Honda-Neuheiten 2003 Nachschlag

Auf der Bologna Motorshow lüftet Honda die letzten Modellgeheimnisse: Die Hornet 600 präsentiert sich stark überarbeitet, die CB 1300 überrascht als echte Neuheit.

Dass sie kommen würde, pfiffen die Spatzen bereits auf der Münchner Messe Intermot von den Hallendächern. Denn obwohl sich mächtige Naked Bikes in Deutschland wachsender Beliebtheit erfreuen und Honda seit Jahren einen Brummer namens CB 1300 baut, wurde dieses Modell in Deutschland nie offiziell angeboten. Und nun präsentieren die Japaner tatsächlich eine CB 1300 – allerdings eine komplette Neukonstruktion.
Honda entwickelte dafür eigens ein wassergekühltes Triebwerk mit nassen Zylinderlaufbuchsen, für das 116 PS und über 120 Newtonmeter maximales Drehmoment versprochen. Um einen kleinen Ventilwinkel zu ermöglichen, liegen die beiden Nockenwellen eng zusammen. Dadurch sollen die kompakten Brennräume eine effektivere Verbrennung garantieren. Dazu trage außerdem die elektronische Saugrohreinspritzung mit bei. Das 36er-Drosselklappengehäuse stammt in seinen Grundzügen von der Hornet 900, neue Einspritzventile sollen eine optimale Zerstäubung des Kraftstoffs ermöglichen und damit ebenfalls einen guten Wirkungsgrad sicherstellen, Gleiches gilt für die Zündbox, deren Kennfelder in einem 32-bit-Rechner abgelegt sind.
Last but not least wurde die komplett aus Edelstahl gefertigte Vier-in-zwei-in-eins-Auspuffanlage auf maximales Drehmoment ausgelegt. In den Krümmern sitzen ungeregelte Katalysatoren, zusätzlich verfügt die CB 1300 über ein Sekundärluftsystem, weshalb die Grenzwerte der Euro-2-Abgasnorm – laut Honda – »locker« unterboten werden.
Der mächtige Motor dominiert den klassisch anmutenden Doppelschleifenrahmen aus Stahlrohr, Honda verspricht ausreichend Stablität bei einem gleichzeitig konkurrenzlos guten Handling. Weshalb der Radstand im Vergleich zur CB 1000 – sie debütierte vor zehn Jahren nicht gerade erfolgreich – von 1540 Millimeter auf deren 1515 schrumpfte. Ähnlich sind sich die beiden CB allerdings in der niedrigen Sitzposition und beim riesigen Tank, der gut über 20 Liter Volumen bietet. Ein Plus an Komfort für große Fahrer: Durch Drehen der gekröpften Lenkeraufnahmen um 180 Grad lässt sich der Lenker auf der Gabelbrücke 20 Millimeter weiter vorne montieren. Weitere sinnvolle Details: Unter der Sitzbank befindet sich ein über zwölf Liter großes Staufach, eine Wegfahrsperre gehört zur Serienausstattung.
So auch bei der neuen Hornet 600. Und das ist gut so. Die kleine Hornisse erfreut sich in Europa nämlich großer Beliebtheit. Damit das so bleibt, hat Honda sie für 2003 grundlegend überarbeitet. Ein neuer Scheinwerfer soll bei Nacht für besseren Durchblick sorgen, eine deutlich straffere Abstimmung der Federelemente wird den sportlichen Talenten der Hornet zugute kommen. Beim Zylinderkopf wurden sowohl die Einlass- als auch die Auslasskanäle überarbeitet, um eine homogenere Leistungsabgabe zu erreichen. Statt der erwarteten Einspritzanlage setzt Honda weiterhin auf Gleichdruckvergaser. Neu ist, dass beim Fehlen des Zündstroms ein Elektromagnetventil die Kraftstoffzufuhr stoppt. So wird eine Beschädigung des neu eingeführten U-Kats durch unverbrannten Kraftstoff verhindert. Auch die kleine Hornet schafft die Euro-2-Norm. Die Spitzenleistung bleibt vom Kat unberührt – sie beträgt nominell weiterhin 95 PS. Über Preise schwieg sich Honda bis Redaktionsschluss leider aus.

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