinchen ins Schwäbische zu holen, da auch einige Freunde und Bekannte dessen Begeisterung teilten. Über den ­offiziellen Importeur war die Honda Dream 50 jedoch nicht zu bekommen. Weshalb sich Soffa der Sache eben selbst annehmen musste. „Das war ein enormer bürokratischer Aufwand“, erinnert sich der gebürtige Thüringer noch heute mit Grausen an den Papierkram mit Japan, Zoll und deutschen Behörden.

Der jedoch alle Mühen wert war, wie das Leuchten in seinen Augen verrät. Aufgewachsen in der Rennstadt Schleiz, hatte sich der Wahl-Schwabe schon früh mit dem Motorsport-Bazillus infiziert. Bereits mit 16 Jahren fuhr er eine 125er-Jawa. Nach Beendigung seiner Ausbildung verließ er 1959 die DDR, „um die große weite Welt zu erkunden“. Die fand er zunächst in Köln, wo er sich bei Ford den ersten Lohn in Westmark verdiente. Und sofort in ein Motorrad investierte. Zuerst in eine Hercules K 102, anschließend in eine 175er-Ducati, mit der er regelmäßig den Nürburgring ansteuerte, um dort am Wochenende seine Runden auf der Nordschleife zu drehen.

Im Jahr 1961 startete Soffa dann erstmals bei den damals populären Tagesrennen, die vor allem in ­Holland, Belgien, Frankreich, Spanien und – vereinzelt – auch Deutschland ausgetragen wurden. „Das waren damals lukrative Veranstaltungen, weil wir Starter neben Spesen auch Preisgelder bekamen, und zwar bis zum dritten Platz“, erinnert sich der heute 74-­Jährige an seine motorsportlichen Anfänge in der 50er- und 125er-Klasse. Eine prägende Zeit, mit Renn­maschinen wie der Honda CR 110, die Bernd Soffas Begeisterung für die Honda Dream 50 erklärt.

Grand Prix-Stil der frühen 1960er-Jahre

Mit dieser Viertakt-50er hat Honda eine bildschöne Replika auf die schmalen Räder gestellt, die den Stil der Grand Prix-Rennmaschinen der frühen 60er-­Jahre perfekt in die Neuzeit transportiert. Trotz Beleuchtungseinrichtungen und Scheiben- statt Trommelbremsen fährt bei der Honda Dream 50 der Geist der CR 110 immer mit. Mit ihrem roten Rahmen, dem langen, schmalen Tank und dem über der Hinterachse platzierten Höckersitz strahlt das filigrane Maschinchen eine beeindruckend authentische Ästhetik aus, die selbst viele teurere und größere Motorräder in den Schatten stellt. Und wie beim Vorbild steht im ­Zentrum dieses Kunstwerks ein markanter Vierventil-Single mit einem wuchtigen dohc-Zylinderkopf.

Trotz des technischen Aufwands waren bei der 1998 von einigen Parallel-Importeuren für 7990 Mark angebotenen Honda Dream 50 aber nicht mehr als 5,6 PS bei 10.500/min drin. Ein bescheidenes Preis-Leistungs-Verhältnis also, das die kleine Honda jedoch oft davor geschützt haben dürfte, in falsche Hände zu gelangen. Sie war stets ein Fall für echte Liebhaber – wie Bernd Soffa: „Die Dream 50 hat mir schon immer gefallen. Sie wirkt auf mich ungemein harmonisch. Das Design ist absolut gelungen, der Spirit der alten Rennmaschinen kommt voll rüber. Außerdem habe ich ein Faible für so kleine Maschinen, nicht zuletzt wegen meiner eigenen Rennsport-Vergangenheit.“

240_Honda Dream 50, Honda Dream 50 R (jpg)

Single-Dasein: Die Honda Dream 50 R besitzt nur einen Drehzahlmesser – der reicht dafür bis 18.000 ­Touren!  

Foto: Bilski  

So musste der ehemalige Racer natürlich unbedingt mitbieten, als Honda Deutschland 2004 einige wenige der limitierten Honda Dream 50 R offerierte – zunächst ohne exakte Preisangabe. Als Soffa die rare Rennversion schließlich bei einem Vertragshändler abholen konnte, wechselten rund 5500 Euro den Besitzer. Gut angelegtes Geld. Nicht, weil die R-Variante heute teurer gehandelt wird. Sondern wegen der von Hondas Racing-Abteilung HRC deutlich angeschärften Technik. Die Dream 50 R basiert zwar auf dem sieben Jahre zuvor präsentierten Jubiläumsmodell, weist aber einige tiefgreifende Änderungen auf. Schärfere Nockenwellen, strammere Ventilfedern, ein höher verdichtender Kolben, die erleichterte Kurbelwelle sowie eine ebenfalls schlankere Lichtmaschine verhelfen dem Motor zusammen mit dem über einen offenen Trichter ansaugenden Vergaser mit 20er-Querschnitt zu sieben PS bei 13 .500 Touren. Mit sechs enger gestuften Gängen statt deren fünf beim Straßenmodell bringt der winzige Vierventiler zudem die Leistung besser auf die Straße.

Das gewährleisten ebenso die straffer abgestimmte Showa-Gabel und satter dämpfende Federbeine, jeweils mit einstellbarer Federbasis. Die Auspuffan­lage der R trägt einen Lack in Schwarzmatt, dazu sind Krümmer und Schalldämpfer hier einteilig ausgeführt. Weiterhin verzichtet die Honda Dream 50 R auf Seitendeckel und Kickstarter, auch spart der vordere Kotflügel aus poliertem Aluminium im Vergleich zum stählernen des Straßenmodells ein paar Gramm ein.

Trennung kommt für Bernd Soffa nicht infrage

Beim Schiebestart hat Soffa trotz Jockey-Figur mit den 78 Kilogramm jedenfalls keine Probleme, wenn er mit seiner zweiten, modifizierten Honda Dream 50 R bei ausgewählten Renn- und Demonstrationsläufen antritt. Sein Sportgerät dreht dank Änderungen am ­Vergaser und einem Zwei-in-eins-Auspuff willig bis 15.500 Touren – ganz schön viel für knapp zehn PS!

Ebenfalls ganz schön viel hat man ihm schon für eine seiner kleinen Hondas geboten. Allerdings vergeblich, eine Trennung von seinen Traum-Maschinen kommt für Bernd Soffa nicht infrage. Selbst dann nicht, wenn bei Kaufinteressenten auch in Sachen Preis alle Hemmschwellen fallen sollten.

Aktuelle Gebrauchtangebote
 

Yamaha MT-09

k. A.
0 km

8.280 EUR Anfragen

Honda CBF 1000

04/2006
44.000 km

3.990 EUR Anfragen

Honda NT 650V Deauville

01/2005
55.750 km

3.195 EUR Anfragen

Triumph Thruxton

05/2016
1.001 km

8.990 EUR Anfragen

Yamaha YZF-R3

k. A.
0 km

5.489 EUR Anfragen


WEITER ZU SEITE 2: Technische Daten Honda Dream 50

1 | 2 |     
10.12.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

DIESEN ARTIKEL KOMMENTIEREN 


  • Marke

    Lade...

  • Modell

    Bitte Marke auswählen!

Führerscheintest
Gebrauchtmarkt
30422
Touratech Offroad-Fahrtechnik-DVD
Touratech Offroad-Fahrtechnik-DVD
MOTORRAD-HELDEN und Touratech verlosen 10 DVDs "Offroad-Fahrtechnik für Reiseenduristen". Speziell...mehr
 
Reifenmaße:
Geschwindigkeits-
index:
Reifenhersteller:
Reifentyp: