Honda-Neuheiten (Archivversion) Wir jetzt auch

Also doch: Honda bringt die VTR 1000 SP-1, will damit um WM-Lorbeeren kämpfen. Die neue CBR 900 RR soll trotz G-Kat 152 PS leisten. Und das ist noch lange nicht alles... .

Lange angekündigt, oft dementiert, und nun kommt sie: die Honda VTR 1000 SP-1. Preis: vermutlich unter 27000 Mark. Leistung des straßenzulassungfähigen Einsitzers: um 130 PS.Um für kommende Einsätze in der Superbike-WM eine erfolgversprechende Basis zu bieten, wurde der 90-Grad-V2 der SP-1 im Vergleich zum Triebwerk der VTR 1000 F grundlegend überarbeitet. Wichtigste Änderung: Die Techniker verkleinerten den Hub von 66 auf 63,6 Millimeter, um die Drehfreudigkeit des Twins zu erhöhen.Will Honda den Ducati-Superbikes Paroli bieten, braucht es über 155 PS und Drehzahlen von deutlich über 11000/min. Um dabei einen möglichst exakten Ventiltrieb zu gewährleisten, verwenden die Japaner gegeneinander vorgespannte Zahnräder, keine Ketten. Ebenfalls standesgemäß: Anstelle von Vergasern besitzt die SP-1 auf eine elektronische Kraftstoffeinspritzung mit zwei Einspritzdüsen pro Zylinder. Damit die Ansaugluft möglichst ohne Umleitungen in die Airbox gelangt, führt der mittig platzierte Ansaugkanal geradlinig durch den Gusslenkkopf des neu entwickelten Fahrwerks hindurch (siehe auch Zeichnung). Der Hauptrahmen der SP-1 besteht aus zwei Dreifachkastenprofilen, die den Motor als tragendes Element integrieren. Hinten verbindet ein Querträger aus Alu-Guss die beiden Hauptrahmen der Schwinge, der Träger dient gleichzeitig als Aufnahme für das voll verstellbare Federbein. Besonderheit der Upside-down-Gabel: Druck- und Zugstufendämpfung lassen sich stufenlos verstellen und die Bremsanlage kann für den Rennbetrieb (Standard: 320er-Stahlscheiben und Vierkolbensättel) individuell anpassen werden. Geschraubte Bremzangenadapter erlauben einen schnellen Wechsel auf größere Bremsscheiben. Etwas enttäuschend: das von Honda angegebende Trockengewicht von 200 Kilogramm.Ein Wert, den die völlig überarbeitete CBR 900 RR fahrfertig auf die Wage bringen könnte, sofern sich die 170 Kilogramm (trocken) bewahrheiten. Die Fireblade, vermutlich wird sie nicht unter 23000 Mark zu haben sein, soll der bislang übermächtigen Konkurrenz, allen voran der Yamaha R1, das Leben schwer machen. Honda verspricht 112 kW (152 PS) und ein maximales Drehmoment von über 100 Newtonmetern. Um diese Leistung trotz strenger Abgas- und Geräuschbestimmungen aus »nur« 929 cm³ zu zaubern, mussten die Ingenieure sämtliche Register ziehen. Sie erhöhten die Verdichtung, vergrößerten die Bohrung – das schafft Platz für größere Ventile – und verringerten den Hub. Auf ein Ram-Air-System verzichteten die CBR 900-Entwickler, sie setzen dafür lieber auf ein Schaltsaugrohr, also auf eine Anlage mit variablen Saugrohrlängen. Elektronisch gesteuerte Stellmechanismen in der Airbox und im Auspuffsammler sollen helfen, die Schwingungen und die kinetische Energie der ein- und ausströmenden Gase leistungsfördernd zu nutzen. Die Gemischaufbereitung übernimmt eine elektronische Einspritzung, darüber hinaus will Honda in Deutschland mittels Dreiwege-Kat und Sekundärluftsystem die niedrigsten Schadstoffwerte in dieser Hubraumklasse erreichen.Weil die Techniker das Motorgehäuse verkürzt haben, baut der wassergekühlte Vierzylinder noch kompakter als sein Vorgänger. Vorteil: Der kürzere Motor verlagert mehr Gewicht auf das Vorderrad. Weil die Alu-Schwinge direkt im Motorgehäuse gelagert ist, kann sie bei unverändertem Radstand länger ausfallen, was sich günstiger auf Fahrwerksreaktionen auswirkt. Der neuenwickelte Rahmen aus Dreifachkastenprofilen soll nicht nur leichter, sondern auch um 30 Prozent steifer sein als der des Vorgängermodells.Ebenfalls neu, jedenfalls bei der CBR 900 RR: die Upside-down-Gabel. Und weil das Reifenangebot größer sei, so die offizielle Begründung, habe sich Honda dazu entschlossen, statt eines 16- nun ein 17-Zoll-Vorderrad einzusetzen. Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass die »Blade« auf einem neuen Straßensportreifen steht. Richtig, er heißt Bridgestone BT 010, Nachfolger des legendären BT 56.Doch nicht nur bei der CBR 900 RR, auch beim Allrounder Hornet kommt nun ein 17-Zoll-Vorderrad zum Einsatz. Begründung? Siehe oben. Mit neuen Bremsbelägen und Stahlflex-Leitungen will man das bislang oft kritisierte Ansprechverhalten der vorderen Bremse verbessern. Der Radstand wurde geringfügig verlängert, außerdem erhielt die agile und weiterhin nominell 95 PS starke 600er ein neues digitales Zündsystem. Neben der unverkleideten Version präsentiert Honda eine S-Variante. Deren recht ausladende Halbschalenverkleidung soll den Reisekomfort deutlich erhöhen – und helfen, den erfolgreichen Bandits und Fazers dieser Welt Marktanteile abzuringen.Ebenfalls für Furore sorgen könnte die XR 650: Alu-Rahmen, wassergekühlter Vierventil-Motor mit über 60 PS, unter 130 Kilogramm Trockengewicht. Das lässt nicht nur das Herz von Hobby-Enduristen und Super Moto-Freaks höher schlagen. Allerdings erscheint ein offizieller Import dieses Hinguckers eher unwahrscheinlich, weil die Geräusch- und Abgashürden zumindest mit der offenen Version kaum zu bewältigen sein werden.

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