Honda GL 1500 Gold Wing (GK) (Archivversion)

Die Klientel der großen Gold Wing tickt anders.. Aufsehenerregendes, neues Zubehör ist allemal interessanter als die Technik ihres Fahrzeugs. Wen wundert’s bei der Solidität ihres Untersatzes.

Im April 1993 habe ich mir von einem Freund eine neue GL 1500 SE aus Florida mitbringen lasssen. Bis jetzt hat die Maschine 58 000 Kilometer zurüchgelegt. Abgesehen von den relativ teuren Luftfiltern und Original-Bremsbelägen ist der Unterhalt der Maschine recht günstig. Beim Modell 1988/89 treten Probleme mit den Zündschlössern auf. Da hilft nur zeitiger Wechsel. Die Zahnriemen sollten bei den Inspektionen nicht einfach vergessen werden. Wir haben bei verschiedenen Modellen einseitige Verschleißspuren schon weit vor 100 000 Kilometern festgestellt. So allmählich könnte Honda allerdings den ‘Sanften Riesen’ technisch mal auf Vordermann bringen: ABS und Katalysator sollten bei einem halben Cabrio serienmäßig sein, und für ein Automatik-Getriebe ließe sich wahrscheinlich so mancher begeistern.Uwe Daut, Braunschweig1994 kaufte ich meine Gold Wing, Baujahr 1988, mit 40 000 Kilometern. Heute steht der Zähler bei 63 000. Dank des Rückwärtsgangs und des ideal gewählten Schwerpunkts läßt sich dieser Maschinengigant auch von einer Frau bewegen. Sowohl langsames Dahinbummeln als auch flotte Fahrt auf der Autobahn sind dank der großen Verkleidung, der Musikanlage und der Rücklehne pure Erholung. Dieser sanfte Hubraumriese ist die ultimative Antwort auf Fernweh.Anja van Aken, OldenburgMeine GL 1500 habe ich 1992 als Graue neu gekauft, mittlerweile stehen 30 000 Kilometer auf dem Tacho. Die viel zu weiche Sitzbank wurde gegen eine Bank von Corbin getauscht. Damit lassen sich auch größere Touren ohne Rückenschmerzen meistern. Nach 24 000 Kilometern war die Batterie am Ende. Mit dem Einbau längerer Polkabel aus dem Zubehör konnte eine Batterie deutscher Herkunft eingebaut werden, die im Vergleich zu dem US-Original wesentlich billiger ist. Von der Verwendung synthetischen Öls ist abzuraten, weil dann bei hohen Öltemperaturen die Kupplung nicht mehr sauber trennt.Bernd Deutsch, JockgrimIm Oktober 1994 erstand ich eine Aspencade, US-Modell, 12 000 Meilen gelaufen und mit 22 000 Mark nicht zu teuer. Der seidenweich laufende Sechszylinder hat zwar ein bombastisches Drehmoment, in der Praxis bleiben jedoch nur die Fahrleistungen einer 50-PS-Maschine übrig, der Rest bleibt im Gewicht stecken. An herkömmlichen Motorrädern gemessen, ist auch der Klang des Motors nicht berauschend: Das Durcheilen des Drehzahlbands hat etwas vom Aufdrehen eines Staubsaugers. Eine vergleichsweise gefahrene, gut klingende Wing mit offenener Auspuffanlage machte aber schnell klar, daß leise besser ist: Man hört das Radio wesentlich schlechter. Unverzeihlich: Bis heute ist kein G-Kat lieferbar. Das Getriebe ist leicht und präzise schaltbar, die Stufung der Gänge paßt, auch wenn der als Overdrive bezeichnete Fünfte durchaus länger übersetzt sein könnte. Nachdem meine Freundin diese Maschine zunächst verabscheute, hat sie ihre Meinung inzwischen grundlegend revidiert. Sie möchte die Wing gegen kein anderes Motorrad mehr eintauschen, genießt den unübertroffenen Sessel und fällt des öfteren in einen erholsamen Schlaf...Frank Eberhart, Balingen

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