Honda SH 125i (Archivversion) Never change a running system

Das Motto, das des PC-Users Nerven schont, kann auch bei der Neuentwicklung eines Rollers hilfreich sein. Besonders, wenn es sich wie im Fall des Honda SH 125i um Europas meistverkauftes motorisiertes Zweirad handelt. Folgerichtig unterscheidet sich das 2009er-Modell auf den ersten Blick nicht von seinem Vorgänger. Die Linien wurden etwas gestrafft, die Sitzhöhe sank um einen Zentimeter, die Beinfreiheit stieg um deren zwei, dafür entfiel das praktische Handschuhfach.

Auch unter dem Plastik halten sich die Änderungen in Grenzen. Den steiferen Stahlrohrrahmen kann man nicht sehen, im Gegensatz zur Scheibenbremse im Hin-terrad, welche die teigige Trommel des Vorgängers ablöst. Die vordere Scheibe wird neuerdings von einem Schwimmsattel mit drei statt zwei Kolben beaufschlagt. Die nach wie vor vom linken Bremshebel aktivierte Kombibremse arbeitet nun hydraulisch und deutlich besser dosierbar als beim Vorgänger. Am kultivierten Vierventilmotor gab es bislang wenig zu bekritteln, und das gilt immer noch. Wie gehabt nutzt er mit seinen 13,7 PS das erlaubte Limit von 15 PS nicht aus. Das Entwicklungsziel lag auf günstigem Verbrauch, Honda spricht von weniger als drei Litern. Das Fahrwerk blieb ebenfalls weitgehend unverändert. Die 16-Zoll-Räder stehen für hohe Fahrstabilität. Gabel und Federbein sind soft abgestimmt, haben aber Reserven. So bleibt der knallgelbe SH (auch in Weiß, Schwarz, Silber und Bordeaux zu haben) das, was er bislang war: ein gutmütiges, zuverlässiges und anspruchsloses Muli für den grauen Alltagsbetrieb. 2950 Euro plus Nebenkosten sind dafür nicht zu viel.

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